Den Ti­tel als Krö­nung

Eishockey: Mün­chens Ka­pi­tän mit 35 Jah­ren erst­mals Meis­ter

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Carsten Lap­pe

Die Fans des EHC München wuss­ten nach dem ers­ten Meis­ter­ti­tel der Club­ge­schich­te ganz ge­nau, bei wem sie sich be­dan­ken muss­ten. „Miiichi Wolf, Miiichi Wolf“, hall­te es noch an­dert­halb St­un­den nach dem Ti­tel­ge­winn der Deut­schen Eishockey Li­ga am spä­ten Frei­tag­abend durch die Wolfs­bur­ger Eis­hal­le. Im­mer wie­der muss­te der EHC-Ka­pi­tän nach der spä­ten Krö­nung sei­ner ein­drucks­vol­len Kar­rie­re die Ka­bi­nen­fei­er aufs Eis ver­le­gen. „Bes­ser spät Meis­ter als nie, sa­ge ich da“, be­fand Wolf nach dem 5:3 bei den Grizz­lys Wolfsburg, das ihn und den EHC erst­mals zum Meis­ter ge­macht hat­te. 35 Jah­re alt muss­te Wolf wer­den, da­mit der Ex-Na­tio­nal­mann­schafts­ka­pi­tän die­ses Ge­fühl er­le­ben durf­te. „Ins­ge­samt ist es schon ei­ne Rie­sen­last, die von ei­nem ab­fällt“, ge­stand Wolf, der sei­ne Emo­tio­nen aber noch nicht ein­ord­nen konn­te: „Ich glau­be, das dau­ert noch ein biss­chen, bis ich das rea­li­sie­re.“Sein Trai­ner Don Jack­son war an­ge­sichts des­sen gar zur Trä­nen ge­rührt. „Das wa­ren Trä­nen der Freu­de, ganz klar. Das ist sehr emo­tio­nal“, mein­te der US-Er­folgs­coach nach sei­nem sechs­ten DEL-Ti­tel: „Jungs zu se­hen, die zum ers­ten Mal ei­nen Ti­tel ho­len, das gibt dir ei­nen Thrill.“„Das war mit ein Grund, nach München zu ge­hen“, sag­te Wolf, der sich 2014 dem EHC an­ge­schlos­sen hat­te. Neun Jah­re lang hat­te sich der DELT­op­tor­jä­ger bei den Iser­lohn Roos­ters zwar wohl ge­fühlt, aber eben kei­ne rea­lis­ti­sche Chan­ce auf den Ti­tel ge­habt. Mit nun 278 Tref­fern ist Wolf ak­tu­el­ler DELRe­kord­tor­schüt­ze, auch beim vier­ten Sieg im vier­ten Fi­nal­spiel traf der Rou­ti­nier. Es war sein ach­tes Play-off-Tor, die Wahl zum bes­ten Spie­ler der Play-offs war da fast fol­ge­rich­tig. „Er macht je­de Mann­schaft bes­ser und ist ei­ne At­trak­ti­on zum An­schau­en“, sag­te DEB-Prä­si­dent Franz Reindl, der die Eh­rung noch vor dem Über­rei­chen des Meis­ter­po­kals vor­ge­nom­men hat­te. „Wir wol­len dem VfB den Zahn zie­hen. Un­ser Ziel ist das Triple und da­für wer­den wir ge­mein­sam mit un­se­ren Fans al­les ge­ben“, sagt da­ge­gen Ka­pi­tän Ro­bert Kromm. Die BR Vol­leys ha­ben in die­ser Sai­son be­reits den Po­kal und den CEV-Cup ge­won­nen. Für Mo­cu­les­cu, der zur kom­men­den Sai­son vom ak­tu­el­len Bun­des­trai­ner Vi­tal Heynen ab­ge­löst wird, en­det die Kar­rie­re stan­des­ge­mäß mit dem Du­ell der bei­den do­mi­nie­ren­den Teams im deut­schen Män­ner-Vol­ley­ball. In den ver­gan­ge­nen 18 Jah­ren ging der Ti­tel stets nach Fried­richs­ha­fen (13-mal) oder Berlin (5). Die Spie­le ge­gen Fried­richs­ha­fen sind das Salz in der Sup­pe und auch in die­ser Spiel­zeit et­was ganz Be­son­de­res“, so Kromm: „Ich freue mich, dass wir jetzt die Chan­ce be­kom­men, uns für die bit­te­re Nie­der­la­ge aus dem Vor­jahr zu re­van­chie­ren.“Der VfB hat­te sich 2015 im Fi­na­le mit 3:2 durch­ge­setzt. Auch dies­mal wird es wohl eng zu­ge­hen. „Bei dem Du­ell mit den Ber­li­nern ent­schei­den die klei­nen Din­ge“, sag­te VfB-Au­ßenAn­nah­me­spie­ler Björn An­drae: „Es gibt kei­nen Fa­vo­ri­ten, da hängt es von der Ta­ges­form ab.“

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