Ric­ci­ar­do är­gert Sil­ber­pfei­le

In Mo­na­co steht der Red-Bull-Pi­lot zum ers­ten Mal auf dem bes­ten Start­platz

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - avs

Ni­co Ros­berg und Le­wis Ha­mil­ton konn­ten die gu­te Lau­ne von Pre­mie­re-Po­le-Mann Da­ni­el Ric­ci­ar­do nur schwer er­tra­gen. Der Red-Bull-Pi­lot schnapp­te dem Mer­ce­des-Duo mit der ers­ten Po­le-Po­si­ti­on sei­ner Kar­rie­re den bes­ten Start­platz für den For­mel-1-Klas­si­ker in Monte Carlo weg. Mit Platz vier hin­ter Ric­ci­ar­do, Ros­berg und Ha­mil­ton muss­te sich Se­bas­ti­an Vet­tel im Fer­ra­ri ab­fin­den. Im­mer­hin konn­te sich das deut­sche Er­geb­nis ins­ge­samt se­hen las­sen: Fünf­ter wur­de in der Qua­li­fi­ka­ti­on Ni­co Hül­ken­berg im Force In­dia. An Ric­ci­ar­do kam aber nie­mand ran. „Da­ni­el war ein­fach schnell heu­te, das war’s“, mein­te Ros­berg, kün­dig­te aber un­be­irrt an, heu­te (14 Uhr/ RTL und Sky) voll auf Sieg fah­ren zu wol­len. An­ders als der ge­bür­ti­ge Wies­ba­de­ner mit Wahl­wohn­sitz Monte Carlo hat­te sich Ha­mil­ton auch rund zwei St­un­den nach der Qua­li­fi­ka­ti­on noch im­mer nicht von ei­nem er­neu­ten Pro­blem an sei­nem Mer­ce­des er­holt. „Es ist nor­mal ge­wor­den“, kom­men­tier­te er Erd­bee­ren es­send und spür­bar nie­der­ge­schla­gen die De­fekt­se­rie an sei­nem Sil­ber­pfeil. „Ich ha­be kei­ne Po­wer“, hat­te er wäh­rend der letz­ten K.-o.-Run­de an die Box ge­funkt. Er hat­te es mit sei­nem Wa­gen beim ers­ten Ver­such nicht mal aus der Bo­xen­gas­se ge­schafft. Die Mecha­ni­ker eil­ten zur Hil­fe und scho­ben den Sil­ber­pfeil zu­rück in die Box. We­ni­ge Mi­nu­te spä­ter kam er zu­rück auf den Kurs. Man ma­che ge­ra­de schwe­re Zei­ten durch, räum­te Wolff mit Blick auf die Pan­nen­se­rie ein. Dies­mal wa­ren es Pro­ble­me mit dem Ben­zin­druck. In Chi­na und Russ­land war Ha­mil­ton vom Hy­bridsys­tem so­gar ganz aus­ge­bremst wor­den. Die bes­te Lau­ne un­ter den Ver­fol­gern von Po­le­set­ter Ric­ci­ar­do vor der Jagd durch die en­gen Stra­ßen von Mo­na­co hat­te noch Vet­tel. „Wir ha­ben ein groß­ar­ti­ges Au­to und ei­ne groß­ar­ti­ge Pace“, be­ton­te der 28-Jäh­ri­ge. „In Mo­na­co kann viel pas­sie­ren.“Klar ist aber, dass Red Bull wie­der oben mit­an­ge­kom­men ist – auf je­den Fall auf dem spe­zi­el­len 3,337 Ki­lo­me­ter lan­gen Kurs im Fürs­ten­tum. Sta­tis­tisch hat Ric­ci­ar­do auch bes­te Aus­sich­ten auf den Sieg: In den ver­gan­ge­nen zwölf Ren­nen ge­wann zehn­mal der Po­le-Mann. „Es fühlt sich gut an, ich lie­be die­sen Ort schon im­mer, und das Au­to ist auch gut“, be­ton­te Ric­ci­ar­do. Des­sen Team­kol­le­ge Max Ver­stap­pen hat­te vor zwei Wo­chen in Spa­ni­en ge­won­nen. Nun aber muss­te der mit 18 Jah­ren jüngs­te Grand-Prix-Ge­win­ner schon wie­der ei­nen Dämp­fer hin­neh­men: Er de­mo­lier­te gleich zu Be­ginn der Qua­li­fi­ka­ti­on sei­nen Wa­gen und muss von weit hin­ten star­ten. „Ich hat­te ein­fach zu früh ein­ge­lenkt, woll­te zu viel. Das war ei­ne Fehl­kal­ku­la­ti­on“, sag­te er. Die Qua­li­fi­ka­ti­on muss­te nach sei­nem Crash be­reits zum zwei­ten Mal un­ter­bro­chen wer­den. Ren­nen kaum zu­ge­hen. Zu­mal die Me­teo­ro­lo­gen mit ge­le­gent­li­chen Schau­ern rech­nen. Am Start wird sich den­noch wo­mög­lich schon al­les ent­schei­den: Ver­tei­digt Ric­ci­ar­do die Po­le, hilft den Ver­fol­gern nur noch ei­ne per­fek­te Stra­te­gie. Über­ho­len ist so gut wie un­mög­lich. Der Aus­tra­li­er be­legt zur­zeit noch den fünf­ten WM-Platz.

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Fo­to: avs

Das spe­zi­ells­te Ren­nen der For­mel-1-Sai­son: Der Stadt­kurs von Mo­na­co bie­tet nur we­ni­ge Über­hol­mög­lich­kei­ten, aber je­de Men­ge ge­fähr­li­cher Stel­len, um aus­zu­schei­den. Bei der gest­ri­gen Qua­li­fi­ka­ti­on lan­de­ten Ni­co Ros­berg, Le­wis Ha­mil­ton und Se­bas­ti­an Vet­tel hin­ter Da­ni­el Ric­ci­ar­do. Und der Aus­tra­li­er auf der Po­le-Po­si­ti­on hat da­mit gu­te Sieg­mög­lich­kei­ten.

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