„Ich ha­be nie je­man­den weg­ge­bis­sen“

Mar­kus Kauc­zin­ski gibt heu­te ge­gen Bie­le­feld sei­nen „Aus­stand“als Chef­coach des KSC

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Vom „Edel­jo­ker“zum Er­folgs­trai­ner – Mar­kus Kauc­zin­ski hat beim KSC das Fun­da­ment für den per­sön­li­chen Auf­stieg ge­legt. Ab dem 1. Ju­li ar­bei­tet der Chef­trai­ner des ba­di­schen Zweit­li­gis­ten in glei­cher Po­si­ti­on beim FC In­gol­stadt 04 in der Bun­des­li­ga. Die „Blau-Wei­ßen“be­treut er heu­te ge­gen Ar­mi­nia Bie­le­feld zum letz­ten Mal. Der SONN­TAG un­ter­hielt sich vor­her mit dem 46-Jäh­ri­gen.

Das mit In­gol­stadt ist ja jetzt gera­de mal zwei Wo­chen her. Na­tür­lich gab es schon zu­vor Ge­sprä­che. Aber we­sent­lich war ja, dass ich mich im Ok­to­ber ent­schie­den ha­be, den Ver­trag beim Karls­ru­her SC nicht zu ver­län­gern. Seit­dem ha­be ich mit da­mit be­schäf­tigt, wie mei­ne Zu­kunft aus­se­hen kann. So et­was geht dann Schritt für Schritt. Für mich war im­mer ent­schei­dend, dass es passt.

Angst hat­te ich gar nicht und ich ha­be mir dar­über auch nie Ge­dan­ken ge­macht. Ich hat­te ja ei­ne er­folg­rei­che Zeit in den letz­ten vier Jah­ren beim KSC. Das re­gis­trie­ren ja auch an­de­re Ver­ei­ne und die­se Rück­mel­dun­gen be­kommt man ja auch. Und dann ging es dar­um, zu se­hen, was am bes­ten passt. Im Grun­de ge­nom­men ha­be ich al­les auf mich zu­kom­men las­sen. Das war vor et­wa zwei Wo­chen.

. . . Cha­rak­ter muss man in je­der Si­tua­ti­on zei­gen, das gilt ge­ne­rell. Aber es stimmt, dass sich der KSC noch ein­mal sehr um mich be­müht hat. Aber wenn ei­ne Ent­schei­dung fest steht, steht sie fest.

Aben­teu­er ist zu hoch ge­grif­fen. Es geht ja nur um ei­nen neu­en Job und ist nicht mit Le­bens­ge­fahr ver­bun­den. Da wür­de ich nicht von Aben­teu­er re­den. Es ist ei­ne Her­aus­for­de­rung. Und die­se Her­aus­for­de­rung traue ich mir zu und freue mich dar­auf.

Das ha­be ich da­mals so nicht ge­se­hen. Ich ha­be nie je­man­den weg­ge­bis­sen oder bin den Jobs hin­ter­her ge­he­chelt. Ich wur­de im­mer ge­fragt, ob ich den oder je­nen Job über­neh­men woll­te. Ei­nen Plan hat­te ich da nicht, aber es war na­tür­lich ei­ne sehr gu­te Leh­re, auch was die Ent­wick­lung der ei­ge­nen Per­sön­lich­keit an­be­langt.

Das ist schwer zu sa­gen. Es gab so vie­le, die zum Teil völ­lig un­ter­schied­lich wa­ren. Es gab ei­ne Rei­he von Ta­len­ten, es gab Ty­pen oder ganz be­son­de­re Cha­rak­te­re und es wä­re un­ge­recht, ei­nen be­son­ders her­aus­zu­he­ben. Be­mer­kens­wert fand ich aber, wie sich da­mals ein Alex­an­der Iash­vili bis zum Ab­stieg 2012 als er­fah­re­ner, äl­te­rer Spie­ler noch rein­ge­hau­en hat. Und dann gab es so Mo­men­te wie die­ser ir­re Frei­stoß von Ha­kan Cal­ha­nog­lu in Darm­stadt kurz vor Schluss, wo­durch wir dann 2013 den Auf­stieg in die Zwei­te Li­ga klar ge­macht ha­ben.

Ich bin da gar nicht so sehr da­hin­ter her ge­we­sen. Es hat sich, wie ge­sagt, er­ge­ben. Zu In­te­rims­zei­ten ha­be ich ge­merkt, dass mir die Ar­beit mit Pro­fis Spaß macht. Ich muss­te jetzt auch nicht un­be­dingt in die ers­te Li­ga, um glück­lich zu sein. Dass hat sich jetzt so er­ge­ben. Wenn Du gut ar­bei­test und ei­nen ge­wis­sen Er­folg hast, pas­siert so et­was von ganz al­lein. Und wenn es dann vom Ge­fühl her auch noch passt, wie es bei In­gol­stadt war und das auch noch die ers­te Li­ga ist, stimmt am En­de ei­gent­lich al­les.

„Cha­rak­ter muss man in je­der Si­tua­ti­on zei­gen“

Es geht nach oben: Mar­kus Kauc­zin­ski ist ab 1. Ju­li Erst­li­ga-Trai­ner in In­gol­stadt. Fo­to: GES/Gün­gör

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.