Wenn Las­se und Ma­ja er­mit­teln

Ein In­ter­view mit dem er­folg­rei­chen Kin­der­buch­au­tor Mar­tin Wid­mark / Frü­her las er „Die un­end­li­che Ge­schich­te“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SONNTAGSKINDER - In­ter­view: Tan­ja Ka­sisch­ke

De­tek­tiv­se­ri­en für Kin­der gibt es vie­le, doch kei­ne ist ge­gen­wär­tig so er­folg­reich wie Mar­tin Wid­marks „De­tek­tiv­bü­ro Las­seMa­ja“. Die schwe­di­sche Kin­der­kri­mi­rei­he „De­tek­tiv­bü­ro Las­seMa­ja“zählt zu den Fa­vo­ri­ten jun­ger Le­ser. Die Freun­de Las­se und Ma­ja er­mit­teln im­mer an ei­nem an­de­ren Ort: Im Fuß­ball­sta­di­on, im Schwimm­bad, in der Bi­b­lio­thek. Au­tor Mar­tin Wid­mark (55) ver­riet im In­ter­view, war­um das so ist. Und wel­chen Buch­hel­den er als Kind ver­ehr­te.

Herr Wid­mark, Sie schrei­ben die er­folg­rei­chen De­tek­tiv­ge­schich­ten von Las­se und Ma­ja. Wo­her kom­men Ih­re gu­ten Ein­fäl­le?

Mar­tin Wid­mark: Ich be­gin­ne da­mit, dass ich den Ort fest­le­ge, an dem ein neu­er Fall spielt. Zum Bei­spiel im Schmuck­ge­schäft. Als nächs­tes stel­le ich mir die be­tei­lig­ten Per­so­nen vor und was sie ma­chen. Zum Bei­spiel ei­ne Frau, die ei­nen Dia­mant­ring stiehlt. War­um macht sie das? Weil sie Schul­den hat und Angst, dass sie des­halb ihr Haus ver­kau­fen muss. Die Tä­te­rin braucht ja ein Mo­tiv. Das heißt, Sie be­stim­men nicht gleich am An­fang, wer der Bö­se­wicht ist? Mar­tin Wid­mark: Nein, das er­gibt sich.

Wel­che Ih­rer Haupt­fi­gu­ren ha­ben Sie zu­erst er­fun­den, Las­se oder Ma­ja?

Mar­tin Wid­mark: Bei­de! Ich über­le­ge mir zu­erst, was der De­tek­tiv er­lebt und macht. Dann tei­le ich Auf­ga­ben zu. Man­che über­nimmt Ma­ja, man­che Las­se. Es gibt bei mir nie Auf­ga­ben, die nur Ma­ja ma­chen kann oder nur Las­se.

Die Se­rie hat bis­her 24 Bän­de. Wel­cher BuchSchau­platz ge­fiel Ih­nen am bes­ten?

Mar­tin Wid­mark: Den Fuß­ball­platz fand ich gut, denn ich ha­be als Kind selbst Fuß­ball ge­spielt. Die Bi­b­lio­thek ge­fiel mir auch, sie ist an sich schon ein sehr ge­heim­nis­vol­ler Ort mit den ho­hen Re­ga­len und der Stil­le, die dort herrscht. In ei­ner Bi­b­lio­thek muss man lei­se sein. Das mer­ken auch die De­tek­ti­ve.

Ha­ben Ih­nen Ih­re El­tern vor­ge­le­sen, als Sie Kind wa­ren?

Mar­tin Wid­mark: Ganz ehr­lich: Ich kann mich nicht er­in­nern. Des­halb ha­be ich mei­ne El­tern da­nach ge­fragt. Aber sie konn­ten sich auch nicht er­in­nern. Be­stimmt be­kam ich vor­ge­le­sen, aber vi­el­leicht nicht so oft. Das war da­mals nicht so üb­lich. Ich bin 1961 ge­bo­ren. Als mei­ne ei­ge­nen Kin­der klein wa­ren, ha­be ich ih­nen re­gel­mä­ßig vor­ge­le­sen, et­wa ei­ne St­un­de am Abend.

Wel­ches war Ihr Lieb­lings­buch?

Mar­tin Wid­mark: Tim und Strup­pi! Tim war mein Held, weil er cle­ver war und gleich­zei­tig so nor­mal. Mein Tipp an al­le, die Bü­cher schrei­ben: Macht eu­re Fi­gu­ren nicht zu au­ßer­ge­wöhn­lich! Mit nor­ma­len Leu­ten kann sich der Le­ser bes­ser iden­ti­fi­zie­ren! Tim und Strup­pi le­se ich noch im­mer ger­ne.

Ken­nen Sie auch deut­sche Kin­der­bü­cher?

Mar­tin Wid­mark: Ja. Da ge­fällt mir Micha­el En­des „Die un­end­li­che Ge­schich­te“am bes­ten. Und Grimms Mär­chen ken­ne ich na­tür­lich, die be­kam ich als Kind von un­se­rem deut­schen Kin­der­mäd­chen er­zählt, Bär­bel aus Dort­mund.

Foto: Tan­ja Ka­sisch­ke

Mar­tin Wid­mark hat die er­folg­rei­che Kin­der­kri­mi­se­rie „De­tek­tiv­bü­ro Las­seMa­ja“ge­schrie­ben. Hier sitzt er in ei­nem Mi­ni-De­tek­tiv­bü­ro in der Kin­der­buch-Aus­stel­lung.

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