„Das ist ei­ne schwe­re St­un­de“

Tris­tesse bei Ein­tracht Frank­furt nach dem 0:2 ge­gen 1899 Hof­fen­heim

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Nach dem Schluss­pfiff hör­te und fühl­te sich in Frank­furt schon vie­les an wie nach ei­nem Ab­stieg. Tau­sen­de Fans hat­ten das Sta­di­on be­reits nach dem ent­schei­den­den Ge­gen­tor zum 0:2(0:0)-End­stand ge­gen den di­rek­ten Kon­kur­ren­ten 1899 Hof­fen­heim ver­las­sen. Die, die ges­tern noch da blie­ben, wa­ren ent­we­der to­ten­still oder be­schimpf­ten die Mann­schaft. „Das ist ei­ne schwe­re St­un­de. Wir al­le kön­nen die Ta­bel­le le­sen“, sag­te Vor­stands­chef He­ri­bert Bruch­ha­gen. Die Ein­tracht bleibt nach dem ers­ten schwe­ren Rück­schlag un­ter dem neu­en Trai­ner Ni­ko Ko­vac Ta­bel­len­vor­letz­ter, der Rück­stand auf den ers­ten Nicht­ab­stiegs­platz wuchs auf drei Punk­te an. Der ein­zi­ge Frank­fur­ter, der nach den bei­den Jo­ker-To­ren von Na­diem Ami­ri (62.) und Mark Uth (90.) noch Zu­ver­sicht aus­zu­strah­len ver­such­te, war Ko­vac selbst. „Es ist noch nichts ver­lo­ren. Es wird bis zum letz­ten Spiel- tag ei­ne en­ge Sa­che blei­ben“, sag­te der Chef­coach. „Wir müs­sen die Mann­schaft wie­der auf­rich­ten und dür­fen den Kopf jetzt nicht in den Sand ste­cken. Ich ha­be im­mer noch den Gau­ben, dass wir es schaf­fen.“Die Hof­fen­hei­mer wa­ren nach die­sem so wich­ti­gen Sieg „sehr, sehr er­leich­tert“, so der ge­bür­ti­ge Frank­fur­ter und 1899-Ver­tei­di­ger Ni­k­las Sü­le. Die TSG ver­buch­te un­ter Trai­ner-No­vi­ze Ju­li­an Na­gels­mann im neun­ten Spiel be­reits den fünf­ten Sieg und hat nun als 14. vier Punk­te mehr als die Ein­tracht. „Im Ab­stiegs­kampf gibt es sol­che Spie­le – und ge­nau sol­che Spie­le muss man ge­win­nen“, mein­te Na­tio­nal­spie­ler und Ka­pi­tän Se­bas­ti­an Ru­dy. Hof­fen­heim be­gann ge­hemmt, die Ein­tracht sehr en­ga­giert – ei­ne spie­le­ri­sche Li­nie fan­den bei­de Teams lan­ge nicht. „Wir wa­ren heute nicht die zwei To­re bes­ser, sind aber trotz­dem glück­lich, dass wir ge­won­nen ha­ben“, sag­te Na­gels­mann. Der An­griff der Frank­fur­ter hat in den letz­ten acht Spie­len nur zwei Tref­fer zu­stan­de­ge­bracht. Der ver­letz­te Tor­jä­ger Alex­an­der Mei­er wird schmerz­lich ver­misst. Dies­mal durf­te Luc Cas­tai­gnos zu­nächst für Ha­ris Se­fe­ro­vic ran, bei­de blie­ben wir­kungs­los. Die Hof­fen­hei­mer zeig­ten vor 51 000 Zu­schau­ern lan­ge nichts von dem Schwung, den sie an­fangs un­ter ih­rem neu­en Chef­coach Na­gels­mann ent­facht hat­ten. Erst in der 34. Mi­nu­te hat­te And­rej Kra­ma­ric zwei gu­te Ein­schuss­mög­lich­kei­ten ge­gen Ein­tracht-Kee­per Lu­kas Hra­de­cky. Das mach­te die Frank­fur­ter mun­ter: So­wohl Cas­tai­gnos (36.) als auch Änis Ben-Ha­ti­ra (39.) schos­sen je­weils Schluss­mann Oli­ver Bau­mann an. Der Ex-Hof­fen­hei­mer Da­vid Abra­ham hät­te nach dem Wie­der­an­pfiff bei­na­he ju­beln dür­fen: Bei sei­nem Kopf­ball ret­te­te Je­re­my Tol­jan ge­ra­de noch auf der Tor­li­nie. U -21-Na­tio­nal­spie­ler Ami­ri zeig­te dann Kol­le­gen und Kon­tra­hen­ten, wie es geht: Erst nahm er Marc Sten­de­ra et­was rü­de den Ball ab, dann ließ der 19-Jäh­ri­ge mit ei­nem un­wi­der­steh­li­chen Spurt von der Mit­tel­li­nie die Frank­fur­ter ste­hen und schoss ins lin­ke Tor­eck ein. Nach ei­nem Kon­ter und ei­nem Feh­ler von Hra­de­cky mach­te der ein­ge­wech­sel­te Uth mit dem 2:0 al­les klar. So konn­te Na­gels­mann sei­ne Bi­lanz auf jetzt 17 Punk­te in neun Be­geg­nun­gen aus­bau­en.

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