Das Wort zum Sonn­tag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - von Pfar­rer Er­win Schmidt, Seel­sor­ge­ein­heit St. Ra­pha­el, Karls­ru­he Nord-Ost

„Es ist nicht al­les Gold, was glänzt“. Wir sind stets be­müht, den Schein zu wah­ren. Nicht im­mer stimmt un­ser äu­ße­res Auf­tre­ten mit dem über­ein, wie es uns im In­nern geht. So man­che Brü­che und Ver­let­zun­gen gilt es zeit­le­bens mit uns her­um­zu­tra­gen und zu hei­len. Seit der Zeit des Urchris­ten­tums ist den Chris­ten das Brot­bre­chen wich­tig. Im Got­tes­dienst wird das Brot ge­bro­chen und aus­ge­teilt als Zei­chen der un­ver­brüch­li­chen Ge­mein­schaft mit Gott und un­ter­ein­an­der. An Fron­leich­nam wur­de es vie­ler­orts wie­der durch die Stra­ßen der Stadt ge­tra­gen, auf­be­wahrt in kost­ba­ren Ge­fä­ßen. In die­sem ge­bro­che­nen Brot ist uns der na­he, der un­se­re Ge­bro­chen­heit an­nahm, oh­ne end­gül­tig dar­an zu zer­bre­chen. Er hat Men­schen von ih­ren Ge­bre­chen ge­heilt und ließ sich am En­de selbst am Kreuz die Kno­chen bre­chen. In den Bruch­stel­len des Le­bens will uns ei­ner ganz na­he sein mit sei­ner hei­len­den Kraft und Ge­gen­wart. Weil eben nicht al­les Gold ist, was glänzt, dür­fen wir ihm im­mer wie­der neu un­ser Ver­sa­gen hin­hal­ten, die Zer­brech­lich­keit un­se­rer Be­zie­hun­gen, Ent­täu­schun­gen und zer­bro­che­ne Hoff­nun­gen. Im Blick auf ihn dür­fen wir die Brü­che un­se­res Le­bens an­neh­men und vor Gott tra­gen. Und bei al­lem darf uns die Zu­ver­sicht prä­gen, dass er ein­mal al­les zu ei­nem run­den Gan­zen zu­sam­men­fü­gen wird. Wenn er ein­mal sa­gen wird: „Seht, ich ma­che al­les neu“(Offb. 21,5) ha­ben wir kei­nen Grund mehr zu kla­gen und zu wei­nen. Er wird dann die Mit­te von al­lem sein. Nach den vie­len Fes­ten und Fei­ern der ver­gan­ge­nen Wo­chen dür­fen wir mit die­ser Hoff­nung im All­tag un­se­res Le­bens un­ter­wegs sein, auch wenn nicht al­les Gold ist, was glänzt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.