Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Wetter - Avs

die tür­kisch­stäm­mi­ge Ehe­frau des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen SPD-Chefs Nils Schmid, hat ei­ne evan­ge­li­sche Tau­fe ih­rer Toch­ter zu­nächst skep­tisch ge­se­hen. Ihr Mann ha­be sich ei­ne Tau­fe ge­wünscht. Sie ha­be aber Kon­se­quen­zen für die in­ti­me Mut­ter-Kind-Be­zie­hung be­fürch­tet, räum­te die Mus­li­min ge­gen­über dem „Fo­cus“ein. „Re­det mir je­mand in die Er­zie­hung rein, ha­be ich mich ganz pro­fan ge­fragt: der Pfar­rer? Ein Re­li­gi­ons­leh­rer? Ein Pa­te?“Ihr Mann ha­be ver­spro­chen: „Das ist un­se­re Toch­ter – und nur die El­tern ent­schei­den, was gut für sie ist.“– „Das hat mir die Ent­schei­dung für die Tau­fe er­mög­licht“, sag­te die 42-Jäh­ri­ge. Die Toch­ter sei im Al­ter von fünf Jah­ren ge­tauft wor­den. Nach dem Got­tes­dienst ha­be es ein gro­ßes Fest ge­ge­ben – samt Bauch­tän­ze­rin.

liebt die di­rek­te Art der Leu­te in Bay­ern. „Der Bay­er sagt im­mer, was er denkt. Das mag ich. Da läuft nix hin­ten­rum. Nix Fal­sches“, sag­te die 47-jäh­ri­ge „Dschun­gel­camp-Mo­de­ra­to­rin“der Münch­ner Zei­tung „tz“: „Er sagt so was wie: ,Frau Ziet­low, i mog Sie ja ei­gent­lich ned, aber ...‘ Das ist doch herr­lich.“Die ge­bür­ti­ge Rhein­län­de­rin lebt seit zwölf Jah­ren süd­lich von Mün­chen. In­zwi­schen wä­re sie selbst gern Baye­rin. „Dar­an ar­bei­te ich je­den Tag“.

sagt Frank Cas­torf. Für den In­ten­dan­ten der Ber­li­ner Volks­büh­ne ist das zeit­ge­nös­si­sche Thea­ter nur ein Schat­ten frü­he­rer Ta­ge. „Thea­ter ist fei­ge ge­wor­den“, sag­te der 64-Jäh­ri­ge der „Süd­deut­schen Zei­tung“. Am Münch­ner Re­si­denz­thea­ter ist der­zeit Cas­torfs Ins­ze­nie­rung des Stücks „Die Aben­teu­er des gu­ten Sol­da­ten Svejk im Welt­krieg“nach dem un­voll­ende­ten Ro­man von Ja­ros­lav Ha­sek zu se­hen. Ei­ne fünf­stün­di­ge Ins­ze­nie­rung, die es in sich hat. Die In­ter­view­fra­ge „Muss das sein?“hält er für ei­ne „ty­pi­sche Fra­ge“an ihn und ant­wor­tet: „Der ein­zi­ge Ort, der mich noch er­trägt, ist Bay­reuth, da kann man open end in­sze­nie­ren.“Kunst sei heu­te wie der Piz­zabo­te: „In zehn Mi­nu­ten muss die Be­stel­lung da sein, fünf Mi­nu­ten dau­ert der Ver­zehr, ei­ne St­un­de ver­dau­en. Thea­ter sind ja nicht mehr Wi­der­standsor­te, son­dern längst Ser­vice­un­ter­neh­men.“Er aber wol­le Kunst ma­chen, da­für müs­se man sich, die Schau­spie­ler und das Pu­bli­kum for­dern und auch mal über­for­dern.

Nach Maß­stä­ben der So­zia­len Netz­wer­ke spielt die 25 Jah­re al­te An­na Gu­der plötz­lich in ei­ner Li­ga mit Beyon­cé und Jus­tin Bie­ber. Zu­min­dest für ei­nen Au­gen­blick. Vor zwei Wo­chen ha­ben Gu­der und die süd­afri­ka­ni­sche Mu­si­ke­rin Hei­di Jou­bert ein klei­nes Mu­sik-Vi­deo ins Netz ge­stellt. Seit­dem ist nichts mehr, wie es vor­her war. In­zwi­schen wur­de das Vi­deo von ei­ner Spon­tan-Ses­si­on in der S-Bahn mit dem Prin­ce-Song „Kiss“mehr als 70 Mil­lio­nen Mal an­ge­se­hen. Ap­plaus kommt aus der gan­zen Welt. Noch vor 14 Ta­gen hat­te die in Ber­lin ge­bo­re­ne An­na Gu­der nur et­wa 200 Fans auf ih­rer Face­book-Sei­te un­ter ih­rem Künst­ler­na­men „Kid­do Kat“. Jetzt sei sie seit zwei Wo­chen „auf Na­tur­koks“, sagt An­na Gu­der und meint das Ad­re­na­lin. Sie schreibt, ar­ran­giert und spielt Funk, Groo­ve und R&B. „Als ich klein war“, er­zählt sie, „dach­ten mei­ne El­tern, ich wä­re taub, weil ich im­mer so na­he am Laut­spre­cher saß.“Der Oh­ren­arzt ha­be die El­tern aber be­ru­higt. „Al­les in Ord­nung, die mag ein­fach nur Mu­sik.“

70 Mil­lio­nen Mal wur­de das Mu­sik-Vi­deo von An­na Gu­der be­reits an­ge­se­hen. Fo­to: avs

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.