Sechs Ti­ckets für Rio ver­ge­ben

Ka­nu­ten kämp­fen um die Olym­pia-Start­plät­ze

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Avs

Sechs Start­plät­ze im Mi­ni-Olym­pia-Ka­der der deut­schen Renn­sport-Ka­nu­ten sind schon mal ver­ge­ben. Über die rest­li­chen soll spä­tes­tens kom­men­des Wo­che­n­en­de ei­ne Ent­schei­dung fal­len. Mit Sie­gen beim Heim-Welt­cup in Duis­burg si­cher­ten sich Se­bas­ti­an Bren­del im Ca­na­di­er-Ei­ner über 1 000 Me­ter und Fran­zis­ka We­ber/ Ti­na Diet­ze im Ka­jak-Zwei­er über 500 Me­ter ges­tern er­war­tungs­ge­mäß ih­re Ti­ckets für die Spie­le in Rio de Janei­ro. Die drei Olym­pia­sie­ger kön­nen dank ih­rer Er­fol­ge beim ers­ten in­ter­na­tio­na­len Här­te­test fest für Rio pla­nen – eben­so wie drei wei­te­re Ka­jak-Kol­le­gen: Die Zwei­er-Welt­meis­ter Max Rend­schmidt/Mar­cus Groß knack­ten mit Rang vier die Norm, dem Olym­pia-Drit­ten Max Hoff reich­te im Ei­ner Platz drei. „Die Er­geb­nis­se lie­gen im Be­reich des Er­war­te­ten, auch wenn der ei­ne oder an­de­re Ath­let noch nicht in Top­form ist“, sag­te Bun­des­trai­ner Rei­ner Kieß­ler, der die Padd­ler in Rio zum Ab­schluss sei­ner Kar­rie­re nach den Vor­stel­lun­gen des Deut­schen Ka­nu-Ver­ban­des zu sechs Olym­pia-Me­dail­len füh­ren soll. Ei­ne da­von ha­ben die Sprin­ter Ro­nald Rau­he und Tom Liebs­cher im Ka­jak-Zwei­er über 200 Me­ter im Vi­sier. In Duis­burg ver­pass­ten sie als Fünf­te ih­res Fi­nal­laufs al­ler­dings vor­erst die Qua­li­fi­ka­ti­ons­norm. Beim zwei­ten Welt­cup kom­men­des Wo­che­n­en­de im tsche­chi­schen Ra­ci­ce müs­sen sie nun nach­le­gen. Das Olym­pia-Auf­ge­bot der Ka­nu­ten wird nach dem Ver­pas­sen meh­re­rer Start­plät­ze nur elf Ath­le­ten um­fas­sen. Die Ka­jak-Frau­en ha­ben eben­so wie die Män­ner fünf Start­plät­ze; hin­zu kommt ein Ca­na­di­er-Platz, den sich Bren­del nun ge­si­chert hat. Um­kämpft sind nach der Qua­li­fi­ka­ti­on jetzt noch die drei üb­ri­gen Frau­en-Plät­ze. Aus Karls­ru­her Sicht ist die­se Ent­schei­dung erst ein­mal ver­tagt. Ve­re­na Hantl ver­pass­te in ei­nem sehr stark be­setz­ten Se­mi-Fi­na­le im Ei­n­er­ka­jak Die Karls­ru­he­rin Azi­ze Ni­ma­ni ist bei den Box-Welt­meis­ter­schaf­ten der Frau­en in Astana ins Ach­tel­fi­na­le ein­ge­zo­gen. Die 25 Jah­re al­te Flie­gen­ge­wicht­le­rin (bis 51 kg) be­sieg­te ges­tern die fünf­ma­li­ge Welt­meis­te­rin Ma­ry Com aus In­di­en nach Punk­ten über 500 Me­ter den Ein­zug ins A-Fi­na­le. Da­mit kann sie die Kri­te­ri­en des Deut­schen Ka­nu-Ver­bands in Duis­burg nicht mehr er­fül­len. Als Teil des Kern-Teams, be­kommt die 26-jäh­ri­ge Karls­ru­he­rin in der nächs­ten Wo­che in Ra­ci­ce/Tsche­chi­en ei­ne wei­te­re Chan­ce. (2:0). Im Ach­tel­fi­na­le trifft Ni­ma­ni auf die an Num­mer eins ge­setz­te Ita­lie­ne­rin Mar­zia Da­vi­de, WM-Zwei­te und Eu­ro­pa­meis­te­rin von 2014. „Ein klas­se Kampf von Azi­ze“, sag­te Trai­ner Micha­el Timm, der die Karls­ru­he­rin am Bun­des­stütz­punkt Schwe­rin be­treut. Ni­ma­ni ist als ein­zi­ge deut­sche Bo­xe­rin in ei­ner der drei olym­pi­schen Klas­sen im Tur­nier ver­blie­ben. Sa­rah Scheu­rich (Schwe­rin/Mit­tel­ge­wicht) und Tas­hee­na Bu­gar (Karls­ru­he/Leicht­ge­wicht) sind be­reits aus­ge­schie­den. sei­ner Gold-Mis­si­on ge­schei­tert. Schon beim hei­mi­schen Olym­pia­tur­nier vor zwei Jah­ren in Sot­schi (Vier­tel­fi­na­le) und bei der letz­ten Heim-WM 2007 (Halb­fi­na­le) hat­te das Team Suo­mi den Traum der Sbor­na­ja von Gold im ei­ge­nen Land zer­stört. Da­bei lief es für die „ro­te Ma­schi­ne“an­fangs wie ge­schmiert: Be­reits in der 3. Mi­nu­te brach­te Ser­gej Schi­ro­kow die Haus­her­ren vor 12 000 Fans im Mos­kau­er Eis­pa­last in Füh­rung. Im zwei­ten Drit­tel dreh­ten je­doch die als ein­zi­ge Tur­nier­mann­schaft noch un­ge­schla­ge­nen Fin­nen auf und brach­ten Russ­land durch Tref­fer von Se­bas­ti­an Aho (26. und 39.) und Jus­si Jo­ki­nen (36.) un­ter Zug­zwang. Die Schluss­of­fen­si­ve des 27-ma­li­gen Welt­meis­ters im letz­ten Drit­tel ent­täusch­te je­doch. Die de­fen­siv star­ken Fin­nen um den über­ra­gen­den Tor­hü­ter Mik­ko Kos­ki­nen hat­ten kaum Pro­ble­me, die Füh­rung über die Zeit zu brin­gen. sid

Tor­schüt­ze zum 2:1 für Finn­land: Jus­si Jo­ki­nen. Am En­de stand es 3:1 und Gast­ge­ber Russ­land war raus aus der Welt­meis­ter­schaft im ei­ge­nen Land. Fo­to: avs

Si­cher bei den Olym­pi­schen Spie­len in Rio da­bei: Se­bas­ti­an Bren­del. Fo­to: avs

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