Kof­fer mit Ver­spä­tung

Das Är­ger­nis Ge­päck­ver­lust tritt zum Glück im­mer sel­te­ner auf

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB - Srt

Wer mit dem Flug­zeug ver­reist, der möch­te zu­sam­men mit dem auf­ge­ge­be­nen Ge­päck am Ziel­ort an­kom­men. Lei­der ist das nicht im­mer der Fall. Nach jüngs­ten An­ga­ben des Luft­fahrt­und IT-Spe­zia­lis­ten SITA gab es im Jahr 2015 über 23 Mil­lio­nen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Flug­ge­päck. Die gu­te Nach­richt ist, dass ein to­ta­ler Ver­lust im­mer sel­te­ner vor­kommt. Seit 2007 sank die Zahl der Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Flug­ge­päck im in­ter­na­tio­na­len Luft­ver­kehr um rund die Hälf­te (50,7 Pro­zent) – und das bei stark stei­gen­den Pas­sa­gier­zah­len. Ka­men vor neun Jah­ren noch 18,9 Ge­päck­stü­cke pro Tau­send Pas­sa­gie­re nicht rech­tEr­scheint zei­tig an, so ver­rin­ger­te sich die Zahl ak­tu­ell auf 6,5 Stü­cke. Trotz­dem gilt der drin­gen­de Rat, Wert­sa­chen, Do­ku­men­te und an­de­re wich­ti­ge Din­ge im­mer im Hand­ge­päck bei sich zu tra­gen. Den Lö­wen­an­teil (79 Pro­zent) der als un­re­gel­mä­ßig re­gis­trier­ten Ge­päck­stü­cke machen ver­spä­tet aus­ge­lie­fer­te Kof­fer und Ta­schen aus. Fast je­des zwei­te Stück aus die­ser Grup­pe (45 Pro­zent) bleibt bei ei­nem Um­stieg hän­gen. Wer­den Pas­sa­gier und Ge­päck doch noch zu­sam­men­ge­führt, so dau­ert dies im Durch­schnitt 1,76 Ta­ge. In 15 Pro­zent der Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten han­delt es sich um be­schä­dig­tes oder auf­ge­bro­che­nes Ge­päck. das auf­ge­ge­be­ne Ge­päck­stück nicht auf dem För­der­band oder ist stark be­schä­digt, soll­te die Ver­lust- oder Scha­dens­mel­dung („Pro­per­ty Ir­re­gu­la­ri­ty Re­port“, PIR) mög­lichst um­ge­hend beim Ser­vice­bü­ro in der Zoll- oder An­kunfts­hal­le er­fol­gen. Bei je­der zehn­ten Flug­ge­sell­schaft lässt sich das in­zwi­schen auch per Smart­pho­ne-App er­le­di­gen. Bis 2017 wol­len min­des­tens zwei Drit­tel der Air­lines die­sen Ser­vice bie­ten. Sechs Pro­zent der Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Flug­ge­päck fal­len in die Ka­te­go­rie „ver­lo­ren ge­gan­gen“oder „ge­stoh­len“. In den meis­ten Fäl­len mit Ge­päck­ärger hat der Pas­sa­gier An­spruch auf Scha­den­er­satz oder sons­ti­ge fi­nan­zi­el­le Kom­pen­sa­ti­on. Die kann aber sehr vom Ein­zel­fall ab­hän­gen. Ist das ver­schwun­de­ne Ge­päck­stück oder des­sen In­halt un­er­setz­lich, so bleibt als letz­ter Stroh­halm nur das „Un­clai­med Bag­ga­ge Cen­ter“in Scotts­bo­ro, Ala­ba­ma. Die ame­ri­ka­ni­sche Kle­in­stadt nennt sich auch gern „The Lost Lug­ga­ge Ca­pi­tal of the World“. Dort lan­det al­ler­lei Flug­ge­päck, das als end­gül­tig un­zu­stell­bar ein­ge­stuft wird. Für Schnäpp­chen­jä­ger ei­ne Rie­sen­fund­gru­be, denn die Aus­wahl ist groß und die Ver­kaufs­prei­se sind nied­rig.

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