Mi­ni­ma­lis­ten auf Re­kord­kurs

Bay­ern er­kämp­fen 3:1-Sieg beim VfB

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­co Ma­der

Pep Guar­dio­la ver­harr­te fast sto­isch auf sei­nem Platz, wäh­rend um ihn her­um Spie­ler und Trai­ner­stab den nächs­ten er­folg­rei­chen Zit­ter­schritt Rich­tung his­to­ri­scher vier­ter Meis­ter­schaft in Se­rie be­ju­bel­ten. Das oh­ne je­den Glanz hart er­ar­bei­te­te 3:1 (1:0) beim VfB Stutt­gart ge­nüg­te sei­nen ho­hen An­sprü­chen nicht. „Wir hat­ten gro­ße Pro­ble­me, gut an­zu­grei­fen“, sag­te der Coach von Bay­ern Mün­chen. Und zwar nicht zum ers­ten Mal in der ent­schei­den­den Pha­se beim Triple-Kampf. Vier Ta­ge vor dem Vier­tel­fi­nal-Rück­spiel in der Cham­pi­ons Le­ague bei Ben­fi­ca Lis­s­a­bon am Mitt­woch ver­brei­te­ten die Bay­ern in Schwa­ben we­nig Angst und Schre­cken. Nur Franck Ri­be­ry er­reich­te Nor­mal­form, das einst töd­li­che Duo Tho­mas Mül­ler und Ro­bert Le­wan­dow­ski blieb im drit­ten Spiel hin­ter­ein­an­der oh­ne Tref­fer. Erst ein Ei­gen­tor von Ge­org Nie­der­mei­er (31.), das sechs­te des VfB in die­ser Sai­son (Bun­des­li­gaRe­kord), brach­te die Münch­ner in die Spur. Und selbst als Da­vid Ala­ba (52.) er­höh­te, wa­ckel­te der Re­kord­meis­ter wei­ter – Da­ni­el Di­da­vi (63.) brach­te die un­be­que­men Stutt­gar­ter noch ein­mal her­an. Der ein­ge­wech­sel­te Dou­glas Cos­ta (89.) er­lös­te die Gäs­te vor 60 000 Zu­schau­ern in der aus­ver­kauf­ten Mer­ce­des-Benz Are­na spät. Nach zu­vor drei 1:0-Sie­gen, dar­un­ter das Hin­spiel ge­gen Ben­fi­ca, war es der nächs­te knap­pe Er­folg. Reicht das für höchs­te Wei­hen? „Die­se Dis­kus­si­on kann es ger­ne ge­ben“, sag­te Welt­meis­ter Tho­mas Mül­ler. Dass die Bay­ern nicht über­zeu­gen, aber Spiel für Spiel ge­win­nen, „zeugt von Ab­ge­zockt­heit und Cle­ver­ness, die gro­ßen Mann­schaf­ten so ger­ne nach­ge­sagt wer­den“, be­ton­te er: „Wir müs­sen die Ef­fi­zi­enz stei­gern, aber wir sind da auf ei­nem gu­ten Weg.“Vor­stands­chef Karl-Heinz Rum­me­nig­ge woll­te auch auf mehr­ma­li­ges Nach­fra­gen nichts vom Kri­sen­ge­re­de hö­ren. Auch der be­lei­dig­te „Krie­ger“Ar­turo Vi­dal ver­ha­gel­te den Bay­ern die Stim­mung nicht. Guar­dio­la hat­te den wil­den Chi­le­nen schon in der 27. Mi­nu­te run­ter­ge­nom­men, um ei­nen Platz­ver­weis zu ver­hin­dern. „Nein“, sag­te der Ka­ta­la­ne, er sei nicht ver­är­gert über den Hitz­kopf, der nach sei­ner Aus­wechs­lung ei­nen wei­ten Bo­gen um Guar­dio­la mach­te und sich bis zur Pau­se auf dem kal­ten Bo­den ne­ben der Bay­ern-Bank ab­kühl­te. Und die Stür­mer? „Ich muss ein­fach wei­ter kämp­fen“, sag­te Le­wan­dow­ski, und lag da­mit auf der Li­nie von Rum­me­nig­ge. Wei­ter­ma­chen muss auch der VfB – fünf Punk­te Vor­sprung auf Re­le­ga­ti­ons­platz 16 sind kein be­ru­hi­gen­des Pols­ter. „Wir sind in ei­ner Po­si­ti­on, in der wir nicht auf an­de­re schau­en müs­sen“, be­ton­te Sport­vor­stand Ro­bin Dutt zwar mit Blick auf die Du­el­le mit di­rek­ten Kon­tra­hen­ten wie Augs­burg und Bre­men. „Aber“, mein­te er, „wir müs­sen noch punk­ten, klar.“Und das wird an­ge­sichts der an­ge­spann­ten Per­so­nal­la­ge nicht ein­fa­cher.

Das 2:0 für die Li­li­en – Je­ro­me Gon­dorf ließ HSV-Kee­per Re­né Ad­ler kei­ne Chan­ce. Der An­schluss­tref­fer zum 1:2 durch Le­wis Holt­by in der Nach­spiel­zeit kam zu spät für die Gast­ge­ber. Fo­to: avs

Er­lö­sung für die Bay­ern: Da­vid Ala­ba (links) fei­ert Jo­ker Dou­glas Cos­ta, der zum 3:1 traf. Fo­to: avs

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