Meis­ter­wer­ker

Co­bo­dy sorgt für er­schüt­ternd krea­ti­ven Funk / Re­lease-Kon­zert im Tem­pel

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Lie

Kenn ich schon, war ich schon, weiß ich schon!“Nichts Neu­es mehr un­ter der Son­ne. Die­se im­mer leicht en­nuy­ier­te Grund­hal­tung der po­phis­to­risch weit ge­reis­ten Mo­ver und Sha­ker ver­fängt im Fal­le des „Teams“Co­bo­dy gleich schon mal gar nicht. Statt­des­sen: ir­ri­tier­tes Hoch­zie­hen der Au­gen­brau­en. Mo­ment mal! Ist das nicht? Rich­tig! Aber auch wie­der nicht, denn so ha­ben wir das noch nicht ge­hört. Schub­la­den funk­tio­nie­ren hier oh­ne­hin nicht. Wie beim Song „Bel­mon­do“zu er­le­ben – die­sem un­be­küm­mert swin­gen­de sil­ben­sin­gen­de Aus­flug in die aben­teu­er­li­chen Wel­ten ei­nes fran­zö­si­schen Films der mitt­le­ren Six­ties, des­sen An­fang hunds­ge­mein und doch sehr schön ei­ne fal­sche Fähr­te legt, bis die Gi­tar­re … Ist es Pop? Ist es Jazz? Wenn es Jazz ist, dann viel­leicht Space-Jazz, ge­er­det mit Er­in­ne­run­gen an ei­ne grund­so­li­de Pop-So­zia­li­sa­ti­on. Elec­tro-Gi­tar­rist und Vo­ca­le­ro Ko­s­ho, Ham­mond­or­gel-He­xer Jo Bart­mes und Su­per­Drum­mer Er­win Ditz­ner, wis­sen genau, wo sie et­was ho­len und noch ge­nau­er, was sie dar­aus ma­chen: Drei-Ster­ne-Kü­che mit al­ler­feins­ten Zu­ta­ten und vor al­lem ei­ner Krea­ti­vi­tät, die Oh­ren ver­zückt zu­rück lässt und Her­zen öff­net. Elek­tri­sche, aber ana­log er­zeug­te Mu­sik, die ver­ges­sen lässt, wo eben noch ei­ne Gren­ze war. Ein Groo­ve ka­ta­pul­tiert sich in Songs, die schon ei­ne Wei­le durchs Ohr lau­fen, bis man wip­pen­der­wei­se merkt, dass sie ent­we­der welt­be­rühmt oder bis­her un­ge­hört sein müs­sen. Herr­lich mi­ni­mal, rat­ten­scharf, mit An­fän­gen zum Ver­lie­ben und Stei­ge­run­gen für ein ge­mein­sa­mes Fan­le­ben. Bei­spiels­wei­se bei „I Want You“, dem Ope­ner der CD „Un­der Co­ver“. Glück­lich der Karls­ru­he Tem­pel und der Jazz­club, dass Co­bo­dy dort am Don­ners­tag, 13. Mai, das ver­scho­be­ne Re­lea­se­kon­zert nach­ho­len. „Nor­we­gi­an Wood“und „De­ar Pru­dence“sind wei­te­re Len­non/McCart­ney – Kom­po­si­tio­nen, die am En­de eben frisch und groo­vy nach Co­bo­dy schme­cken. Ver­steht sich von selbst, dass die For­ma­ti­on selbst aus „Born To Be Wild“noch ei­ne auf­re­gen­de neue Fahrt ins Freie her­aus­ho­len und „Sym­pa­thy For The De­vil“als Nach­tisch bie­ten. Drei Meis­ter­wer­ker ha­ben die­sen Funk er­schaf­fen. Ko­s­ho spiel­te und tour­te mit Afro­di­sia, Bill Sum­mers, Jon Otis & Les McCann. Ne­ben sei­nem ei­ge­nen Pro­jekt glei­chen Na­mens, ist er seit 14 Jah­ren fes­tes Mit­glied der „Söh­ne Mann­heims“. Jo Bart­mes hat mit sei­nem Elec­tro-Jazz Pro­jekt „bart­mes“ge­ra­de die fünf­te, von der Initia­ti­ve Mu­sik ge­för­der­te CD her­aus ge­bracht, war im Stu­dio oder live un­ter­wegs mit „DePhazz“, „Jon Sass‘ Sas­si­fied“und „The Soul Jazz Dy­na­mi­ters“. Er­win Ditz­ner hat ei­ne gro­ße Band­brei­te von Mu­sik mit Groo­ve ver­sorgt: Tou­ren, Kon­zer­te und Auf­nah­men mit Bands „Mar­di Gras bb“, „les pri­mi­tifs“und Künst­lern wie Ma­ri­lyn Cris­pell, Alex­an­der von Schlip­pen­bach, Se­bas­ti­an Gramss und vie­len mehr.

Ih­re CD „Un­der Co­vers“ist mal herr­lich mi­ni­mal, mall rat­ten­scharf, und vor al­lem im­mer um­wer­wer­fend krea­tiv: Er­win Ditz­ner, Jo Bart­mes und Ko­s­ho (von links) bil­den „Co­bo­dy“. Am Don­ners­tag spie­len sie im Karls­ru­her Tem­pel. Fo­to: pr

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