KSC: Bri­san­tes bei der Li­zenz

Für den KSC gab’s Li­zenz­pro­ble­me we­gen Aus­tra­gung von Ri­si­ko­spie­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ha­rald Lin­der

Mor­gen ent­schei­det die Deut­sche Fuß­ball-Li­ga (DFL) über die Li­zen­zen der Zwei­ten Li­ga. Da­mit der KSC die Spiel­erlaub­nis er­hal­ten kann, muss­te er ei­ni­ge An­stren­gun­gen und „Knif­fe“in Sa­chen Si­cher­heit un­ter­neh­men. Die DFL ver­lang­te auch für Ri­si­ko­spie­le wie ge­gen Stuttgart und Kai­sers­lau­tern, dass je­de An­stoß­zeit mög­lich sei.

Mor­gen wird der Li­zen­zie­rungs­aus­schuss der Deut­schen Fuß­ball-Li­ga (DFL) end­gül­tig über die Spiel­erlaub­nis für die Zweit­li­ga­ver­ei­ne ent­schei­den, de­nen der Li­ga­ver­band am 18. April die Li­zenz mit Auf­la­gen er­teilt hat­te, die bis zum 24. Mai er­füllt sein muss­ten. Beim KSC hieß es zu­nächst, dass dies „kein Pro­blem“sei, aber ei­ne der Auf­la­gen, die der ba­di­sche Zweit­li­gist er­fül­len muss­te, er­wies sich als so bri­sant, dass die Li­zenz ge­fähr­det war. So for­der­te die DFL in ih­rem Schrei­ben vom 18. April vom KSC die Be­nen­nung ei­nes Aus­weich­sta­di­ons für so­ge­nann­te „Ri­si­ko­spie­le“(VfB Stuttgart, 1. FC Kai­sers­lau­tern, Dy­na­mo Dres­den). „Die Vor­aus­set­zung ge­mäß § 6 Abs. 1 LO für die Er­fül­lung der in­fra­struk­tu­rel­len Kri­te­ri­en liegt nicht vor, da der Be­wer­ber mit dem Wild­park­sta­di­on über ei­ne Spiel­stät­te ver­fügt, in dem nicht al­le Spie­le des Be­wer­bers (ins­be­son­de­re Ri­si­ko­spie­le) un­ein­ge­schränkt aus­ge­tra­gen wer­den kön­nen“, heißt es da.

Po­li­zei-Be­den­ken bei Abend­spiel ge­gen VfB

Der Grund für die­se Auf­la­ge: Im vom KSC ein­ge­reich­ten Li­zenz­an­trag hat die Po­li­zei die ver­lang­te „un­ein­ge­schränk­te Nutz­bar­keit“des Wild­park­sta­di­ons zu­nächst ver­neint. Sie mach­te deut­lich, dass Spie­le bei­spiels­wei­se ge­gen die er­wähn­ten Ver­ei­ne aus Stuttgart, Kai­sers­lau­tern oder Dres­den aus Si­cher­heits­grün­den „nicht abends“statt­fin­den dür­fen. Da die DFL aber die „un­ein­ge­schränk­te Nutz­bar­keit“ei­nes Sta­di­ons „zu al­len vom Li­ga­ver­band an­ge­setz­ten An­stoß­zei­ten“zwin­gend ein­for­dert, muss­te der KSC ent­spre­chen­de Ver­trä­ge für ein Aus­weich­sta­di­on vor­le­gen. Oder doch noch „die un­ein­ge­schränk­te Nutz­bar­keit des Wild­park­sta­di­ons für al­le Heim­spie­le (. . .) durch Be­stä­ti­gung der Si­cher­heits­trä­ger nach­wei­sen“, wie es in der Auf­la­ge heißt. Bei der Su­che nach ei­nem Aus­weich­sta­di­on han­del­te sich der KSC aber rei­hen­wei­se Kör­be ein und so kon­fe­rier­te Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther in den ver­gan­ge­nen Wo­chen mehr als ein­mal mit den Si­cher­heits­be­hör­den, um „un­ter Höch­st­ein­satz und mit gu­ten Ar­gu­men­ten das Po­li­zei­prä­si­di­um da­zu zu be­we­gen, die ur­sprüng­li­che Stel­lung­nah­me ge­gen­über der DFL zur un­ein­ge­schränk­ten Nutz­bar­keit des Wild­park­sta­di­ons ab­zu­än­dern, was glück­li­cher­wei­se ge­lun­gen ist“, wie von KSC-Sei­te ver­lau­tet. So soll in dem neu­en An­trag der Pas­sus, dass die Spie­le ge­gen Stuttgart, Kai­sers­lau­tern und Dres­den als Ri­si­ko­spie­le „nicht abends“statt­fin­den dür­fen, er­satz­los ent­fal­len sein. „Oh­ne Abän­de­rung der Er­klä­rung hät­te der KSC kei­ne Li­zenz er­hal­ten“, heißt es da­zu aus dem Wild­park. Mitt­ler­wei­le hat die DFL dem KSC den frist­ge­rech­ten Ein­gang die­ser „an­ge­pass­ten Be­stä­ti­gung be­züg­lich der un­ein­ge­schränk­ten Nutz­bar­keit des Wild­park­sta­di­ons“be­stä­tigt und so sieht man der mor­gi­gen Ent­schei­dung aus Frankfurt hoff­nungs­voll ent­ge­gen. Was die an­ge­spro­che­nen Ri­si­ko­spie­le an­be­langt, will man in Ab­spra­che mit der Po­li­zei auf die Spiel­plan­ge­stal­tung da­hin­ge­hend ein­wir­ken, dass die Be­geg­nun­gen ge­gen Stuttgart, Kai­sers­lau­tern und Dres­den „auf je­den Fall bei Ta­ges­licht aus­ge­tra­gen wer­den“, wie Mar­tin Pla­te, der Pres­se­spre­cher der Karls­ru­her Po­li­zei dem SONN­TAG sag­te, wo­bei er be­ton­te, „dass sich an un­se­rer Ein­schät­zung die­ser Be­geg­nun­gen als Hoch­ri­si­ko­spie­le nichts ge­än­dert hat“.

Fo­to: GES/Gün­gör

Mas­si­ve Po­li­zei­prä­senz beim Wild­park­sta­di­on, wie hier bei der Re­le­ga­ti­on 2015 ge­gen den HSV, ist bei Ri­si­ko­spie­len nö­tig. Und die soll­ten des­halb mög­lichst nicht abends aus­ge­tra­gen wer­den. Vom KSC for­dert die Deut­sche Fuß­ball-Li­ga trotz­dem ei­ne „un­ein­ge­schränk­te Nutz­bar­keit“zu al­len An­stoß­zei­ten.

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