Co­ver-Songs: An­nett Loui­san und ihr neu­es Al­bum

Deutsch-Pop-Chan­teu­se träl­lert Lie­der von Rammstein bis Mar­te­ria

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ma­rie Frech

Sie kann nicht an­ders: Wenn sich An­nett Loui­san ein Lied vor­nimmt, dann klingt es im­mer nach zu­cker­sü­ßem Pop-Chan­son – auch wenn die Vor­la­ge deut­lich här­ter ist. Für ihr neu­es Al­bum „Ber­lin – Kap­stadt – Prag“, das am Frei­tag er­schie­nen ist, hat sie zehn Songs ge­co­vert: In ih­rer mäd­chen­haf­te Stim­me säu­selt die Sän­ge­rin da­für Lie­der männ­li­cher Mu­sik­kol­le­gen von Rammstein bis Udo Jür­gens. War­um sie sich erst­mals da­zu ent­schie­den hat, Lie­der an­de­rer Mu­si­ker ein­zu­spie­len? „Ich ha­be Blut ge­leckt“, er­klärt Loui­san. Da­mit spielt sie auf ih­re Teil­nah­me an der Vox-Sen­dung „Sing mei­nen Song“an, wo pro­mi­nen­te Mu­si­ker die Songs des je­weils an­de­ren sin­gen. Ihr sieb­tes Al­bum „Ber­lin – Kap­stadt – Prag“er­in­ne­re sie an ih­re Ju­gend, be­rich­tet Loui­san auf ih­rer Web­sei­te: Es sei die Su­che da­nach, was ei­nen aus­macht. Da Loui­san schon längst die Pop-Spar­te ge­fun­den hat, die sie aus­macht, klin­gen auch al­le Co­ver­ver­sio­nen ab­so­lut nach ihr. Ih­rem Stil ist die Sän­ge­rin seit ih­rem ers­ten Al­bum „Bo­hè­me“(2004) treu ge­blie­ben. Das hat sich aus­ge­zahlt: Die Echo-Preis­trä­ge­rin kann sich über Pla­t­in­sta­tus meh­re­rer Al­ben freu­en. Loui­san klingt jün­ger, als sie ist (39), und ist von noch zier­li­che­rer Er­schei­nung (1,52 Me­ter), als man ver­mu­tet. Da­zu kom­men die ver­spiel­ten Tex­te – und oft fällt das Wort „ko­kett“. Des­we­gen fällt der Kon­trast zwi­schen Ori­gi­nal und Co­ver be­son­ders deut­lich beim Al­bum-Ope­ner auf: Loui­san macht aus Rammsteins dröh­nen­dem „En­gel“ei­ne ver­träum­te Lounge-Num­mer. Das pas­se gut, er­klärt sie. Wie die Ro­cker spie­le auch sie ger­ne mit Kli­schees. Eben­falls deut­lich ent­schleu­nigt fällt „Bo­lo­gna“aus. Den­noch ge­hört das Co­ver der Wie­ner Band Wan­da zu den be­schwing­te­ren Ti­teln des Al­bums. Weit we­ni­ger fällt der Chan­son-Stil da­ge­gen et­wa bei Phil­ipp Poi­sels „Wie soll ein Mensch das er­tra­gen“oder Udo Jür­gens’ „Mer­ci Ché­rie“ins Ge­wicht. Sie wol­le mit dem Al­bum auch Gren­zen über­schrei­ten, be­rich­tet Loui­san. Zu­min­dest lässt sie sich von Gen­re-Gren­zen nicht ab­schre­cken: Kraft­werk be­freit sie von elek­tro­ni­scher Käl­te. Und man­che Zei­le in „OMG!“klingt von Loui­san ge­haucht doch harm­lo­ser als bei Rap­per Mar­te­ria. Es ist ein klu­ger Schach­zug von Loui­san, für das von ihr zum Über­gang­s­al­bum er­klär­te „Ber­lin – Kap­stadt – Prag“auf Co­ver­songs zu set­zen – vie­le Bands hat­ten da­mit Er­folg. Um­ge­kehrt gibt es aber auch Künst­ler, de­ren Lie­der im­mer wie­der neu auf­ge­legt wer­den – und auch Loui­san konn­te die Fin­ger nicht von ei­nem der üb­li­chen Ver­däch­ti­gen las­sen: Der letz­te Ti­tel des Al­bums ist „Hel­den“, ein Co­ver der deut­schen Ver­si­on von Da­vid Bo­wies “He­roes“.

Fo­to: avs

Zur Ab­wechs­lung ver­sucht sie es mal mit Co­ver­songs: Den­noch klingt An­nett Loui­san auch auf ih­rem neu­en Al­bum „Ber­lin – Kap­stadt – Prag“wie im­mer.

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