Traum vom „Fi­na­le de­hoim“

JC Ett­lin­gen: Pa­ler­mo op­ti­mis­tisch

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Al­f­re­do Pa­ler­mo hat ei­nen Traum: Der 73-Jäh­ri­ge „Ma­cher“des JC Ett­lin­gen möch­te mit sei­ner Mann­schaft am 29. Ok­to­ber das Fi­na­le um die deut­sche Ju­do­meis­ter­schaft be­strei­ten und das nach Mög­lich­keit in der hei­mi­schen Alb­gau­hal­le. Den An­trag auf Aus­rich­tung des so ge­nann­ten „Fi­nal Four“, bei dem die vier letz­ten Mann­schaf­ten um den Ti­tel kämp­fen, hat er beim Deut­schen Ju­do Bund ein­ge­reicht und hofft dar­auf, den Zu­schlag zu be­kom­men. Sport­lich müss­ten sei­ne Kämp­fer dann zu­min­dest – wie schon im Vor­jahr – wie­der das Halb­fi­na­le er­rei­chen, wo der JCE sei­ner­zeit am Gast­ge­ber Ess­lin­gen schei­ter­te, der am En­de hin­ter Groß­ha­dern Vi­ze­meis­ter wur­de. Der JCE be­leg­te zu­sam­men mit dem Ham­bur­ger JT am En­de Platz drei.

Mi­ni­mal­ziel ist der Ein­zug ins „Fi­nal Four“

Groß­ha­dern und Ess­lin­gen nennt Pa­ler­mo auch in der neu­en Sai­son als die Teams, die in der Süd­grup­pe der Ju­do-Bundesliga die stärks­ten Kon­kur­ren­ten sei­ner Mann­schaft sein dürf­ten. Aber auch Leip­zig ha­be sich gut ver­stärkt, so Pa­ler­mo, der als Nah­ziel zu­nächst ei­nen Platz un­ter den bes­ten Vier im Sü­den an­strebt. Wer aus dem Nor­den dann im Vier­tel­fi­na­le der Geg­ner sein wird, dar­über macht er sich noch kei­ne Ge­dan­ken. „Wir müs­sen in der Li­ga gut kämp­fen und dür­fen kei­nen Geg­ner un­ter­schät­zen. Aber wenn wir kom­plett sind, ha­ben wir die Ka­pa­zi­tät, um ganz vor­ne mit­zu­kämp­fen“, meint er und spricht da­von, dass „dann auch das Er­rei­chen des Fi­na­les nicht un­mög­lich ist“. Noch ist er da­bei, sei­nen Ka­der für den Li­ga­start zu­sam­men­zu­stel­len und da­bei setzt Pa­ler­mo auf sei­ne be­währ­te Trup­pe um Di­no Pfeif­fer, den am­tie­ren­den deut­schen Meis­ter in der 100kg-Klas­se, aber auch wie­der auf ei­ni­ge aus­län­di­sche To­p­ath­le­ten, die in vier von 14 Kämp­fen ein­ge­setzt wer­den dür­fen. Mit Mes­sie Katan­ga (+100 kg), Fe­rey-Mon­de­sir Me­wein (-90 kg) und So­fia­ne Mi­lous (-60 kg) ste­hen auch drei jun­ge Fran­zo­sen im Ka­der, die zum ers­ten Mal von ih­rem Ver­band für Kämp­fe im Aus­land frei­ge­ge­ben wur­den. „Das sind sehr star­ke, jun­ge Leu­te und die Rei­se­zeit von Pa­ris nach Karls­ru­he ist mit rund vier St­un­den re­la­tiv kurz. Da­durch sind die Kämp­fer nicht ewig un­ter­wegs, um zu uns zu kom­men“, meint Pa­ler­mo zum „fran­zö­si­schen Stand­ort­vor­teil“. Auch mit Hin­blick auf die Rei­se­kos­ten, wenn er Kämp­fer, wie die Ge­or­gi­er Le­van Tsik­lau­ri (-90 kg) oder Gior­gi Brolash­vili (-60 kg) ein­flie­gen lässt. Da­zu kom­men ei­ni­ge jun­ge deut­sche Nach­wuchsJu­do­ka, die suk­zes­si­ve in die Mann­schaft ein­ge­baut wer­den sol­len. Als „gu­ter Geist der Trup­pe“ist wei­ter Den­nis Huck da­bei, auch wenn der 33-Jäh­ri­ge wohl nicht mehr selbst auf der Ju­do­mat­te zu­gan­ge sein wird, aber „un­ser Ka­pi­tän bleibt“, wie Pa­ler­mo sagt. Nach ei­nem Trai­nings­la­ger in Si­zi­li­en be­rei­ten sich die Kämp­fer des JC Ett­lin­gen zur­zeit auf den Li­ga­start vor, der den JCE am kom­men­den Sams­tag, 30. April nach Er­lan­gen führt. Beim letzt­jäh­ri­gen Über­ra­schungs­Auf­stei­ger will Ett­lin­gen mit ei­nem Sieg in die Sai­son star­ten, um beim ers­ten Heim­kampf am 7. Mai in der Alb­gau­hal­le ge­gen den JC Leip­zig nach­zu­le­gen. Auch um Pa­ler­mos Traum vom „Fi­na­le de­hoim“wei­ter Nah­rung zu ge­ben.

„Le­ben­des In­ven­tar“: Di­no Pfeif­fer ge­hört auch in der am kom­men­den Wo­che­n­en­de be­gin­nen­den Sai­son zu den Leis­tungs­trä­ger des Ju­do-Bun­des­li­gis­ten JC Ett­lin­gen. Foto: GES/Hurst

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