Ra­c­ing be­en­det die Durst­stre­cke

Nach sechs Jah­ren zu­rück in der Li­gue 2

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Auf­stieg in­klu­si­ve Na­tio­nal­li­ga-Meis­ter­schaft – das könn­te man durch­aus als op­ti­ma­le Bi­lanz ei­ner Sai­son be­zeich­nen. Doch ganz so glatt ver­lief die Rück­kehr von Ra­c­ing Straß­burg in die Li­gue 2, die zwei­te fran­zö­si­sche Li­ga, de­fi­ni­tiv nicht. Der Tra­di­ti­ons­ver­ein aus dem El­sass hat­te in der am Frei­tag be­en­de­ten Sai­son im­mer wie­der Pha­sen, in de­nen Zwei­fel auf­ka­men, ob man es dies­mal end­lich schafft, in den fran­zö­si­schen Pro­fi­fuß­ball zu­rück­zu­keh­ren. Und dass es am En­de doch sou­ve­rä­ner wur­de, als ge­dacht, lag nicht un­be­dingt an der Do­mi­nanz der Ra­c­ing-Pro­fis, son­dern an der man­geln­den Qua­li­tät und Kon­stanz der Kon­kur­renz. Da­bei ist ein Fakt durch­aus be­mer­kens­wert: Mit nur 35 er­ziel­ten Tref­fern in 34 Par­ti­en Meis­ter zu wer­den, ist si­cher au­ßer­ge­wöhn­lich. Doch trotz der be­schei­de­nen Aus­beu­te in der Of­fen­si­ve ha­ben die El­säs­ser die bes­te Tor­dif­fe­renz der Na­tio­nal­li­ga zu bie­ten, denn die Ab­wehr um Ka­pi­tän Er­nest Se­ka ist ein­deu­tig der stärks­te Mann­schafts­teil und ließ nur 19 Ge­gen­tref­fer zu. Und man ist bei Ra­c­ing Straß­burg nicht blau­äu­gig – um in der Li­gue 2 be­ste­hen zu kön­nen, braucht man spe­zi­ell für den Sturm noch qua­li­ta­tiv gu­te Spie­ler. Denn Jé­ré­my Bla­y­ac, der „Tor­jä­ger“des Teams, kommt auf ge­ra­de ein­mal acht Tref­fer. Da­mit kommt man selbst in Frank­reich in der Zweit­klas­sig­keit nicht weit. In der Vor­sai­son schoss Ra­c­ing zwar 50 To­re, am En­de aber fehl­te ein Punkt, um auf­zu­stei­gen. Das schaff­ten der FC Red Star (Pa­ris), der FC Pa­ris und FB Bourg-Pé­ron­nas. Und zwei da­von ha­ben sich gut ge­schla­gen in der Li­gue 2. Die „Ro­ten Ster­ne“aus Pa­ris wur­den am En­de Fünf­ter – nur zwei Punk­te fehl­ten zum „Durch­marsch“in die Li­gue 1. Und Bourg-Pé­ron­nas schaff­te Platz zwölf. Für den FC Pa­ris da­ge­gen war das Aben­teu­er Zwei­te Li­ga nach nur ei­ner Sai­son be­en­det – das Team wur­de mit nur 30 Punk­ten ab­ge­schla­gen Ta­bel­len­letz­ter. Das Ziel für Ra­c­ing für die Run­de 2016/17 ist klar: Den Ab­stieg ver­mei­den und sich in der Klas­se eta­blie­ren. Al­ler­dings wird man dies oh­ne Er­folgs­trai­ner Ja­cky Du­gué­pé­roux in An­griff neh­men müs­sen. Die Ra­c­ing-Le­gen­de hört auf. Nach­fol­ger wird der 52-jäh­ri­ge Thier­ry Lau­rey, der vor­her Erst­li­ga-Ab­stei­ger Ga­zélec FCO Ajac­cio trai­nier­te. Am Frei­tag, im letz­ten Spiel der Sai­son ge­gen Dun­quer­ke (2:2), fei­er­te Ra­c­ing mit ex­akt 26 145 Fans im Straß­bur­ger Mein­au-Sta­di­on

Mit nur 35 Tref­fer in 34 Spie­len den Titel ge­holt

den Auf­stieg. Mit da­bei wa­ren auch vie­le KSC-An­hän­ger, die schon lan­ge ei­ne FanF­reund­schaft mit Ra­c­ing pfle­gen. Doch viel Zeit zum Aus­kos­ten des Tri­um­phes bleibt nicht, schon am 27. Ju­ni ist Trai­nings­start beim Zweit­li­ga-Rück­keh­rer. Ver­mut­lich mit ei­ni­gen neu­en Ge­sich­tern im Ka­der, denn nach sechs Jah­ren im Ama­teur­la­ger, als man so­gar bis in die fünf­te Li­ga ab­stürz­te, soll der Ab­stiegs­kampf für lan­ge Zeit kein The­ma mehr in Straß­burg sein.

Ein spar­sa­mer „Tor­jä­ger“: Jé­ré­my Bla­y­ac hat in die­ser Run­de zwar nur acht To­re für Ra­c­ing er­zielt, doch das reich­te be­reits, um der er­folg­reichs­te Straß­bur­ger Tor­schüt­ze die­ser Sai­son zu wer­den. Fo­to: Spor­tNAH

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.