Buch-Tipps

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sonntagskinder -

Lu­lu spart auf neue In­line­skates. Da kommt Pa­pas An­ge­bot, ihr Ta­schen­geld zu er­hö­hen, ge­nau rich­tig: Lu­lu muss nichts wei­ter da­für tun, als ei­nen Nach­mit­tag pro Wo­che auf Uro­ma Hil­de auf­zu­pas­sen. Das ist leicht, fin­det Lu­lu. Denn Hil­de ist 97 Jah­re alt und meist zu Hau­se. Dass sie schnell mü­de wird und so­gar mit­ten im Ge­spräch ein­schläft, är­gert das Mäd­chen dann aber doch. Denn die Uro­ma ist ei­ne groß­ar­ti­ge Ge­schich­ten­er­zäh­le­rin. Als Lu­lu hört, dass Hil­de frü­her ge­nau­so ger­ne Schlitt­schuh ge­fah­ren ist wie ih­re Uren­ke­lin in­li­nert, schmie­den bei­de ei­nen Plan: hin­aus aufs Eis! Au­to­rin An­ge­li­ka Glitz schreibt über ei­ne Er­fah­rung, die al­le Fa­mi­li­en ma­chen: Wenn die Groß­el­tern oder Ur­groß­el­tern von frü­her er­zäh­len, hö­ren die Kin­der oft weg, weil sie kei­ne Zeit ha­ben oder die Epi­so­den längst ken­nen. Lu­lu hat Zeit, sie hört zu und be­geg­net so dem Mäd­chen, das ih­re Uro­ma einst war. Ein schön er­zähl­tes Buch, das oh­ne er­ho­be­nen Zei­ge­fin­ger Re­spekt vorm Al­ter ver­mit­telt und die deut­sche Ge­schich­te er­leb­bar macht. An­ge­li­ka Glitz, Der Him­mel kommt spä­ter, S. Fi­scher Ver­lag, 240 Sei­ten ge­bun­den, 12,99 Eu­ro. Weil Vicki in Eng­lisch auf ei­ner Fünf steht, muss sie den För­der­kurs be­su­chen und sitzt dort ge­nervt mit den Idio­ten der An­ge­ber­band „Ma­jor Mal­func­tion“in ei­nem Klas­sen­zim­mer. Im­mer­hin fehlt Sän­ger Jay, er hat die Schu­le ge­schmis­sen. Vicki wird das Ge­fühl nicht los, dass sie schuld dar­an ist. Sie hat sei­ner Mut­ter ge­sagt, er hät­te ein Dro­gen­pro­blem. So ernst war das gar nicht ge­meint, Vicki woll­te Jay eins aus­wi­schen. Hat of­fen­bar ge­klappt. Sabine Scho­ders ers­tes Jugendbuch baut die Hand­lung nicht lang­sam auf, son­dern wirft den Le­ser mit­ten hin­ein: Weil die Zeit knapp ist. Vicki muss Jays Ver­schwin­den schnell auf­klä­ren. Das ge­lingt ihr, sein Ge­heim­nis lüf­tet sie aber erst am En­de des Bu­ches, als es fast zu spät ist. Der Na­me sei­ner Band „Ma­jor Mal­func­tion? (über­setzt: zen­tra­le Stö­rung) gibt ei­nen Hin­weis! Die tem­po­rei­che Er­zäh­lung „Lie­be ist was für Idio­ten. Wie mich“geht von Vicky auf Jay über. Ob­wohl Sabine Scho­der ei­ni­ge Fi­gu­ren wie Vi­ckis Va­ter et­was über­trie­ben dar­stellt, ist ihr De­büt ein tol­les Buch. Es ver­langt al­ler­dings ge­üb­te Le­ser, da es auch Dro­gen und Tod be­han­delt. Zum Teil er­in­nert die Ge­schich­te an John Gre­ens preis­ge­krön­tes Jugendbuch „Das Schick­sal ist ein mie­ser Ver­rä­ter“, hat aber ein glück­li­che­res En­de. Sabine Scho­der, „Lie­be ist was für Idio­ten. Wie mich“, S. Fi­scher, 352 Sei­ten bro­schiert, 12,99 Eu­ro. Als E-Book 10,99 Eu­ro.

Ab 14 Jah­re

Ab 11 Jah­re

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