Dämp­fer für die Her­tha

Mu­ti­ges Schluss­licht Han­no­ver 96 holt 2:2-Un­ent­schie­den in Ber­lin

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Von gro­ßem Wert war die Punk­te­tei­lung für keins der bei­den Teams. Den­noch ver­such­ten Her­tha BSC und Han­no­ver 96 das 2:2 po­si­tiv zu be­trach­ten. „Ich wer­te das Re­mis als Punkt­ge­winn für uns“, sag­te Ma­na­ger Micha­el Preetz vom Ber­li­ner Cham­pi­ons-Le­ague-Aspi­ran­ten. Da­ni­el Sten­del, der sein Trai­ner-De­büt beim wahr­schein­li­chen Ab­stei­ger gab, freu­te sich, „dass wir mu­tig nach vor­ne ge­spielt, Lei­den­schaft ge­zeigt und uns mit dem Punkt be­lohnt ha­ben“. Die Rea­li­tät sieht nicht so er­freu­lich aus. Auch wenn die Ver­ant­wort­li­chen der Her­tha un­gern über das The­ma Cham­pi­ons Le­ague re­den – die Am­bi­tio­nen des Haupt­stadt­clubs auf Eu­ro­pas höchs­te Klas­se ha­ben nach dem 0:5 in Mön­chen­glad­bach durch das Re­mis ge­gen das Schluss­licht ei­nen wei­te­ren Dämp­fer er­hal­ten – auch wenn die Ber­li­ner jetzt seit zehn Heim­spie­len un­be­siegt sind. Und Han­no­ver hät­te de­fi­ni­tiv ge­win­nen müs­sen, um die mi­ni­ma­le, theo­re­ti­sche Chan­ce auf den Klas­sen­er­halt zu wah­ren. So könn­te even­tu­ell schon am nächs­ten Spiel­tag der Ab­stieg für die Nie­der­sach­sen fix sein. Na­tio­nal­tor­wart Ron-Ro­bert Zie­ler woll­te da­ran kei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­den. Er freu­te sich viel­mehr über den kur­zen Mo­ment der Zu­nei­gung der Fans nach dem Spiel. „Das ist de­fi­ni­tiv mal ein schö­nes Ge­fühl, in die Kur­ve zu ge­hen und nicht be­schimpft zu wer­den.“Hert­has Links­ver­tei­di­ger Mar­vin Plat­ten­hardt woll­te sich an­ders als Ma­na­ger Preetz nicht mit dem Re­mis an­freun­den: „Na­tür­lich sind wir ent­täuscht, wir woll­ten die drei Punk­te ho­len.“Den Ber­li­nern scheint die Rol­le des Über­ra­schungs-Drit­ten im Sai­sonen­d­spurt nicht gut zu be­kom­men. Die Plei­te in Mön­chen­glad­bach und die Er­war­tungs­hal­tung schie­nen den Fast­ab­stei­ger der Vor­sai­son ge­gen das Schluss­licht zu hem­men. Zur Halb­zeit gab es gar Pfif­fe von ei­ni­gen der 45 229 Zu­schau­er im Olym­pia­sta­di­on. „Wir sind ein jun­ges Team. Die Si­tua­ti­on da oben be­las­tet die Jungs“, gab Her­tha-Trai­ner Pal Dar­dai zu. Und Preetz er­gänz­te: „Die Jungs kön­nen Zei­tung le­sen, und die Spie­le wer­den im­mer we­ni­ger.“Dar­dai warf sei­ner Mann­schaft vor, nach der Füh­rung durch Ve­dad Ibi­se­vic (3.) nicht cle­ver ge­nug ge­spielt zu ha­ben. „Wenn man zwei To­re schießt, muss man ge­win­nen. Ein Top-Team tut das.“Nach den Ge­gen­to­ren durch Ar­tur So­biech (18.) und Ma­nu­el Schmie­de­bach (58.) war Hert­has Re­kord­spie­ler froh, dass Sa­lo­mon Ka­lou (72.) noch das 2:2 ge­lang. „Wir ha­ben Glück ge­habt, wir hät­ten ver­lie­ren kön­nen.“

Gu­ter Ein­stand von In­te­rims­coach Sten­del

Fo­to: avs

Aus­gleich zum 1:1 für Han­no­ver 96: Tor­schüt­ze Ar­tur So­biech (links) ju­belt mit Noah-Jo­el Sar­an­ren-Ba­zee. Am En­de si­cher­te sich das Schluss­licht durch das 2:2-Un­ent­schie­den ei­nen Punkt in Ber­lin.

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