Ros­berg nutzt Chan­ce ef­fek­tiv

For­mel 1: Der deut­sche „Sil­ber­pfeil“pro­fi­tiert von Ha­mil­tons Pech

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Kris­tof Stühm

Ni­co Ros­berg blick­te nach sei­ner Ga­la­Vor­stel­lung grim­mig-ent­schlos­sen drein. Die Po­le Po­si­ti­on zum Gro­ßen Preis von Chi­na (heu­te, 8 Uhr MESZ/RTL) sei zwar ei­ne „coo­le Sa­che“, sag­te der Mer­ce­des­S­tar nach dem Qua­li­fy­ing – doch die Punk­te wer­den eben erst im Ren­nen ver­ge­ben. Und in dem will der Wies­ba­de­ner mit dem drit­ten Sieg im drit­ten Ren­nen der Sai­son un­be­dingt sei­nen Vor­sprung im Kampf um den Ti­tel aus­bau­en. Aus­ge­rech­net sei­ne ärgs­ten Ri­va­len, Welt­meis­ter Le­wis Ha­mil­ton und Fer­ra­ri-Star Se­bas­ti­an Vet­tel, eb­ne­ten Ros­berg in Shang­hai den Weg da­für. Vet­tel patz­te, als es dar­auf an­kam, und geht nur als Vier­ter ins Ren­nen. Ha­mil­ton star­tet so­gar nur als Letz­ter – un­ver­schul­det. Der Mo­tor in sei­nem Sil­ber­pfeil streik­te, und so schaff­te der En­g­län­der kei­ne ge­zei­te­te Run­de.

Heu­te, 8 Uhr: Gro­ßer Preis von Chi­na

In ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Qua­li­fy­ing, das nach dem al­ten Mus­ter aus­ge­tra­gen wur­de, ver­wies Ros­berg mit sei­ner 23. Kar­rie­re-Po­le Da­ni­el Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en/Red Bull) so­wie Vet­tels Team­kol­le­gen Ki­mi Räik­kö­nen auf die Plät­ze. „Das war si­cher nicht mei­ne bes­te schnel­le Run­de des Jah­res, da gab es bes­se­re“, sag­te ein selbst­kri­ti­scher Vet­tel, der ei­ne bes­se­re Po­si­ti­on mit ei­nem Feh­ler ver­schenk­te: „Es war vi­el­leicht nicht so schlau, los­zu­le­gen wie ein Stier, das war ein biss­chen über­mü­tig. Ich ha­be mir das Le­ben sel­ber schwer ge­macht.“Er sei aber „zu­ver­sicht­lich für das Ren­nen“. Al­ler­dings geht Vet­tel mit ei­nem stra­te­gi­schen Han­di­cap in den Show­down. Der Hep­pen­hei­mer muss mit su­per­wei­chen Rei­fen los­fah­ren, Ros­berg darf mit den Sof­tP­neus star­ten. „Das ist gut und gibt uns ei­ni­ge Mög­lich­kei­ten“, sag­te der Wies­ba­de­ner. Ver­lie­rer des Tages war Ha­mil­ton. Weil im Hy­brid-An­trieb sei­nes Sil­ber­pfeils das Ener­gie­rück­ge­win­nungs­sys­tem nicht funk­tio­nier­te, blieb er oh­ne ge­zei­te­te Run­de. Der Su­per­star geht da­mit als Letz­ter ins Ren­nen. „Ich ha­be das Pro­blem so­fort ge­merkt, als ich auf der Stre­cke war“, sag­te Ha­mil­ton, der be­reits 17 Punk­te Rück­stand auf Ros­berg hat: „Es ist aber wir müs­sen das Bes­te dar­aus ma­chen.“In Un­garn 2014 war er aus der Bo­xen­gas­se ge­star­tet und noch auf dem Po­di­um ge­lan­det: „Das wird hier nicht so ein­fach, die Stre­cke ist sehr schnell. Ich wer­de aber al­les tun, was ich kann.“Auch für Ni­co Hül­ken­berg und Pas­cal Wehr­lein war das Qua­li­fy­ing jäh be­en­det. An Hül­ken­bergs Force In­dia lös­te sich wäh­rend der zwei­ten Ses­si­on plötz­lich das lin­ke Vor­der­rad. Der 28-Jäh­ri­ge war zu­vor die zehnt­bes­te Zeit ge­fah­ren, wur­de aber von den Renn­kom­mis­sa­ren we­gen des Zwi­schen­falls auf Platz 13 zu­rück­ver­setzt. Für Roo­kie Wehr­lein war schon in der ers­ten Run­de Schluss. Der 21Jäh­ri­ge rutsch­te auf Slicks im Start-Ziel­Be­reich in ei­ner Pfüt­ze aus und be­schä­dig­te da­bei sei­nen Ma­nor – er star­tet als Vor­letz­ter. An der Stel­le sei­nes Mal­heurs be­fin­det sich auch noch ei­ne Bo­den­wel­le. „Es gab nichts, was ich hät­te tun kön­nen“, sag­te Wehr­lein. Auf Druck der Fah­rer und Teams wur­de in Shang­hai der Kampf um die Po­le wie­der nach dem al­ten Mo­dus aus­ge­fah­ren. An­fang der Wo­che hat­te der Wel­trat des Welt­ver­ban­des FIA das zu­vor in Aus­tra­li­en und Ba­h­un­glück­lich, rain an­ge­wand­te und we­nig er­folg­rei­che Aus­schei­dungs­ren­nen wie­der ge­kippt. „Es ist un­glaub­lich, aber es ist tat­säch­lich Ver­nunft ein­ge­kehrt in der For­mel 1“, sag­te Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff. Für den Ös­ter­rei­cher ist Ros­berg nach sei­nen sai­son­über­grei­fend fünf Sie­gen in Se­rie auch heu­te der Mann, den es zu schla­gen gilt. „Ni­co hat auf den Punkt sei­ne Leis­tung ge­bracht“, sag­te Wolff: „Na­tür­lich hat er auch ein biss­chen von Se­bas­ti­ans Feh­ler pro­fi­tiert, aber das war schon ei­ne Mons­ter­run­de von ihm.“

Auf dem Weg zur Po­le Po­si­ti­on: Ni­co Ros­berg star­tet beim Gro­ßen Preis von Chi­na in Shang­hai heu­te vom ers­ten Platz. Se­bas­ti­an Vet­tel patz­te nach star­ken Trai­nings­zei­ten in der ent­schei­den­den Pha­se der Qua­li­fi­ka­ti­on und wur­de nur Vier­ter, Le­wis Ha­mil­ton muss heu­te vom letz­ten Platz ins Ren­nen ge­hen. Foto: avs

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