Gö­der will die 20 Me­ter kna­cken

St­ein­ba­cher Ku­gel­sto­ßer be­rei­tet sich der­zeit in­ten­siv auf die Frei­luft­sai­son vor

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ekart Kin­kel

Der April ist für Bo­do Gö­der ein über­aus wich­ti­ger Mo­nat. Weil der Ku­gel­sto­ßer des SR Yburg St­ein­bach in die­sem Mo­nat kei­nen Wett­kampf­ter­min im Ka­len­der ste­hen hat, kann er sich näm­lich voll und ganz auf die Vor­be­rei­tung für die kom­men­de Frei­luft­sai­son kon­zen­trie­ren. Das be­deu­tet meh­re­re Trai­nings­ein­hei­ten pro Wo­che und so­wohl im Kraft­raum als auch im Ku­gel­stoß­ring ist der 22-Jäh­ri­ge des­halb in die­sen Ta­gen Dau­er­gast. „Die Kraft­wer­te stim­men und sind bes­ser als je­mals zu­vor“, sagt Gö­ders Heim­trai­ner Herr­mann Oser, „jetzt muss er nur noch das Ku­gel­sto­ßen ler­nen“. Wenn al­les glatt läuft, soll Gö­der näm­lich bei den in­ter­na­tio­na­len Wer­fer­ta­gen am 21. und 22. Mai in Hal­le sei­nen ers­ten Frei­luft­wett­kampf ab­sol­vie­ren und nach Mög­lich­keit gleich mit ei­ner neu­en per­sön­li­chen Best­wei­te in die Sai­son ein­stei­gen. Sei­ne bis­he­ri­ge Best­leis­tung von 19,21 Me­tern hat Gö­der am 13. Ju­ni 2015 in Wetz­lar auf­ge­stellt und ei­gent­lich hat­te er da­mals schon die 19,50 Me­ter fest im Vi­sier. Doch aus­ge­rech­net beim Sai­son­hö­he­punkt, der U-23Eu­ro­pa­meis­ter­schaft am 12. Ju­li in Tal­lin, lan­de­te Gö­der krank­heits­ge­schwächt mit ent­täu­schen­den 18,74 Me­tern auf Rang acht. Zwei Wo­chen spä­ter hat­te sich der St­ein­ba­cher Leis­tungs­sport­ler zwar wie­der ge­fan­gen und mit 19,02 Me­ter hol­te er bei den deut­schen Meis­ter­schaf­ten hin­ter Welt­klas­se-Ku­gel­sto­ßer Da­vid Storl und Tobias Dahm die Bron­ze­me­dail­le, doch zum Sil­ber­rang fehl­ten stol­ze 81 Zen­ti­me­ter. „Mit der Plat­zie­rung wa­ren wir zu­frie­den, aber mit der Wei­te nicht“, lau­te­te da­mals Osers durch­aus kri­ti­sches Fa­zit und bei den deut­schen Hal­len­meis­ter­schaf­ten am 27. Fe­bru­ar in Leip­zig wie­der­hol­te sich die Ge­schich­te. Wie­der be­leg­te Gö­der Rang drei und ge­wann die Bron­ze­me­dail­le und wie­der blieb er mit 18,71 Me­tern weit hin­ter den ei­ge­nen Er­war­tun­gen zu­rück. „So rich­tig kön­nen wir uns den er­neu­ten Ein­bruch nicht er­klä­ren“, sagt Oser, denn mit ei­ner per­sön­li­chen Hal­len­best­wei­te von 18,97 Me­ter hat­te sein Schütz­ling bei den ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Hal­len­meis­ter­schaf­ten am 23. Ja­nu­ar in Karls­ru­he ei­gent­lich be­reits ei­ne sehr or­dent­li­che Leis­tung ab­ge­lie­fert. Schei­tert Bo­do Gö­der viel­leicht an den ei­ge­nen ho­hen Er­war­tun­gen? „Wenn die Ant­wort nur so ein­fach wä­re“; sagt Oser, „dann wä­ren wir ei­nen Schritt wei­ter“. So wird eben der­zeit täg­lich an der Fein­ab­stim­mung ge­ar­bei­tet und die Tech­nik wei­ter ver­fei­nert.

Ers­ter Wett­kampf im Mai in Hal­le ge­plant Qua­li­fi­ka­ti­on für EM in Ams­ter­dam ist das Ziel

Oh­ne sei­ne „ex­zel­len­te Tech­nik“hät­te der für ei­nen Ku­gel­sto­ßer mit 1,85 Me­tern recht klein ge­wach­se­ne Gö­der laut Oser oh­ne­hin nie­mals in die er­wei­ter­te Welt­spit­ze vor­sto­ßen kön­nen. Nun will sich der St­ein­ba­cher aber zu­nächst ein­mal sei­nen Platz un­ter den deut­schen Top-Ath­le­ten si­chern und durch ei­nen Platz auf dem Trepp­chen bei den deut­schen Meis­ter­schaf­ten Mit­te Ju­ni in Kas­sel für die Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten in Ams­ter­dam qua­li­fi­zie­ren. Storl und Dahm sind der­zeit noch ei­ne Klas­se für sich, weiß Oser, aber wenn Gö­der kon­stant über 19,50 Me­ter sto­ße, kön­ne er zu­min­dest die Kon­kur­renz um Rang drei in Schach hal­ten. „Und mit ein biss­chen Selbst­ver­trau­en knackt Bo­do in die­sem Jahr auch die 20-Me­ter-Mar­ke“, pro­gnos­ti­ziert Oser. An die Olym­pi­schen Som­mer­spie­le ver­schwen­det Oser da­ge­gen kei­nen Ge­dan­ken, denn da­für braucht es kon­stan­te Stö­ße über 20,50 Me­ter.

Bei den ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Hal­len­meis­ter­schaf­ten in Karls­ru­he er­ziel­te Bo­do Gö­der mit 18,97 Me­ter ei­ne per­sön­li­che Hal­len­best­wei­te. Im Frei­en will er noch ei­ne „Schip­pe“drauf­le­gen. Fo­to: Wohl­mann­stet­ter

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