Gens­hei­mer will die Kro­ne

Heu­te, 15 Uhr, Sport1: TuS N-Lüb­be­cke – Rhein-Neckar Lö­wen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Chris­toph Stu­ken­brock

Uwe Gens­hei­mer hat ei­nen Traum. Der „Kö­nig der Lö­wen“will sich end­lich die Kro­ne auf­set­zen. Nach 13 Jah­ren, mehr als 500 Spie­len und zwei tra­gi­schen Vi­ze­meis­ter­schaf­ten winkt ihm nun die lang er­sehn­te ers­te Meis­ter­schaft mit sei­nem Her­zens­klub. Aus­ge­rech­net bei sei­nem Ab­schied von der Bun­des­li­ga-Büh­ne. „Der Titel wä­re für mich ein traum­haf­ter Ab­schied und für die ge­sam­te Mann­schaft ei­ne Be­loh­nung für die letz­ten Jah­re“, sag­te der bis­lang un­ge­krön­te Ka­pi­tän der Rhein-Neckar Lö­wen. Gens­hei­mer be­fin­det sich im emo­tio­na­len Aus­nah­me­zu­stand. Sport­lich steht der gol­de­ne Ab­schluss sei­ner Lö­wen-Zeit auf dem Spiel, erst am Mitt­woch wur­de er zum ers­ten Mal Va­ter. Sei­ne San­dra brach­te den klei­nen Mat­ti zur Welt. Nur noch 60 Mi­nu­ten, nur noch ein Sieg heu­te (15 Uhr/ Sport1) beim Ab­stei­ger TuS N-Lüb­be­cke tren­nen Gens­hei­mer und sein Team nun vom ers­den“, ten na­tio­na­len Titel. An­ge­sichts des um 30 Tref­fer bes­se­ren Tor­ver­hält­nis­ses ge­gen­über der SG Flens­burg-Han­de­witt (spielt zeit­gleich ge­gen den Ber­gi­schen HC) dürf­te den Mann­hei­mern schon ein Re­mis ge­nü­gen. Doch Gens­hei­mer spürt den Druck. Neun­mal stand er mit den Lö­wen im Fi­nal Four des DHB-Po­kals – neun­mal ju­bel­ten an­de­re. Zwei­mal stand er mit sei­ner Mann­schaft kurz vor der Meis­ter­krö­nung, zwei­mal fing der THW Kiel die Ba­de­ner auf der Ziel­ge­ra­den noch ab. „Wenn man so nah dran war, dann gilt es, die­se Mis­si­on ir­gend­wann zu er­fül­len. Ge­lingt das nicht, wird es schwer, in sport­li­cher Hin­sicht noch ein­mal glück­lich zu wer- sagt Gens­hei­mer und ließ da­bei kurz vor sei­nem Wech­sel zum Star­ensem­ble von Pa­ris St. Ger­main tief bli­cken. Der Ab­schied aus sei­ner Hei­mat, das ist nicht zu über­se­hen, fällt Gens­hei­mer, der we­gen sei­ner Wurf­va­ri­an­ten auch als „Mann mit dem Gum­mi­arm“be­zeich­net wird, un­ge­mein schwer. Bei sei­ner of­fi­zi­el­len Ver­ab­schie­dung im Heim­spiel am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de flos­sen Trä­nen – kein Wun­der: Gens­hei­mer ist Mann­heim. Und Mann­heim ist Gens­hei­mer. Kein Spie­ler ver­kör­per­te den Club im letz­ten Jahr­zehnt so wie er. Die Eu­pho­rie in Mann­heim ist vor dem letz­ten Spiel­tag rie­sig. Die Par­tie wer­den heu­te bis zu 5000 Fans beim Pu­b­lic Viewing im Fried­richs­park ver­fol­gen, für Mon­tag ist ein Emp­fang der Mann­schaft in der In­nen­stadt ge­plant. „Wir müs­sen den Bock jetzt um­sto­ßen“, sag­te Te­am­ma­na­ger Oli­ver Rog­gisch. Gens­hei­mer sieht das ge­nau­so.

Der „Kö­nig der Lö­wen“will end­lich den Titel

Ab­schied mit dem Titel? Uwe Gens­hei­mer kann mit den Lö­wen heu­te Meis­ter wer­den. Fo­to: avs

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