Um­bruch im Wild­park

KSC ar­bei­tet in­ten­siv am neu­en Ka­der

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der sid

Blu­men gab es und „Stan­ding Ova­tions“von den rund 18 500 Be­su­chern, als beim letz­ten Sai­son­spiel das schei­den­de Trai­ner­team (Chef­coach Mar­kus Kauc­zin­ski und des­sen As­sis­ten­ten Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis und Patrick Wes­ter­mann) so­wie sie­ben Spie­ler (Da­ni­el Gor­don, Ma­nu­el Gul­de, Do­mi­nic Peitz, Jo­nas Mef­fert, Sa­scha Traut, Di­mi­trij Na­za­rov und Mo Gouai­da) ver­ab­schie­det wur­den. Dass die nicht ganz oh­ne Miss­tö­ne von­stat­ten ging, da­für sorg­te Do­mi­nic Peitz, der sei­nen Ab­schied mit der Kri­tik an der KSC-Füh­rung ver­band, dass

Peitz sorgt bei sei­nem Ab­schied für Ir­ri­ta­tio­nen

man ihm sei­nen Ab­gang qua­si in den Mund ge­legt ha­be, da er an­geb­lich ei­ne Er­klä­rungs­frist ha­be ver­strei­chen las­sen, die ihm so nie mit­ge­teilt wor­den sei, wie er sag­te. KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther wi­der­spricht ve­he­ment: „Wir ha­ben En­de März mit un­se­rem Sport­di­rek­tor ver­ab­re­det, Do­mi­nic Peitz ei­nen Ein­jah­res­ver­trag mit der Op­ti­on auf ein zu­sätz­li­ches Jahr bei ei­ner be­stimm­ten An­zahl von Ein­sät­zen an­zu­bie­ten. Mit­te April ha­ben das Prä­si­di­um und Jens Todt ein­stim­mig be­schlos­sen, dass wir bei Herrn Peitz, wie auch bei Da­ni­el Gor­don, bis zum 30. April Klar­heit ha­ben wol­len, ob er das An­ge­bot an­nimmt. Jens Todt hat­te vom Prä­si­di­um den kla­ren Auf­trag, dies so zu kom­mu­ni­zie­ren. Des­halb wei­sen wir die nicht ak­zep­ta­ble Kri­tik von Do­mi­nic Peitz zu­rück“, so ein ver­är­ger­ter KSC-Prä­si­dent. Todt hat in ei­ner Pres­se­er­klä­rung in­zwi­schen er­klärt: „Wenn da nun Un­stim­mig­kei­ten auf­ge­kom­men sind, ist das mein Feh­ler, weil ich in dem Ge­spräch mit Do­mi­nic Peitz of­fen­bar das, was in der Prä­si­di­ums­sit­zung be­schlos­sen wur­de, nicht klar ge­nug kom­mu­ni­ziert ha­be.“Wel­len­reu­ther sah das 1:1 zwi­schen dem KSC und Bie­le­feld nur am Fern­se­her, da er nicht in Karls­ru­he sein konn­te. „Das hat viel­leicht nicht je­der auf den ers­ten Blick ver­stan­den und war nicht ganz glück­lich. Aus per­sön­li­chen Grün­den war ich im Aus­land und wur­de von mei­nen bei­den Vi­ze­prä­si­den­ten ver­tre­ten. Das Trai­ner­team wur­de aber be­reits we­ni­ge Ta­ge zu­vor vom kom­plet­ten Prä­si­di­um bei ei­nem sehr per­sön­li­chen und har­mo­ni­schen Abend­es­sen wür­dig ver­ab­schie­det“, fühlt sich der KSC-Boss auch hier zu Un­recht an den Pran­ger ge­stellt. In die­ser Hin­sicht be­fin­det er sich mit sei­nem neu­en Chef­trai­ner To­mas Oral aber in gu­ter Ge­sell­schaft. Dem wur­den nach dem Ab­stieg des FSV Frank­furt zu­letzt ver­bal auch ei­ni­ge St­ei­ne hin­ter­her­ge­wor­fen. Oral hat aber an­de­res zu tun, als sich mit den „Gift­pfei­len“aus Hes­sen zu be­fas­sen. Der 43-Jäh­ri­ge muss nicht nur ei­nen Co-Trai­ner fin­den, da sein bis­he­ri­ger As­sis­tent Bernd Win­ter ihm nicht zum KSC fol­gen woll­te. Er muss auch den Ka­der für die neue Sai­son zu­sam­men­stel­len. Des­halb traf er sich gleich nach Pfings­ten mit Sport­chef Jens Todt. Bei die­ser Un­ter­re­dung soll es un­ter an­de­rem um den un­ga­ri­schen Mit­tel­feld­spie­ler Zsolt Kal­mar (21; RB Leip­zig) ge­gan­gen sein, den Todt als „in­ter­es­san­ten Spie­ler“be­zeich­net. Auch Mo­ritz Stop­pel­kamp (29; SC Pa­der­born) soll das In­ter­es­se des KSC ge­weckt ha­ben, der nach In­for­ma­tio­nen des SONNTAG auch den pol­ni­schen In­nen­ver­tei­di­ger Mar­cin Ka­min­ski (24), des­sen Ver­trag bei Lech Po­sen aus­läuft, im Vi­sier hat. Noch of­fen ist, ob der KSC sei­nen an Erz­ge­bir­ge Aue aus­ge­lie­he­nen Stür­mer Pas­cal Köp­ke wie­der zu­rück­holt, der im Wild­park bis 2018 un­ter Ver­trag steht. Al­ler­dings wird man den 20-Jäh­ri­gen für die kol­por­tier­ten 250 000 Eu­ro Ab­lö­se kaum zie­hen las­sen. Un­ter­des­sen hat der drit­te Tor­hü­ter Flo­ri­an Strit­zel bis 2017 ver­län­gert und mit Nach­wuchs­mann Ni­k­las Hoff­mann will man wohl ei­nen Pro­fi­ver­trag ab­schlie­ßen. er 2007 sein Bun­des­li­ga-De­büt ge­ge­ben hat­te. „Wenn ein Spie­ler Deut­scher ist, Welt­klas­se-For­mat be­sitzt, oben­drein bei un­se­rem Part­ner Adi­das un­ter Ver­trag ist und bei uns aus­ge­bil­det wur­de – da kom­men dann halt sehr vie­le Fak­to­ren zu­sam­men, die Mats Hum­mels für uns sehr in­ter­es­sant ge­macht ha­ben“, sag­te Rum­me­nig­ge in ei­nem Dop­pel-In­ter­view mit BVB-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Joa­chim Watz­ke. Watz­ke hat­te nach ei­ge­nen An­ga­ben das Bay­ern-In­ter­es­se an Hum­mels schon län­ge­re Zeit ge­ahnt. „Wir hat­ten schon da­mit ge­rech­net, dass da ein An­griff kommt. In der In­nen­ver­tei­di­gung fehl­te Bay­ern Mün­chen noch ein Welt­klas­se-Mann wie Mats. Da­zu kam der gro­ße Aspekt der Hei­mat­ver­bun­den­heit. Er hat ja oft so­gar auf Ur­laub ver­zich­tet, um nach Mün­chen zu flie­gen“, sag­te Watz­ke.

Ein Kan­di­dat für den KSC? In­nen­ver­tei­di­ger Mar­cin Ka­min­ski (Lech Po­sen). Fo­to: im­a­go

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