Holz­fäl­ler im Ur­wald

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - AFP

Un­ge­ach­tet des Wi­der­stands von Um­welt­schüt­zern und Wis­sen­schaft­lern hat Po­len nach An­ga­ben von Gre­en­peace mit Baum­fäl­lun­gen in Eu­ro­pas letz­tem Ur­wald be­gon­nen. Vor we­ni­gen Ta­gen sei­en Bäu­me im Wald von Bia­lo­wie­za ge­fällt wor­den, teil­te die Um­welt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on mit. Nach An­ga­ben des pol­ni­schen Um­welt­mi­nis­te­ri­ums soll so die Ver­brei­tung ei­nes schäd­li­chen Bor­ken­kä­fers in dem UnescoNa­tur­er­be ge­stoppt wer­den. Die pol­ni­sche Re­gie­rung und Forst­di­rek­ti­on spricht von Maß­nah­men zum „Schutz“des rie­si­gen Wal­des, der Le­bens­raum für rund 20 000 Tier­ar­ten ist, dar­un­ter hun­der­te Bi­sons. Auch Eu­ro­pas größ­te Bäu­me, die 50 Me­ter hoch sind, ste­hen in Bia­lo­wie­za. Der Di­rek­tor der na­tio­na­len Forst­be­hör­de, Kon­rad To­mas­zew­ski, sag­te es ge­he dar­um, die Zer­stö­rung des Wal­des auf­zu­hal­ten, aber auch „Leib und Le­ben der ört­li­chen Be­völ­ke­rung, den Stra­ßen­ver­kehr zu schüt­zen und die Ge­fah­ren von Waldbränden zu be­kämp­fen“. Um­welt­schüt­zer kri­ti­sie­ren die Fäl­lun­gen als un­sin­nig und als mög­li­che Ver­let­zung von EURecht. Um­welt­mi­nis­ter Jan Szy­sz­ko ha­be nicht be­grif­fen, dass der Bor­ken­kä­fer ein „na­tür­li­cher Be­su­cher“des Wal­des sei, der „im­mer schon exis­tier­te und den der Wald über­lebt“ha­be, sag­te die pol­ni­sche Gre­en­peace-Ver­tre­te­rin Kat­ar­zy­na Ja­giel­lo. Sie rief die EU-Kom­mis­si­on auf ein­zu­schrei­ten, be­vor un­um­kehr­ba­re Schä­den an­ge­rich­tet wür­den. Szy­sz­ko hat­te En­de März ver­si­chert, dass der von der Unesco ge­schütz­te Teil des Wal­des nicht be­trof­fen sein wer­de. Nach den von der Re­gie­rung ge­neh­mig­ten Plä­nen sol­len im Wald von Bia­lo­wie­za im Zei­t­raum von zehn Jah­ren mehr als 180000 Ku­bik­me­ter Holz ge­schla­gen wer­den. Das sind deut­lich mehr als die bis­her ge­plan­ten 40 000 Ku­bik­me­ter. Der Wald von Bia­lo­wie­za gilt als Eu­ro­pas letz­ter Ur­wald. Er er­streckt sich über 150000 Hekt­ar ent­lang der Gren­ze zwi­schen Po­len und Weiß­russ­land. Wäh­rend der weiß­rus­si­sche Teil kom­plett als Na­tio­nal­park un­ter Schutz steht, ist auf pol­ni­scher Sei­te nur ein Teil Schutz­ge­biet. Der Wald zählt zum Welt­na­tur­er­be der UN-Kul­tur­or­ga­ni­sa­ti­on Unesco.

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