„Fei­er­ta­ge nach­ho­len“

Ar­beit­ge­ber hal­ten nichts von dem Po­li­ti­ker-Vor­schlag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Aus­ge­rech­net der 1. Mai, der Tag der Ar­beit, fällt die­ses Jahr auf ei­nen Sonn­tag. Für Ar­beit­neh­mer ist das ei­ne schlech­te Nach­richt – sie ha­ben ei­nen Fei­er­tag we­ni­ger. Nun wer­ben ei­ni­ge Po­li­ti­ker da­für, sol­che ent­gan­ge­nen frei­en Ta­ge künf­tig nach­zu­ho­len – so wie es auch in Bel­gi­en, Spa­ni­en oder Groß­bri­tan­ni­en üb­lich ist. Sa­bi­ne Zim­mer­mann von der Lin­ken sag­te der „Saar­brü­cker Zei­tung“: „Es kann nicht sein, dass den Ar­beit­ge­bern re­gel­mä­ßig zu­sätz­li­che Ar­beits­ta­ge ge­schenkt wer­den, die ei­gent­lich als be­zahl­te Fei­er­ta­ge den Be­schäf­tig­ten zu­ste­hen.“Auf­ge­schlos­sen zeig­te sich auch die SPD-Ar­beits­markt­po­li­ti­ke­rin Kat­ja Mast: „Das wä­re na­tür­lich ein Zei­chen zur Ent­las­zu­fäl­lig tung der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer.“Vor al­lem das „Nach­ho­len“des 1. Mai als frei­em Tag sei wün­schens­wert, sag­te die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen, Bea­te Mül­ler-Gem­me­ke. Ih­re Be­grün­dung: „Das hät­te Charme. Dann ha­ben Be­schäf­tig­te zum ei­nen Zeit für die Kund­ge­bung am Sonn­tag und kön­nen am frei­en Mon­tag ih­re Zeit der Fa­mi­lie wid­men.“Von den Ar­beit­ge­bern wur­de der Vor­schlag mit deut­lich we­ni­ger En­thu­si­as­mus quit­tiert. „Bei der Ge­samt­zahl der ar­beits­frei­en Ta­ge durch Ur­laub und Fei­er­ta­ge be­legt Deutsch­land oh­ne­hin ei­nen Spit­zen­platz im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich“, sag­te ein Spre­cher des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des BDA. Fal­le ein Fei­er­tag auf ei­nen Sonn­tag hät­ten al­le in­ter­es­sier­ten Be­schäf­tig­ten die Mög­lich­keit, den je­wei­li­gen An­lass wür­dig zu be­ge­hen. Für ei­ne Ver­schie­bung auf ei­nen Werk­tag ge­be es kei­nen Grund. Noch et­was dras­ti­scher drück­te es der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Uni­on-Bun­des­tags­frak­ti­on, Micha­el Fuchs, aus. Er sag­te: „Ich hal­te das für Blöd­sinn.“Die Deut­schen hät­ten so vie­le Fei­er­ta­ge. „Wenn dann mal ei­ner auf das Wo­che­n­en­de fällt, ist das bei durch­schnitt­lich 30 Ur­laubs­ta­gen im Jahr si­cher­lich zu ver­kraf­ten.“In Deutsch­land fal­len die­ses Jahr zwei ka­len­da­risch fest ge­bun­de­ne Fei­er­ta­ge auf ein Wo­che­n­en­de: der 1. Mai und der 25. De­zem­ber.

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