Je­de Men­ge Lehr­geld be­zahlt

Tisch­ten­nis: Glück­li­cher Klas­sen­er­halt für den ASV Grün­wet­ters­bach

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ste­fan Fuchs

Kei­ne Fra­ge: Es war ei­ne ent­täu­schen­de Sai­son für den ASV Grün­wet­ters­bach. Nur ma­ge­re drei Sie­ge konn­te der Auf­stei­ger in der Tisch­ten­nis-Bun­des­li­ga in der ge­ra­de ab­ge­lau­fe­nen Sai­son auf sei­nem Kon­to ver­bu­chen. Gleich 15-mal hat­te das jun­ge Team um Jo­ao Ge­ral­do, Al­va­ro Ro­bles, Sa­mu­el Wal­ker und Jan Zi­brat das Nach­se­hen und lan­de­te hart auf dem Bo­den der Tat­sa­chen. „Der Sprung von der zwei­ten in die ers­te Li­ga ist halt enorm“, räumt ASVAb­tei­lungs­lei­ter Ar­min Frei­bur­ger ein. Auch des­we­gen ha­be man reich­lich Lehr­geld be­zahlt. Das Po­si­ti­ve: Selbst als Ta­bel­len­letz­ter blei­ben die Grün­wet­ters­ba­cher erst­klas­sig, weil kein Ver­ein aus der zwei­ten Bun­des­li­ga auf­stei­gen möch­te. Ei­ne Chan­ce, die der ASV jetzt un­be­dingt nut­zen möch­te, um sich dau­er­haft in der Eli­te­li­ga zu hal­ten. „ Al­lein schon un­se­rem Pu­bli­kum sind wir das schul­dig“, sagt Frei­bur­ger, der sich trotz der sport­li­chen Mi­se­re über ein zu­meist gut ge­füll­tes ASV-Leis­tungs­zen­trum freu­en durf­te. Dass Tisch­ten­nis auf Top-Ni­veau beim klei­nen Dorf­ver­ein ein Zu­schau­er­ma­gnet ist, zeig­te spe­zi­ell das Sai­son­fi­na­le ge­gen Re­kord­meis­ter Borussia Düsseldorf, das mit 0:3 ver­lo­ren ging. Bis auf den letz­ten Steh- platz war die Hal­le mit et­wa 500 Fans aus­ver­kauft, als Su­per­star Ti­mo Boll sein Kön­nen zeig­te und Ap­pe­tit auf mehr mach­te. Bis da­hin gilt es beim Ta­bel­len­schluss­licht aber auch, die La­ge kri­tisch zu be­wer­ten und Din­ge auf­zu­ar­bei­ten. „ Als Sai­son­ziel ha­ben wir uns Platz zehn vor­ge­nom­men und sind bö­se ab­ge­stürzt“, hält Frei­bur­ger den Fin­ger in die Wun­de. Ge­lernt ha­be er vor al­lem ei- nes: „Je­des Bun­des­li­ga-Team braucht ei­ne star­ke Num­mer eins, al­lein mit Durch­schnitt kommt man nicht wei­ter.“Die­ses Man­ko hat der Ab­tei­lungs­lei­ter schon En­de Ja­nu­ar kor­ri­giert und mit dem Ja­pa­ner Ma­sa­ta­ka Mo­ri­zo­no ei­nen Welt­klas­se­spie­ler ver­pflich­tet. Ver­stär­ken wird das ASV-Team künf­tig auch Dang Qiu (TTC Ober-Er­len­bach). Den ehe­ma­li­gen Fri­cken­hau­se­ner kennt man im Karls­ru­her Stadt­teil noch aus Zweit­li­ga-Zei­ten. Gro­ße Stü­cke hält Frei­bur­ger auf den 20jäh­ri­gen Ja­pa­ner Mo­ri­zo­no , der aktuell auf Welt­rang­lis­ten­po­si­ti­on 29 ge­führt wird und es kürz­lich bei den Ka­tar Open bis ins Dop­pel-Halb­fi­na­le ge­schafft hat. „Er ist ein Kämp­fer und lässt im Ge­gen­satz zu vie­len Asia­ten auch sei­ne Emo­tio­nen raus“, schwärmt Frei­bur­ger vom neu­en Hoff­nungs­trä­ger. „Mo­ri­zo­no ist ein Sie­ger-Typ, der ei­ne Mann­schaft mit­rei­ßen kann. Das hat uns bis­her ge­fehlt.“ Jo­ao Ge­ral­do konn­te die­se Er­war­tun­gen in Grün­wet­ters­bach nicht er­fül­len. Der jun­ge Por­tu­gie­se ge­wann nur fünf sei­ner 20 Bun­des­li­ga-Par­ti­en und wech­selt nun zum Ri­va­len Och­sen­hau­sen. „Trotz­dem ha­ben sich al­le un­se­re jun­gen Spie­ler wei­ter­ent­wi­ckelt. Nur die Er­geb­nis­se stimm­ten noch nicht“, bi­lan­ziert ASV-Trai­ner Ra­de Mar­ko­vic und schreibt das vor al­lem der man­geln­den Er­fah­rung zu. Doch Aus­re­den su­chen sei­ne Schütz­lin­ge nicht. „Die Sai­son in der TTBL ist lang und an­stren­gend, weil man im­mer hun­dert Pro­zent ge­ben muss. Das wis­sen wir jetzt“, be­kennt Sa­mu­el Wal­ker. Ge­nau­so wie Al­va­ro Ro­bles (Spa­ni­en) darf sich der En­g­län­der noch Hoff­nun­gen auf die Olym­pi­schen Spie­le in Rio ma­chen. „Wir ha­ben mit Glück die Klas­se gehalten und dür­fen es nicht noch ein­mal ver­mas­seln“, be­tont Ro­bles und ver­spricht: „Un­ser Team wird in der neu­en Sai­son kon­kur­renz­fä­hi­ger sein.“

Ho­he Er­war­tun­gen an Neu­zu­gang Mo­ri­zo­no

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