Dra­ma­tik ga­ran­tiert

FV Bad Ro­ten­fels: Ret­tung in der vor­letz­ten Mi­nu­te

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Micha­el Höl­le

Ei­nen Sinn für Dra­ma­tik lässt sich dem FV Bad Ro­ten­fels nicht ab­spre­chen. Erst in der vor­letz­ten Mi­nu­te des 34. und letz­ten Sai­son­spiels si­cher­te sich der Gag­ge­nau­er Stadt­teil­club den Klas­sen­er­halt. „Auf die­se Art von Span­nung kann ich ger­ne ver­zich­ten“, sagt ein er­leich­ter­ter Ver­eins­vor­sit­zen­der Ru­di Drütz­ler. Aber was wä­re die Be­zirks­li­ga auch oh­ne ih­ren „Di­no“? Der steht nun vor sei­ner 22. Spiel­zeit in der höchs­ten Li­ga des Fuß­ball­be­zirks Ba­den-Ba­den. Der Last-Mi­nu­te-Tref­fer von Chris­ti­an Gas­per­i­ni beim Sai­son-Kehr­aus in Kap­pel­ro­deck war der krö­nen­de Ab­schluss ei­nes ful­mi­nan­ten End­spurts. In den letz­ten sie­ben Par­ti­en der Sai­son blieb das Team aus dem Mönch­hof­sta­di­on un­ge­schla­gen und ver­ließ fünf­mal den Platz als Sie­ger. „Je­der hat da­bei wirk­lich al­les ge­ge­ben“, lobt Drütz­ler al­le Be­tei­lig­ten – auf und ne­ben dem Platz. Zum ei­nen ist da die Mann­schaft. „Toll, wie al­le mit­ge­zo­gen ha­ben“, fin­det der Club­chef. Bei­spiel­haft da­für steht Tor­wart Ma­nu­el Droth, der ei­gens sei­nen Ur­laub ver­scho­ben hat, um sein Scherf­lein zum Li­ga­ver­bleib bei­zu­tra­gen. Zum an­de­ren sind da die Fans. Rund 200 be­glei­te­ten die Elf bei ih­ren letz­ten Aus­wärts­auf­trit­ten. „So hat­ten wir ei­gent­lich im­mer ein Heim­spiel“, weiß Ru­di Drütz­ler um den Wert die­ser Un­ter­stüt­zung. „Das schweißt den Ver­ein noch mehr zu­sam­men“, ist er sich si­cher. Zu­mal die­se Sai­son dem Club ei­ni­ges ab­ver­lang­te. Ein dün­ner Ka­der in Kom­bi­na­ti­on mit vie­len be­rufs- und stu­di­en­be­ding­ten Ab­we­sen­hei­ten sorg­te für häu­fi­ge For­ma­ti­ons­än­de­run­gen. „Ein ein­ge­spiel­tes Team blieb da­durch ein Wunsch“, so der Vor­sit­zen­de. Zu­dem setz­te die auf­ge­stock­te Li­ga mit vier zu­sätz­li­chen Spiel­ta­gen der Phy­sis mäch­tig zu. „Zu­letzt ka­men wir auf dem Zahn­fleisch da­her“, be­tont Drütz­ler, der sich freut, dass die Mehr­be­las­tung künf­tig der Ver­gan­gen­heit an­ge­hört. Um­so grö­ßer ist sein Re­spekt vor der Wil­lens­leis­tung sei­ner Trup­pe um Mit­tel­feld­mo­tor Jo­chen Schrö­der. Die zeich­ne­te vor al­lem ei­ne Qua­li­tät be­son­ders aus: „Die Mus­sSpie­le ha­ben wir fast al­le ge­won­nen.“Sprich, ge­gen die Mit­kon­kur­ren­ten im Ta­bel­len­kel­ler wur­de kräf­tig ge­punk­tet. Sechs Teams lie­ßen die Ro­ten­fel­ser letzt­lich hin­ter sich und in die­sen di­rek­ten Ver­glei­chen be­hiel­ten die Ba­de­städ­ter acht­mal die Ober­hand und ver­lo­ren nur zwei Be­geg­nun­gen. Aber der Blick rich­tet sich be­reits auf die kom­men­de Run­de. „Der Vor­be­rei­tungs­plan steht be­reits“, be­rich­tet der Ver­eins­boss. Und der Ka­der bleibt fast un­ver­än­dert zu­sam­men, er­gänzt um zwei, drei Ta­len­te aus dem ei­ge­nen Nach­wuchs. Zu­dem keh­ren ei­ni­ge Ehe­ma­li­ge zu­rück. Quan­ti­tät und Qua­li­tät stei­gen da­durch. Das ist auch nö­tig, fin­det Ru­di Drütz­ler, der sich für 2016/17 in ers­ter Li­nie ei­nes er­hofft: „Ei­ne ru­hi­ge und ner­ven­scho­nen­de Sai­son.“

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