Furcht?– Kei­ne Spur!

Fried­hofs­gärt­ner ma­chen Knirp­se mit ih­rem Ar­beits­feld ver­traut

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

ried­hofs­gärt­ner las­sen sich re­gel­mä­ßig bei ih­rer Ar­beit von Kin­dern über die Schul­ter schau­en.

Da­mit Kin­der und Ju­gend­li­che den Be­ruf ei­nes Fried­hofs­gärt­ners ken­nen­ler­nen und mit dem Fried­hof als Ort ver­trau­ter wer­den, bie­ten vie­le Fried­hofs­gärt­ner re­gel­mä­ßig Ak­tio­nen an. Da­zu ge­hö­ren spe­zi­el­le Füh­run­gen über den Fried­hof, aber auch er­leb­ba­re Bil­dungs­an­ge­bo­te für Kin­der. Auf dem Duis­bur­ger Fried­hof in Trom­pet bei­spiels­wei­se, gibt es ei­nen so­ge­nann­ten In­sek­ten­fried­hof. Hier be­er­di­gen Kin­der re­gel­mä­ßig Scho­ko­la­den­kä­fer und ler­nen Be­er­di­gungs­ze­re­mo­ni­en ken­nen. Aus Na­tur­ma­te­ria­li­en wer­den klei­ne Grä­ber ge­stal­tet.

Auf­ge­regt wu­seln vie­le Kin­der­hän­de im Bo­den her­um, um den klei­nen Ge­denk­stein in Form ei­nes Ma­ri­en­kä­fers rich­tig aus­zu­rich­ten. „Schön,...so kann es blei­ben“, lau­tet das Grup­pen­fa­zit ein­stim­mig, als der Ge­denk­stein an Ort und Stel­le liegt. Kaum ist das ei­ne Pro­jekt ab- ge­schlos­sen, stür­zen sich die Knirp­se auf die Zwerg­wei­de, die so­gleich mit selbst­ge­bas­tel­ten Kar­ten ver­ziert wird.

Vie­le Fried­hofs­gärt­ner in ganz Deutsch­land füh­ren re­gel­mä­ßig spie­le­ri­sche Ak­tio­nen mit Kin­der­grup­pen auf den Fried­hö­fen durch, um den Kin­dern über ih­ren Be­ruf zu er­zäh­len und zu zei­gen, dass sie kei­ne Angst vor dem Fried­hof ha­ben müs­sen. „Da­bei ha­ben wir sel­ber schnell fest­ge­stellt, dass sich die meis­ten Kin­der gar nicht vor dem Ort fürch­ten. Ein gu­ter Lern­pro­zess für uns Er­wach­se­ne“, er­klärt Man­fred Fr­eu­ken, selbst Fried­hofs­gärt­ner in Duis­burg und ak­tiv tä­tig im Bund deut­scher Fried­hofs­gärt­ner (BdF) im Zen­tral­ver­band Gar­ten­bau e.V. (ZVG).

Ob das ge­mein­sa­me Be­ma­len von Ge­denk­stei­nen oder kind­ge­rech­te bo­ta­ni­sche Füh­run­gen – meist ist das Eis zwi­schen den Gärt­nern und Kin­der­scha­ren im Nu ge­bro­chen. Letz­te­re fin­den es vor al­lem span­nend mit den ver­schie­de­nen Na­tur­ma­te­ria­li­en zu ar­bei­ten: So wer­den klei­ne Holz­stö­cken, St­ei­ne in ver­schie­de­nen For­men und Grö­ßen so­wie bun­te Blü­ten­blät­ter zu­sam­men­ge­sucht. Aus den un­ter­schied­li­chen Ma­te­ria­li­en wie­der­um ent­ste­hen in Win­des­ei­le kunst­vol­le Man­da­las (Sym­bolk­rei­se). Ganz ne­ben­bei er­fah­ren die Kin­der, was es be­deu­tet auf dem Fried­hof zu ar­bei­ten und der Na­tur täg­lich nah zu sein. Und sie er­le­ben, dass Fried­hofs­gärt­ner ein Teil des Fried­ho­fes sind und mit ih­ren Leis­tun­gen vie­len Men­schen in ei­ner der schwers­ten Pha­sen ih­res Le­bens hel­fen – durch ein schön und in­di­vi­du­ell ge­stal­te­tes Gr­ab.

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