Die Schwa­ben ka­pi­tu­lier­ten früh

VfB Stuttgart steigt nach dem 1:3 in Wolfs­burg aus der Bun­des­li­ga ab

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Der VfB Stuttgart muss zum zwei­ten Mal nach 1975 aus der Fuß­ball-Bun­des­li­ga ab­stei­gen. Beim 1:3 (0:2) am letz­ten Spiel­tag der Sai­son er­gab sich der schwä­bi­sche Tra­di­ti­ons-Club na­he­zu kampfund lei­den­schafts­los in sei­ne 19. Sai­son­nie­der­la­ge. So oft hat­te der VfB, der als Vor­letz­ter in die Zwei­te Li­ga muss, zu­vor noch nie in ei­ner Spiel­zeit ver­lo­ren. Ma­xi­mi­li­an Ar­nold (11.) und An­dré Schürr­le (29./90.+2) be­sie­gel­ten mit ih­ren To­ren für Wolfs­burg die sechs­te Plei­te in Se­rie für das Team von Trai­ner Jür­gen Kram­ny, der vor ei­ner un­ge­wis­sen Zu­kunft bei den Schwa­ben steht. Der zu­künf­ti­ge Wolfs­bur­ger Da­ni­el Di­da­vi traf per Frei­stoß (78.) zum Eh­ren­tref­fer der Schwa­ben. Schon zur Halb­zeit pfif­fen die meh­re­ren tau­send mit­ge­reis­ten Stutt­gar­ter An­hän­ger ihr Team laut­stark aus. Die Un­ter­stüt­zung hat­ten die ent­täusch­ten Fans be­reits wäh­rend der ers­ten Halb­zeit auf­ge­ge­ben. Schon nach dem am 33. Spiel­tag ge­gen Mainz wa­ren die er­bos­ten VfB-An­hän­ger auf den Platz ge­stürmt und hat­ten für Tu­mul­te ge­sorgt. Dies­mal be­lie­ßen sie es bei Trans­pa­ren­ten, die sie zu Be­ginn der zwei­ten Hälf­te aus­roll­ten und da­mit die Club­füh­rung an­grif­fen. „Kei­ne Ah­nung, kei­ne Pla­nung, kein Kon­zept. Vor­stand raus“stand auf ei­nem. Der eben­falls schwer un­ter Druck ste­hen­de Sport­vor­stand Ro­bin Dutt hat­te be­reits vor dem Spiel ein­ge­räumt, „dass auch mei­ne Per­son hin­ter­fragt wer­den muss.“Die sechs­te Plei­te in Se­rie der er­schre­ckend schwa­chen Stutt­gar­ter war das Er­geb­nis ei­nes selt­sam leb­lo­sen Auf­tritts und der Leis­tung des bis ges­tern zweit­schwächs­ten Rück­run­den-Teams aus Wolfs­burg. Auch oh­ne den we­gen pri­va­ter Pro­ble­me in sei­ne bra­si­lia­ni­sche Hei­mat ab­ge­reis­ten Luiz Gus­ta­vo be­stimm­te der VfL ge­gen ver­un­si­cher­te Gäs­te das Ge­sche­hen. Be­reits die ers­te ech­te Chan­ce nutz­te Ar­nold zu sei­nem drit­ten Sai­son­tor. Mar­cel Schä­fer hat­te die er­neut um­ge­stell­te Stutt­gar­ter Ab­wehr mit ei­ner prä­zi­sen Flan­ke in Be­dräng­nis ge­bracht. Gleich mit drei neu­en Ab­wehr­spie­lern wa­ren die Schwa­ben ins Sai­son­fi­na­le ge­gan­gen. Dies­mal not­ge­drun­gen, To­ni Sun­jic fehl­te gelb­ge­sperrt und Welt­meis­ter Ke­vin Groß­kreutz hat­te sich ver­letzt. Ne­ben der an­fäl­li­gen VfB-De­fen­si­ve war vor al­lem der An­griff kaum bun­des­li­ga1:3 taug­lich. Er­schre­ckend war zu­dem, dass selbst der Ein­satz nicht stimm­te. Es schien, als hät­te Stuttgart be­reits vor dem Spiel den Glau­ben an ei­ne mög­li­che Ret­tung ver­lo­ren. Nach nicht ein­mal ei­ner hal­ben St­un­de ver­wer­te­te Wolfs­burgs Na­tio­nal­spie­ler Schürr­le ei­nen Kon­ter stark zu sei­nem ach­ten Sai­son­tref­fer, drei Ta­ge vor der No­mi­nie­rung des vor­läu­fi­gen deut­schen EM-Ka­ders be­trieb er Ei­gen­wer­bung. Gäs­te-Coach Kram­ny ver­such­te noch ein­mal ein Zei­chen zu set­zen und nahm Jung-Pro­fi Ti­mo Wer­ner vom Feld. Mit Mar­tin Har­nik wur­de es zu­min­dest et­was bes­ser. Kurz vor der Pau­se traf der Ös­ter­rei­cher die Lat­te des Wolfs­bur­ger Tors. Mehr ging nicht. Erst ein ver­wan­del­ter Frei­stoß von Di­da­vi brach­te wie­der et­was Span­nung in die Par­tie. In der Nach­spiel­zeit be­sie­gel­te Schürr­le mit sei­nem zwei­ten Tor al­ler­dings end­gül­tig die Nie­der­la­ge und den Ab­stieg für den VfB Stuttgart.

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