Die Spar­gel-Fest­spie­le

Fo­li­en auf für die Sai­son des wei­ßen Gol­des

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Das ed­le Ge­mü­se gibt’s in der ober­rhei­ni­schen Tief­ebe­ne meist gleich ne­ben­an. Sei­ner be­son­de­ren Spar­gelt­ra­di­ti­on rühmt sich Sch­wet­zin­gen.

Bei der Ver­mark­tung von Spar­gel hat die OGA Bruch­sal ei­ne Füh­rungs­po­si­ti­on in Deutsch­land. Vie­le Er­zeu­ger aus Ba­den lie­fern dort­hin den Bleichspar­gel, zum ge­rin­gen Teil auch Grün­spar­gel. Und von Bruch­sal aus geht das hei­mi­sche Pro­dukt an die Ver­käu­fer oder Gas­tro­no­men. Sch­wet­zin­ger Spar­gel kann dar­un­ter sein, aber von der Men­ge spie­len die Äcker rund um die Stadt heute ei­ne ge­rin­ge­re Rol­le. Um­so grö­ßer sind Ruf und Tra­di­ti­on des Sch­wet­zin­ger Spar­gels. Dort, am Kur­pfäl­zer Jagd­schloss, be­gann man in ba­ro­cker Zeit nach fran­zö­si­schen Vorbild die ka­lo­ri­en­ar­me Spe­zia­li­tät mit dem mar­kan­ten Ge­schmack für den Adel an­zu­bau­en. Erst vor rund 150 Jah­ren ent­deck­ten die Bür­ger das fei­ne Sai­son­pro­dukt. Es brach­te gu­tes Geld beim Ver­kauf auf Märk­ten. „Öko­nom und Un­ter­neh­mer Max Bas­ser­mann war hier der ers­te, der ab 1871 Spar­gel­kul­tu­ren groß­flä­chig an­legt“, be­rich­tet Joa­chim Kre­sin, zu­stän­dig bei der Stadt­ver­wal­tung Sch­wet­zin­gen für das Ar­chiv. Max Bas­ser­mann grün­de­te 1871 ei­ne Kon­ser­ven­fa­brik. Sie be­stand bis 1969 und wur­de dann mit der Fir­ma „Son­nen“ver­ei­nigt. „Son­nen Bas­ser­mann“ist ei­ne be­kann­te Le­bens­mit­tel­mar­ke der nie­der­län­di­schen Fir­ma Struik Foods Eu­ro­pe. Joa­chim Kre­sin hat ge­ra­de in ei­nem Heft der „Ba­di­schen Hei­mat“den fast ver­ges­se­nen Sch­wet­zin­ger Spar­gel­pio­nier Gus­tav Adolph Un­selt (1866 bis 1924) ge­wür­digt, der er­trag­rei­che Sor­ten züch­te­te. Sein Wir­ken war so er­folg­reich, dass nach 1920 drei Vier­tel des ba­di­schen Spar­gels aus Sch­wet­zin­gen ka­men. Das be­grün­de­te den an­hal­ten­den Ruf der Stadt. Da­mals wur­den die mor­gens ge­sto­che­nen Stan­gen so­fort zum Mann­hei­mer Flug­ha­fen ge­bracht, da­mit sie mit­tags in Ber­li­ner Lo­ka­len ser­viert wer­den konn­ten.

Fo­to: Alà­b­i­so/Mon­ta­ge SO

Fo­to: Stadt­ar­chiv Sch­wet­zin­gen, Nach­lass Au­gust Koob

Da wur­de im Schloss­gar­ten Sch­wet­zin­gen noch Spar­gel ge­sto­chen: Hier ei­ne Auf­nah­me aus dem Jahr 1921 bei der Oran­ge­rie.

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