Rei­se­mo­sa­ik

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Mag

Im Fe­ri­en­haus dre­hen Ur­lau­ber am bes­ten für ei­ni­ge Mi­nu­ten die Häh­ne auf und las­sen hei­ßes Was­ser durch die Lei­tun­gen flie­ßen. Denn steht Was­ser län­ger un­ge­nutzt in den Roh­ren, kön­nen sich da­rin Le­gio­nel­len­bak­te­ri­en ver­brei­ten. Und das kann zum Bei­spiel in Fe­ri­en­woh­nun­gen der Fall sein oder auch zu Hau­se wäh­rend ei­nes Ur­laubs, er­klärt der TÜV. Wer län­ger ver­reist, kann das Ri­si­ko mi­ni­mie­ren, in­dem er Be­kann­te bit­tet, al­le drei Ta­ge das Was­ser lau­fen zu las­sen. So tauscht es sich in den Lei­tun­gen aus, und ei­ne In­fek­ti­on wird un­wahr­schein­li­cher. Bei Rei­sen von mehr als vier Wo­chen emp­fiehlt der TÜV Nord, den Haupt­hahn kom­plett zu­zu­dre­hen. Aber auch dann soll­te man die Lei­tun­gen nach der Rück­kehr noch ei­ni­ge Mi­nu­ten lang spü­len. Le­gio­nel­len sind Bak­te­ri­en, die in war­mem und ste­hen­dem Süß­was­ser ge­dei­hen. Sie ver­meh­ren sich ab et­wa 20 bis 25 Grad Was­ser­tem­pe­ra­tur. At­met man sie mit dem Was­ser­staub et­wa in der Du­sche ein, kön­nen sie die Le­gio­närs­krank­heit aus­lö­sen. Das ist ei­ne Lun­gen­ent­zün­dung mit grip­pear­ti­gen Sym­pto­men, die töd­lich ver­lau­fen kann. In Bre­men wa­ren seit Mit­te Fe­bru­ar meh­re­ren Men­schen dar­an er­krankt, ein 84-jäh­ri­ger Mann starb. Die Bak­te­ri­en ster­ben bei Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren von 60 Grad aber ab, wes­halb das Durch­spü­len der Lei­tun­gen mit hei­ßem Was­ser hilft.

In der Nä­he von Ut­recht gibt es ein neu­es Mu­se­um, das sich der hol­län­di­schen Was­ser­li­nie wid­met. Die­se dien­te von 1589 an da­zu, die Nie­der­lan­de in Kriegs­zei­ten vor An­grif­fen zu schüt­zen. Das Ver­tei­di­gungs­kon­zept sah vor, be­stimm­te Ge­bie­te ge­zielt un­ter Was­ser zu set­zen. Das „Wa­ter­li­nie­mu­se­um Fort“do­ku­men­tiert Bau, Ge­schich­te und Funk­ti­on des Bau­werks mit ei­nem 50 Me­ter lan­gen Mo­dell, teil­te das Nie­der­län­di­sche Bü­ro für Tou­ris­mus mit. Be­su­cher kön­nen mit Vir­tualRea­li­ty-Bril­len auch über die Was­ser­li­nie flie­gen.

Deutsch­lands größ­ter Tauch­turm ent­steht in Wa­ren an der Mü­ritz. Der 35 Me­ter ho­he „Aqua Re­gia Park“soll mit ei­nem 140-Zim­mer-Lu­xus­ho­tel, Ver­an­stal­tungs­zen­trum, Schwimm­bad so­wie The­ra­pie- und Well­ness­an­ge­bo­ten kom­bi­niert wer­den. En­de 2019 soll der Turm fer­tig sein. Die In­ves­to­ren kün­dig­ten den Bau­be­ginn für 2017 an. In Deutsch­land gibt es bis­her Tauch­tür­me mit bis zu 20 Me­tern Tie­fe. Der größ­te Turm steht in Sieg­burg in Nord­rheinWest­fa­len.

Ju­gend­her­ber­gen sind meist kei­ne Un­ter­künf­te für spon­ta­ne Bu­chun­gen – und vor al­lem in Groß­städ­ten sind sie meist zu je­der Jah­res­zeit be­liebt. Knut Din­ter vom Deut­schen Ju­gend­her­bergs­werk (DJH) emp­fiehlt, sich hier min­des­tens sechs bis acht Wo­chen vor der An­rei­se zu er­kun­di­gen. An­ders sieht es aus, wenn wäh­rend des ge­plan­ten Auf­ent­halts ei­ne Mes­se oder ein grö­ße­res Kon­zert an­steht: „Dann sind wir meist schon weit im Vor­aus aus­ge­bucht.“Auf der In­ter­net­sei­te des DJH kön­nen sich Rei­sen­de über freie Plät­ze in­for­mie­ren (www.ju­gend­her­ber­ge.de). Wich­tig ist, dass Rei­sen­de ei­nen DJHMit­glieds­aus­weis ha­ben, wenn sie in der Ju­gend­her­ber­ge über­nach­ten möch­ten. „Oh­ne den geht es nicht“, be­tont Din­ter. Für Mit­glie­der bis 26 Jah­re kos­tet die Mit­glied­schaft sie­ben Eu­ro im Jahr, ab 27 Jah­ren 22,50 Eu­ro. Fa­mi­li­en zah­len eben­falls 22,50 Eu­ro.

Sel­lin auf der In­sel Rü­gen wird noch at­trak­ti­ver: In dem Ort ent­steht ein Was­ser­wan­der­rast­platz mit 80 neu­en Lie­ge­plät­zen und ei­nem An­le­ger für Fahr­gast­schif­fe. Die Er­öff­nung der neu­en Ma­ri­na ist für 2018 ge­plant. Die Fahr­rin­ne, die den Sel­li­ner See mit dem Greifs­wal­der Bod­den ver­bin­det, wird für den tou­ris­ti­schen Schiffs­ver­kehr auf drei Ki­lo­me­tern Län­ge aus­ge­baut.

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