Mehr als ei­ne Zwi­schen­sta­ti­on

Ten­nis: In­ter­na­tionaux de Stras­bourg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Okay – die ganz gro­ßen Na­men sucht man dies­mal ver­geb­lich auf der Start­lis­te der „In­ter­na­tionaux de Stras­bourg“. Wil­li­ams und Co ma­chen 2016 auf ih­rem Weg zu den French Open in Pa­ris ei­nen klei­nen Bo­gen um die el­säs­si­sche Me­tro­po­le. Die weib­li­chen Stars der Ten­nis-Sze­ne ha­ben zur Vor­be­rei­tung lie­ber die Tur­nie­re in Madrid und Rom ge­nutzt, was an­ge­sichts der dort ge­zahl­ten Preis­gel­der auch ver­ständ­lich ist. In der spa­ni­schen Haupt­stadt ging es um ins­ge­samt rund 4,8 Mil­lio­nen US-Dol­lar, in der Stadt am Ti­ber wer­den et­wa 2,6 Mil­lio­nen Dol­lar aus­ge­zahlt. Da ist die Sum­me von ex­akt 226 750 Dol­lar, die in Straß­burg ins­ge­samt zu ge­win­nen sind, fast schon be­schei­den. Trotz­dem ist das Tur­nier mit 27 Top-100-Spie­le­rin­nen wirk­lich erst- klas­sig be­setzt, der Weg ins El­sass wür­de sich für Ten­nis-Fans aus dem ba­di­schen Grenz­ge­biet al­so de­fi­ni­tiv loh­nen. Beim pa- ral­lel in Nürn­berg lau­fen­den Wett­be­werb sind es nur 22 der bes­ten 100 Ten­nis-As­se. Dort war zwar An­ge­li­que Ker­ber, die Num­mer zwei der WTA-Rang­lis­te an­ge­kün­digt, muss­te aber we­gen ei­ner Schul­ter­ver­let­zung ab­sa­gen. Im El­sass sind die Ita­lie­ne­rin Sa­ra Er­ra­ni (WTA-Rang­lis­te: 18) und die in Flo­ri­da le­ben­de US-Ame­ri­ka­ne­rin Slo­a­ne Ste­phens

Aus den Top 100 sind 27 Spie­le­rin­nen da­bei

als Num­mer 21 die best­plat­zier­ten Teil­neh­me­rin­nen. Doch auch Vor­jah­res­sie­ge­rin Sa­man­tha Sto­sur (Aus­tra­li­en; WTA-Rang­lis­te: 22), Kris­ti­na Mla­de­no­vic (Frank­reich; 28), Da­ria Gra­vil­o­va (Aus­tra­li­en; 32) oder Mo­ni­ca Ni­cu­les­cu (Ru­mä­ni­en; 34) spie­len der­zeit ei­ne gu­te Rol­le im Welt­ten­nis. Die für den TC Rüppurr in der Bun­des­li­ga spie­len­de Bel­gie­rin Kirs­ten Flip­kens (WTA: 59) ist eben­falls da­bei. Die ei­gent­lich als Zug­pferd fest ein­ge­plan­te Dä­nin Ca­ro­li­ne Woz­ni­a­cki muss­te we­gen ei­ner Ver­let­zung erst vor we­ni­gen Ta­gen ab­sa­gen. Nimmt man üb­ri­gens nicht die WTA-Lis­te als Maß­stab für die ak­tu­el­le Qua­li­tät der Spie­le­rin­nen, son­dern die „Road to Sin­ga­po­re“, dann kann man er­ah­nen, dass das Straß­bur­ger Event wirk­lich gut be­setzt ist. In der zweit­ge­nann­ten Rang­lis­te wer­den näm­lich nur die Er­geb­nis­se seit dem Ja­nu­ar 2016 be­rück­sich­tigt. Und da liegt Slo­a­ne Ste­phens bei­spiels­wei­se auf Rang elf (!), Sa­man­tha Sto­sur auf 13, Ti­mea Ba­bos (Un­garn; WTA: 48) auf 15, Shuai Zhang (Chi­na; WTA: 65) auf 21 oder Mo­ni­ca Pu­ig (Pu­er­to Ri­co; WTA: 57) auf 24. Ins­ge­samt 15 Spie­le­rin­nen, die ab mor­gen im Haupt­feld der „In­ter­na­tionaux de Stras­bourg“an­tre­ten, ge­hö­ren in der so­ge­nann­ten „Sin­ga­pur-Rang­lis­te“zur Top 50. Ei­ne be­mer­kens­wer­te Zahl – da kann man auch die Ab­we­sen­heit der ganz gro­ßen Ten­nis-Pro­mi­nenz ver­kraf­ten. Denn die ist nor­ma­ler­wei­se seit der Tur­nier-Pre­mie­re im Jahr 1987 hier oft zu Gast. Das zeigt der Blick auf die Sie­ger­lis­te: St­ef­fi Graf, Jen­ni­fer Ca­pria­ti, Lind­say Da­ven­port, Ma­ria Sha­ra­po­va oder Ma­ry Joe Fer­nan­dez ste­hen da eben­so drauf, wie et­wa Andrea Pet­ko­vic, Fran­ce­sca Schia­vo­ne oder Ali­zé Cor­net in den ver­gan­ge­nen Jah­ren.

Die Num­mer eins beim Straß­bur­ger Tur­nier: Sa­ra Er­ra­ni. Die Ita­lie­ne­rin er­hielt ei­ne Wild­card, ist aber als 18. der WTA-Rang­lis­te die zu­min­dest no­mi­nell stärks­te Spie­le­rin im El­sass. Fo­to: avs

Die Fran­zö­sin Kris­ti­na Mla­de­no­vic steht ak­tu­ell auf Platz 28 der Ten­nis-Welt­rang­lis­te. Fo­to: avs

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