Hans Le­har: Der Spar­gel hält ihn sehr auf Tr­ab

Hans Le­har I Chef der OGA Bruch­sal

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Liebs­cher

Wäh­rend der Spar­gel­zeit ist der Sonn­tag meist ein Ar­beits­tag auch für den Chef. Er dreht dann kei­ne mor­gend­li­chen Jog­ging-Run­den zu Hau­se in Karls­ru­he an der Alb, son­dern läuft im­mer wie­der durch die Hal­len der OGA Bruch­sal. „Bei uns wer­den in der Haupt­sai­son bis zu 80000 Ki­lo Spar­gel pro Tag an­ge­lie­fert, ge­la­gert, ver­packt und an die gro­ßen Han­dels­ket­ten per Lkw wei­ter­ge­lie­fert“, er­zählt Hans Le­har beim Rund­gang durch die rie­si­gen„ Kühl­schrank hal­len“mit acht bis zehn Grad imB­ru ch sal er In du st rie­ge bie­tWest.Be triebs rund­gän­ge, Wa­re prü­fen, Ge­sprä­che füh­ren – das ge­hört für den Ge­schäfts­füh­rer des größ­ten ge­nos­sen­schaft­li­chen Spar­gel­markts Eu­ro­pas da­zu. Der 51- jäh­ri­ge Ma­na­ger sitzt nicht nur am Schreib­tisch im statt­li­chen, ge­ra­de ein Jahr al­ten Neu­bau. OGA steht für Obst-und Ge­mü­se ab­satz ge­nos­sen­schaft. Hier wer­den im Lau­fe des Jah­res noch Erd­bee­ren, Him­bee­ren, St­ein­obst Zu­cker­mais und wei­te­re Ge­mü­se­ar­ten um­ge­schla­gen. Spar­gel ma­chen von April bis Ju­ni im­mer­hin die Hälf­te des Jah­res­ge­schäfts aus. „Täg­lich muss die Markt­la­ge neu ein­ge­schätzt wer­den, wie sich die Ern­te ent­wi­ckelt und wie wir die Wa­re den gro­ßen Han­dels­kon­zer­nen an­bie­ten kön­nen“, sagt Le­har. Der Spar­gel wird nicht in Bruch­sal, aber in Dur­mers­heim, Wag­häu­sel, im Kraich­gau oder bei 30 an­de­ren gro­ßen Land­wirt­schafts­be­trie­ben – nicht nur in Ba­den – ge­sto­chen. Als „Deut­scher Spar­gel“mit dem Zu­satz auf den Ge­mü­se­kis­ten „… na­tür­lich vom Markt Bruch­sal“ge­lan­gen die blei­chen Stan­gen zu den Kun­den der Dis­coun­ter. Der deut­sche Spar­gel hat die aus­län­di­sche Kon­kur­renz ziem­lich ver­drängt. Die 75 Jah­re al­te OGA ver­kauf­te un­ter Le­hars Lei­tung im­mer mehr von dem Kult­ge­mü­se. Er selbst hat­te schon früh mit der Ver­mark­tung von frisch Geern­te­tem zu tun. Schließ­lich stammt er aus dem Him­beer­dorf Unzhurst. „Die El­tern bau­ten im Ne­ben­er­werb Obst an und wir Kin­der hal­fen früh mor­gens um fünf Uhr vor der Schu­le beim Him­beer­pflü­cken.“Wei­ter ver­bun­den ist der jet­zi­ge Karls­ru­her aus Grün­win­kel mit sei­ner al­ten Hei­mat, wo er Jahr­zehn­te beim VfB Unzhurst Fuß­ball spiel­te. Der ro­bus­te Ab­wehr­spie­ler war zu­dem im Vor­stand des Clubs. Die Lei­den­schaft für den Ball ver­erb­te er sei­nen bei­den Söh­nen. „Bei­de Jungs und die Toch­ter mö­gen den Spar­gel, den ich na­tür­lich oft mit­brin­ge. Ich selbst moch­te ihn nicht, als ich so jung war“, schmun­zelt der drah­ti­ge, im­mer ge­dank­lich und tat­säch­lich auf Tr­ab be­find­li­che Ge­schäfts­füh­rer. Bis die Ern­te­zeit im Herbst vor­bei ist, gilt für den Chef wie die 90 Mit­ar­bei­ter: Höchs­tens ei­ne Wo­che Ur­laub ist im Som­mer drin. In hei­ßen Pha­sen ver­stär­ken 60 bis 80 Aus­hil­fen das fes­te Team in den kühlen Hal­len. Auf den Kom­po­nis­ten Franz Lehár wird er oft an­ge­spro­chen. „Ich ha­be noch kei­ne Ah­nen­for­schung be­trie­ben, ob ei­ne Ver­wandt­schaft be­steht.“Trotz Wo­che­n­end­ar­beit für den Spar­gel ver­sucht er, Zeit frei­zu­hal­ten für die Fa­mi­lie. Da­mit ein Be­such beim KSC oder Un­ter­hal­tung im Kam­mer­thea­ter oder Toll­haus mög­lich sind.

Foto: Alà­b­i­so

Er führt den größ­ten ge­nos­sen­schaft­li­chen Spar­gel­markt Eu­ro­pas: Hans Le­har ist Chef der Bruch­sa­ler Ob­stund Ge­mü­se­ab­satz­ge­nos­sen­schaft (OGA). Hier be­fin­det er sich in der Ver­pa­ckungs­hal­le.

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