Ein­ge­bau­ter Rü­cken­wind

Im­mer mehr Ur­laubs­re­gio­nen setz­ten auf das E-Bi­ke

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Ar­min Herb

Rad­fah­ren mit ein­ge­bau­tem Rü­cken­wind liegt auch rund ums Mit­tel­meer stark im Trend. Elek­tro­rä­der gibt es mitt­ler­wei­le in vie­len der klas­si­schen Küs­ten­re­gio­nen zu lei­hen. Man muss sich beim Ra­deln kör­per­lich nicht to­tal ver­aus­ga­ben und bleibt trotz­dem in Be­we­gung. Und je­der schafft plötz­lich Stre­cken, die er sich oh­ne elek­tri­schen Rü­cken­wind nie zu­ge­traut hät­te. „Der Sonntag“stellt fünf at­trak­ti­ve Rad­re­gio­nen für den E-Bi­ke-Aus­flug in den Früh­ling vor.

Ra­deln auf In­seln

Rund um die Kvar­ner Bucht bis hin­auf ins Berg­land so­wie auf den na­hen In­seln hat sich in punc­to Fahr­rad-In­fra­struk­tur viel ge­tan in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Rund zwan­zig of­fi­zi­el­le Ra­d­rou­ten wur­den aus­ge­wie­sen mit ei­ner Ge­samt­län­ge von meh­re­ren hun­dert Ki­lo­me­tern. Im Hoch­som­mer könn­te es zwar selbst mit dem kom­for­ta­blen E-Bi­ke et­was zu heiß sein in Kroa­ti­en, aber bis Ju­ni und ab Sep­tem­ber lo­cken ab­wechs­lungs­rei­che In­sel­tou­ren, zum Bei­spiel durch Cres, Lo­sinj, Rab und Krk. Et­was an­spruchs­vol­ler ist ei­ne Tour im Hin­ter­land der Crik­ve­ni­ca Ri­vie­ra, da­für war­ten un­ter­wegs herr­li­che Aus­bli­cke auf die Küs­te und die In­sel Krk. Die Kul­tur-Rou­te „Durch die al­ten Städ­te Li­bur­ni­ens“führt durch die his­to­ri­schen Or­te an der Opa­ti­ja Ri­vie­ra. Der Ur­laubs­tipp schlecht­hin lau­tet al­ler­dings: Mit Se­gel­schiff und E-Bi­ke geht es ei­ne Wo­che lang durch die Kvar­ner Bucht. Los geht’s im Ha­fen von Omi­alj im Nord­wes­ten der In­sel Krk. www.kvar­ner.hr

Blaue Spur an blau­er Küs­te

An der Cô­te d’Azur ist blau auch die Leit­far­be für Rad­fah­rer. Über 15 Ki­lo­me­ter führt der blaue Weg ver­kehrs­frei di­rekt am Meer ent­lang vom Ha­fen in Niz­za nach Wes­ten bis nach Vil­le­neuve-Lou­bet. Un­ter Pal­men geht’s vor­bei an Ju­gend­stil­vil­len, Jacht­hä­fen, al­ten Grand­ho­tels und mäch­ti­gen Ap­par­te­ment-Kom­ple­xen. Sei­ne Vor­tei­le spielt das E-Bi­ke al­ler­dings erst im pit­to­res­ken Hin­ter­land aus, auf den schma­len Berg­stra­ßen hin­auf in die See­al­pen zu Schluch­ten und wehr­haf­ten Dör­fern – zum Bei­spiel nach Gour­don mit sei­nem fas­zi­nie­ren­den Rund­blick, zum Na­tur­schau­spiel der Gor­ges du Loup oder in die Par­füm­stadt Gras­se. www.cote­da­zur-tou­ris­me.com

Schwar­ze Stie­re, wei­ße Dör­fer

Die At­lan­tik­küs­te An­da­lu­si­ens prä­sen­tiert dem Rei­se­r­ad­ler schier end­lo­se Strän­de, wei­ße Dör­fer auf den Hü­geln, schwar­ze Stie­re auf den Wei­den und Sher­ry al­ler Art in be­rühm­ten Bo­de­gas. Da­zu kommt die­ses herr­li­che Licht, das der Küs­te ih­ren Na­men Cos­ta de la Luz ein­brach­te. Für Renn­rad­fah­rer ist die­se Ecke am Kap von Tra­fal­gar längst kein Ge­heim­tipp mehr, aber mitt­ler­wei­le ver­lei­hen ei­ni­ge der Strand­ho­tels in No­vo Sanc­ti Pe­tri auch Pe­del­ecs. Spe­zi­el­le Rad­we­ge gibt es nur we­ni­ge, da­für vie­le klei­ne Ne­ben­stra­ßen oh­ne über­bor­den­den Au­to­ver­kehr, meist asphal­tiert, aber es sind auch ein paar rup­pi­ge Feld­we­ge dar­un­ter. Rich­tung Os­ten zu den wei­ßen Dör­fern und in die Ber­ge muss man mit lan­gen Stei­gun­gen rech­nen. www.an­da­lu­cia.org/de

Von Ce­falù in die Ma­do­nie

Küs­ten­stra­ße klingt nach viel Ver­kehr – aber al­les halb so schlimm. Die herr­li­chen Kur­ven hoch über den Wel­len öst­lich und west­lich von Ce­falù fül­len sich nur am Sonntag mit Au­tos und Mo­tor­rä­dern. So kann man beim Rad­aus­flug ge­trost die Bli­cke übers blaue Meer und die Fels­buch­ten glei­ten las­sen. Und nach ei­nem Ab­zweig ins ber­gi­ge Hin­ter­land, in den Na­tur­park Le Ma­do­nie, über­fällt ei­nen schon fast die Ein­sam­keit auf den Ser­pen­ti­nen. Zum Bei­spiel hin­auf ins Dörf­chen Pol­li­na, das weit­hin sicht­bar wie ei­ne Trutz­burg hoch auf ei­nem Fel­sen thront. Oder ins et­was le­ben­di­ge­re Ca­s­tel­buo­no, wo sich die hei­mi­schen Män­ner auf der Piaz­za Marg­he­ri­ta ger­ne zum Eis­es­sen tref­fen. Ein Tipp al­ler­dings noch: So schön sich die Berg­stra­ßen er­ra­deln las­sen, so zeh­ren die Hö­hen­me­ter auch am Ak­ku. Al­so im­mer den Ak­ku­stand im Au­ge be­hal­ten. Am meis­ten Spaß macht die Ma­do­nie-Ge­birgs­ket­te im Früh­ling und Herbst. Im Som­mer ist Si­zi­li­en ein­fach zu heiß und zu voll. www.ita­lia.it/de Seit zwei lan­ge Ra­d­rou­ten von der wil­den West­küs­te bei Sag­res bis zur spa­ni­schen Gren­ze ein­ge­rich­tet wur­den, zählt die Al­gar­ve zum idea­len Früh­lings­ziel für E-Bi­ker. Der Fern­rad­weg „Eco­via“ver­läuft or­dent­lich be­schil­dert über 214 Ki­lo­me­ter, oh­ne gro­ße Hö­hen­un­ter­schie­de, vor­wie­gend in Küs­ten­nä­he – vor­bei an Traum­strän­den und durch Tou­ris­ten­dör­fer, vor­bei an Fla­min­go-Tei­chen und durch ru­hi­ge Vil­len­vier­tel. Wer es ur­sprüng­li­cher und kniff­li­ger be­vor­zugt, der wählt die „Via Al­gar­via­na“, die in sport­li­chem Auf und Ab über 300 Ki­lo­me­ter durchs hü­ge­li­ge Hin­ter­land führt. Da­für braucht man aber schon ein E-Moun­tain­bike. www.vi­si­tal­gar­ve.pt

In­sel­hüp­fen mit dem Rad: Die kroa­ti­sche In­sel Rab ist ein be­lieb­ter An­lauf­punkt für Ra­drei­sen auf dem Se­gel­schiff. Es gibt ein- aber auch zwei­wö­chi­ge Tou­ren. Fo­to: Rad­ur­laub Zei­t­rei­sen

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.