Mit Kin­dern nach Pa­ris

Die fran­zö­si­sche Haupt­stadt macht es Fa­mi­li­en leicht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaue - Mag

Bei Pa­ris den­ken vie­le Kin­der an Dis­ney­land. Doch die Stadt hat auch ab­seits des be­kann­ten Frei­zeit­parks viel für Fa­mi­li­en zu bie­ten. Pa­ris ist gera­de­zu kin­der­freund­lich. Hier ein paar Hin­wei­se für El­tern, die dem Nachwuchs die fran­zö­si­sche Haupt­stadt zei­gen wol­len.

Wann sind wir da?

Es emp­fiehlt sich ei­ne An­rei­se mit der Bahn, dann kommt man sehr ge­las­sen im Zen­trum des Ge­sche­hens im Ga­re du Nord an. Am bes­ten bucht man gleich auch ein Ho­tel in der Nä­he, dann lässt sich das kur­ze Stück dort­hin be­quem lau­fen. Mit Kof­fern und Kin­dern in die U-Bahn? Muss nicht sein!

Gibt’s hier WLAN?

Ja, das gibt es selbst im Zwei-Ster­ne-Ho­tel gra­tis. Falls nicht, soll­te man die Un­ter­kunft gar nicht erst bu­chen. Wer sechs Jah­re oder äl­ter ist, für den ent­schei­det der WLAN-Zu­gang mitt­ler­wei­le meist über Er­folg oder Miss­er­folg ei­ner Fe­ri­en­rei­se.

Ich muss mal!

Im­mer ein The­ma, wenn man Kin­der da­bei hat. Kann man es wa­gen, im Ca­fé oder Re­stau­rant zu fra­gen, ob der oder die Klei­ne mal eben darf...? In Deutsch­land gibt es da­für ab­schre­cken­de Schil­der gleich ne­ben dem Hin­weis «Hun­de müs­sen drau­ßen blei­ben»: «Toi­let­ten­be­nut­zung nur für Kun­den» oder «Toi­let­te 50 Cent». In Pa­ris da­ge­gen ist es meist kein Pro­blem. «La toi­let­te? Ici! Go up­stairs!»

Mir ist lang­wei­lig!

Dann ab in die Pa­ri­ser Ka­ta­kom­ben. Was gibt es zu se­hen? Ki­lo­me­ter­lan­ge Gän­ge mit sechs Mil­lio­nen Pa­ri­sern an den Wän­den, al­le fein säu­ber­lich auf­ge­sta­pelt: hier die Köp­fe, da die Schlüs­sel­bei­ne, da­zwi­schen ein paar Rip­pen. Der Hor­ror­film-At­mo­sphä­re kommt es sehr zu­gu­te, dass im­mer nur ei­ne über­schau­ba­re Zahl von Be­su­chern zur glei­chen Zeit hin­ein­ge­las­sen wird. Der ein­zi­ge Nach­teil ist das stun­den­lan­ge War­ten in der Schlan­ge vor dem Kas­sen­häus­chen. In Pa­ris es­sen zu ge­hen, ist nun wirk­lich nicht ganz bil­lig. Aber au­ßer­halb der di­rek­ten In­nen­stadt sieht die La­ge gleich ganz an­ders aus. Es lohnt sich des­halb, ein paar Sta­tio­nen mit der Me­tro zu fah­ren. Be­son­ders güns­tig sind oft die Lunch-An­ge­bo­te über Mit­tag. Und auch hier gilt: Kin­der will­kom­men!

Ich kann nicht mehr!

So lau­tet der klas­si­sche Ein­wand ge­gen je­de Art von Lauf­an­stren­gung. Vor die­sem Hin­ter­grund emp­feh­len sich Hop-on-Hop-off- Bus­se. Man bucht sie schon vor­her im In­ter­net, steigt dann an ei­ner der zahl­rei­chen Hal­te­stel­len im Stadt­ge­biet zu und kann so lan­ge mit­fah­ren, wie man will. An Se­hens­wür­dig­kei­ten steigt man aus und fährt dann mit dem nächs­ten Bus wie­der wei­ter. Am bes­ten sind na­tür­lich die Sit­ze oben ganz vor­ne.

Ich will Sel­fies ma­chen!

So be­wegt man Te­enager zum Be­such im Lou­vre: Ein Sel­fie mit der be­rühm­tes­ten Frau der abend­län­di­schen Kunst­ge­schich­te wol­len sie na­tür­lich al­le. Dass das Ge- drän­ge vor der weit­räu­mig ab­ge­sperr­ten Mo­na Li­sa das Fo­to am En­de lei­der ver­hin­dert, ist dann nicht zu än­dern. Für die El­tern zählt: Nun hat man sie drin­nen, und nun kann man sie auch noch an an­de­ren Hö­he­punk­ten der Kunst vor­bei­sch­leu­sen. Wenn man Glück hat, kommt so­gar: «Das da vor­ne fin­de ich ei­gent­lich viel schö­ner als die­se Li­sa!» Und schon hat die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Hoch­kul­tur be­gon­nen. Und wer sich für die Kunst über­haupt nicht er­wär­men kann, der fin­det vi­el­leicht Ge­fal­len am ge­bäu­de, han­delt es sich doch um die ehe­ma­li­ge Re­si­denz der fran­zö­si­schen Kö­ni­ge.

Schön gru­se­lig: Schä­del und Kno­chen von Mil­lio­nen Men­schen sind in den Ka­ta­kom­ben von Pa­ris ge­sta­pelt und las­sen Be­su­cher schau­dern.

Fo­to: mag

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