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Ken­nen Sie Ar­thur Grö­ne­mey­er?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Wolf­gang We­ber

Nach dem Tod von Hans-Dietrich Gen­scher vor ei­ni­gen Wo­chen sag­te Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck beim Staats­akt, nicht we­ni­ge Deut­sche wür­den wahr­schein­lich glau­ben, der Vor­na­me Gen­schers sei „Au­ßen­mi­nis­ter“ge­we­sen, da 18 Jah­re lang im­mer wie­der von die­sem „Au­ßen­mi­nis­ter Gen­scher“die Re­de ge­we­sen wä­re. „Au­ßen­mi­nis­ter“ge­hört al­ler­dings mit Si­cher­heit zu je­nen Na­men, die bei Stan­des­be­am­ten über­haupt nicht gut an­kä­men und er­go wohl eher ab­ge­lehnt wür­den. In Groß­bri­tan­ni­en muss­te sich un­längst so­gar ein Ge­richt mit ei­nem ei­gen­ar­ti­gen Vor­na­men be­fas­sen. Dort ver­hin­der­ten Rich­ter, dass ei­ne Mut­ter ihr Mäd­chen „Cya­ni­de“(deutsch: Zya­nid) nennt. Die Mut­ter hat­te ar­gu­men­tiert, Cya­ni­de sei ein „ent­zü­cken­der, hüb­scher Na­me“mit ei­nem po­si­ti­ven Bei­klang, denn schließ­lich ha­be Zya­nid ge­hol­fen, Adolf Hit­ler zu tö­ten. Die Rich­te­rin sah das an­ders: „Wenn das Mäd­chen nach ei­nem töd­li­chen Gift be­nannt wird, wird es dar­in kaum et­was an­de­res se­hen kön­nen, als ei­ne voll­stän­di­ge Zu­rück­wei­sung durch sei­ne leib­li­che Mut­ter“. In Deutsch­land üb­ri­gens sind ex­akt 44,4 Pro­zent der Men­schen mit ih­ren Vor­na­men „sehr zu­frie­den“. Dies er­gab ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge des Markt­for­schungs­in­sti­tuts GfK im Auf­trag des Por­tals „Apo­the­ken-Um­schau.de“. Wei­te­re 41,5 Pro­zent ga­ben an, sie sei­en „im Gro­ßen und Gan­zen“zu­frie­den. Le­dig­lich zwei Pro­zent mö­gen ih­ren Vor­na­men laut Um­fra­ge so we­nig, dass sie ihn am liebs­ten wech­seln wür­den. Man­che Men­schen sind al­ler­dings auch et­was zwie­ge­spal­ten, wenn sie auf ih­re(n) Vor­na­men an­ge­spro­chen wer­den. Der Sän­ger Her­bert Grö­ne­mey­er zum Bei­spiel heißt ei­gent­lich Her­bert Ar­thur Wig­lev Cla­mor Grö­ne­mey­er. Ar­thur war sein Ur­groß­va­ter, Wig­lev hieß sein Hal­bon­kel. Und „Cla­mor“? Die­ser Na­me kommt aus dem Latei­ni­schen und be­deu­tet „Ge­schrei“, was ja ir­gend­wie ganz gut zum „Ge­sang“Grö­ne­mey­ers passt. Doch wo kommt der Her­bert her? So hieß des Sän­gers Groß­va­ter. Wenn er al­ler­dings hät­te frei wäh­len kön­nen, so Grö­ne­mey­er, wür­de er heu­te mit Erst­na­men si­cher­lich nicht so hei­ßen, wie er heißt, denn „Her­bert ist der blö­des­te von al­len mei­nen Na­men.“Na­ja, im­mer noch bes­ser als „Cya­ni­de“oder „Au­ßen­mi­nis­ter“.

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