CD-Check

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Übe­r­all Strei­cher – oft üp­pig, manch­mal auch nur de­zent im Hin­ter­grund. Trau­rig tröp­feln­de Kla­vier­klän­ge, hier und da ein sanft ver­schach­tel­ter Rhyth­mus. Und dann na­tür­lich die­se kla­gen­de Stim­me des Sehn­sucht­sän­gers Thom Yor­ke, die man un­ter Tau­sen­den her­aus­hört. Ja, dies sind ein­deu­tig noch Ra­dio­head (und nicht et­wa Kon­kur­ren­ten wie Cold­play oder Mu­se). Den­noch ist „A Moon Sha­ped Pool“(XL Re­cor­dings) ins­ge­samt wie­der mal an­ders als al­les, was die­se im­mer noch wich­tigs­te In­die­rock-Grup­pe der Welt bis­lang ge­macht hat. Das nach kur­zer Vor­warn­zeit auf der Band-Web­sei­te di­gi­tal ver­öf­fent­lich­te neun­te Stu­dio­al­bum der fünf Bri­ten wen­det sich ab von den abs­trak­ten, un­ter­kühl­ten Häck­sel-Beats der di­rek­ten Vor­gän­ger „In Rain­bows“(2007) und „The King Of Limbs“(2011). Erst recht ist die Pro­gres­si­ve-Rock-Wucht des Meis­ter­werks „OK Com­pu­ter“(1997) für Ra­dio­head Ge­schich­te. An­knüp­fungs­punk­te lie­fern nun eher Me­lan­cho­li­ker wie Da­vid Syl­vi­an oder Nick Dra­ke (et­wa im Folk von „De­sert Is­land Disk“). Mög­li­cher­wei­se be­grün­den Yor­ke & Co mit die­sem in Me­lan­cho­lie und Schön­heit schwel­gen­den Werk ei­ne neue Band-Ära. Ra­dio­head-Plat­ten wach­sen be­kannt­lich mit je­dem Hö­ren. Auch die­se bie­tet viel An­lass zu aus­ge­dehn­ten Ent­de­ckungs­rei­sen.

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