Weg frei für die Ki­wi-Ko­ali­ti­on

Auch die Grü­nen stim­men der ers­ten grün-schwar­zen Re­gie­rung zu

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Avs

Der bun­des­weit ers­ten grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung steht nichts mehr im We­ge. Nach der CDU stimm­ten ges­tern auch die Grü­nen dem Ko­ali­ti­ons­ver­trag im Süd­wes­ten zu. In der ge­hei­men Ab­stim­mung beim Par­tei­tag in Lein­fel­den-Ech­ter­din­gen gab es 202 Ja-Stim­men, 14 Nein-Stim­men und fünf Ent­hal­tun­gen. Zu­vor hat­ten Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) und die Grü­nen-Lan­des­spit­ze um Zu­stim­mung ge­wor­ben. In der De­bat­te gab es auch Kri­tik an den zahl­rei­chen Kom­pro­mis­sen, die Grü­ne und CDU schlie­ßen muss­ten. Un­ter­zeich­net wer­den soll der Ver­trag am Mon­tag in Stutt­gart. Meh­re­re grü­ne De­le­gier­te be­män­gel­ten die Zu­ge­ständ­nis­se in der In­ne­ren Si­cher­heit und die Tat­sa­che, dass das zu­letzt von ih­rer Par­tei ge­führ­te Mi­nis­te­ri­um für den Länd­li­chen Raum künf­tig in der Hand der CDU ist. Die Grü­ne Ju­gend kri­ti­sier­te, dass die neue Lan­des­re­gie­rung im Bun­des­rat der Aus­wei­tung so ge­nann­ter si­che­rer Her­kunfts­staa­ten auf die nord­afri­ka­ni­schen Län­der Ma­rok­ko, Al­ge­ri­en und Tu­ne­si­en zu­stim­men will. Be­für­wor­ter er­hof­fen sich da­von ei­ne schnel­le­re Be­ar­bei­tung von Asyl- an­trä­gen. Grü­nen-Lan­des­che­fin Thek­la Wal­ker räum­te ein, dass die Grü­nen auch Krö­ten schlu­cken müss­ten. So wer­de es nun nichts mit der Kenn­zeich­nungs­pflicht von Po­li­zis­ten bei Groß­ein­sät­zen. Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann be­teu­er­te, in der grün-schwar­zen Ko­ali­ti­on müs­se sich nie­mand ver­bie­gen. So ha­be man ei­nen trag­fä­hi­gen Kom­pro­miss in der Bil­dungs­po­li­tik ge­fun­den. „Die grün-ro­te Bil­dungs­re­form wird nicht zu­rück­ge­dreht. Sie wird ge­fes­tigt und wei­ter­ent­wi­ckelt.“Die neue grün­schwar­ze Re­gie­rung kön­ne ei­ne bür­ger­li­che Ko­ali­ti­on im bes­ten Sin­ne wer­den. „Bei­de Par­tei­en ver­tre­ten ei­ne brei­te Pa­let­te der bür­ger­li­chen Mit­te von Ba­den-Würt­tem­berg, vom ur­ba­nen Stadt­bür­ger bis zum Schwarz­wald­bau­ern“, sag­te Kret­sch­mann. Bei der Land­tags­wahl am 13. März wa­ren die Grü­nen zum ers­ten Mal stärks­te Kraft ge­wor­den. In der neu­en Re­gie­rung mit Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann an der Spit­ze ist die CDU erst­mals der Ju­ni­or­part­ner un­ter den Grü­nen. Die CDU hat­te dem Ko­ali­ti­ons­ver­trag nach kon­tro­ver­ser De­bat­te am Frei­tag in Lud­wigs­burg mit zu­ge­stimmt. Dort hat­ten 306 De­le­gier­te „Ja“ge­sagt, 17 das Ver­trags­werk ab­ge­lehnt und zwei sich ent­hal­ten. Am Don­ners­tag soll der Land­tag Kret­sch­mann zum Re­gie­rungs­chef wie­der­wäh­len und die grün-schwar­ze Mi­nis­ter­lis­te be­stä­ti­gen.

Bei­de Par­tei­en muss­ten „Krö­ten schlu­cken“

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