Er­leich­ter­te TSG

Hof­fen­heim schwach und den­noch ge­ret­tet

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Micha­el Ross­mann

Die Fei­er be­gann erst mit ei­ni­ger Ver­spä­tung. Rat­los schli­chen die Pro­fis der TSG 1899 Hof­fen­heim nach der 0:1 (0:1)-Nie­der­la­ge bei Han­no­ver 96 zu ih­ren Fans, weil sie kurz nach dem Ab­pfiff noch nicht wuss­ten, wie es in der Ta­bel­le der Fuß­ball-Bun­des­li­ga aus­sieht. „Es hat fünf Mi­nu­ten ge­dau­ert“, be­rich­te­te Tor­wart Oli­ver Bau­mann von der ban­gen Zeit, ehe klar war: Der Klas­sen­er­halt ist ge­schafft. „Es ist ko­misch“, gab Bau­mann zu. Die Pat­zer der Kon­kur­renz sorg­ten da­für, dass Hof­fen­heim früh­zei­tig ei­ne wei­te­re Sai­son in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga pla­nen darf. Die Leis­tung beim Ab­stei­ger war in­des we­nig erst­li­ga­reif. Die Freu­de hielt sich in Gren­zen, „weil ich mich über das Spiel ge­är­gert ha­be“, sag­te Bau­mann. Die Wor­te von Ver­tei­di­ger Ni­k­las Sü­le pass­ten wohl stell­ver­tre­tend für die meis­ten Hof­fen­hei­mer Spie­ler: „Ich bin ein Stück weit er­leich­tert.“Und Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann sag­te: „Das muss man erst mal sa­cken las­sen.“Han­no­ver 96 war die bes­se­re Mann­schaft und ge­wann vor 38 096 Zu­schau­ern ver­dient dank des To­res von Hi­ro­shi Kiyo­ta­ke (28.) und hol­te un­ter dem neu­en Coach Da­ni­el Sten­del die Punk­te sechs bis acht. Na­gels­manns Team war in Han­no­ver ner­vös und an­fäl­lig. Ein ge­ziel­ter Spiel­auf­bau war nicht zu er­ken­nen. Das Zwei­kampf­ver­hal­ten fast al­ler Feld­spie­ler war man­gel­haft. Tor­chan­cen blie­ben bei der TSG Man­gel­wa­re. Na­gels­mann blieb das nicht ver­bor­gen und brach­te nach der Pau­se über­ra­schend Ke­vin Ku­ranyi. Für den ehe­ma­li­gen Na­tio­nal­spie­ler war es der ers­te Ein­satz un­ter dem neu­en Coach – doch Ku­ranyi ge­lang we­nig und ver­gab in der 65. Mi­nu­te die bes­te Ein­schuss­mög­lich­keit bis zum ab­schlie­ßen­den Lat­ten­tref­fer von Je­re­my Tol­jan (90.). Das Spiel in Han­no­ver hat­te mit ei­ner Ge­denk­mi­nu­te für den töd­lich ver­un­glück­ten 96-Jung­pro­fi Ni­k­las Fei­er­abend be­gon­nen: Es wur­de nicht ge­schwie­gen, son­dern ap­plau­diert.

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