Ade­nau­er war oft be­lei­digt

Sei­ne Re­gie­rung stell­te Hun­der­te Straf­an­trä­ge / Vie­le Ge­fäng­nis­stra­fen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Avs

Die Bun­des­re­gie­rung un­ter Kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er hat in ih­rer Amts­zeit von 1949 bis 1963 Hun­der­te Straf­an­trä­ge we­gen „po­li­ti­scher Be­lei­di­gung“ge­stellt. Dies geht nach „Spie­gel“Re­cher­chen aus Ak­ten im Bun­des­ar­chiv her­vor. Die­se Ver­fah­ren führ­ten dem­nach al­lein bis En­de 1952 zu meh­re­ren Dut­zend Ge­fäng­nis­stra­fen von durch­schnitt­lich drei Mo­na­ten. Be­trof­fen von den Be­lei­di­gungs­Ü­bel­tä­ter: kla­gen wa­ren Jour­na­lis­ten, Lin­ke, Kom­mu­nis­ten, aber auch un­ver­bes­ser­li­che Na­zis und pö­beln­de Wut­bür­ger, wie das Ma­ga­zin schreibt. Ade­nau­er ha­be et­wa Straf­an­trä­ge ge­stellt, wenn er als „La­kai“von Bri­ten und Ame­ri­ka­nern oder die Bun­des­re­gie­rung als An­samm­lung von „Feig­lin­gen und Lum­pen“be­zeich­net wur­de. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um führ­te da­mals ei­ne „Be­lei­di­gungs­kar­tei“der In ei­nem um­fang­rei­chen Schrift­ver­kehr ko­or­di­nier­ten der Kanz­ler, die Mi­nis­ter und ih­re Mit­ar­bei­ter das Vor­ge­hen, wie der „Spie­gel“be­rich­tet. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hat­te im April in ei­ner um­strit­te­nen Ent­schei­dung die deut­sche Jus­tiz da­zu er­mäch­tigt, ge­gen den Sa­ti­ri­ker Jan Böh­mer­mann we­gen Be­lei­di­gung des tür­ki­schen Staats­prä­si­den­ten Re­cep Tay­yip Er­do­gan zu er­mit­teln.

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