DFB-Elf 2:0 ge­gen Un­garn

Schwein­stei­ger gibt sein Come­back

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Hol­ger Schmidt und Jür­gen Ze­lus­tek

Fuß­ball-Welt­meis­ter Deutsch­land hat ei­ne er­folg­rei­che Ge­ne­ral­pro­be für die EM in Frank­reich ge­fei­ert. Die Mann­schaft von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw be­sieg­te Un­garn in Gelsenkirchen mit 2:0 (1:0). Die Gast­ge­ber gin­gen durch ein Ei­gen­tor von Adam Lang (39.) in Füh­rung. Tho­mas Mül­ler (63.) stell­te den End­stand her. Ka­pi­tän Bas­ti­an Schwein­stei­ger wur­de in der 68. Mi­nu­te ein­ge­wech­selt und fei­ert sein lang er­sehn­tes Come­back.

Beim lang er­sehn­ten Come­back von Ka­pi­tän Bas­ti­an Schwein­stei­ger hat Fuß­ball-Welt­meis­ter Deutsch­land ei­ne ge­lun­ge­ne EM-Ge­ne­ral­pro­be ge­fei­ert. Im letz­ten Test vor der EM in Frank­reich (10. Ju­ni bis 10. Ju­li) be­sieg­te das Team von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw den harm­lo­sen EMTeil­neh­mer Un­garn in Gelsenkirchen mit 2:0 (1:0). Acht Ta­ge vor dem EM-Auf­takt in Lil­le ge­gen die Ukrai­ne kehr­te der ein­ge­wech­sel­te Spiel­füh­rer Schwein­stei­ger zu­min­dest für 22 un­auf­fäl­li­ge Mi­nu­ten zu­rück. Adam Lang (39.) brach­te den über­le­ge­nen Welt­meis­ter per Ei­gen­tor in Füh­rung, Tho­mas Mül­ler leg­te nach (63.). Al­ler­dings über­sah Schieds­rich­ter Mar­tin Ström­bergs­son (Schwe­den) vor bei­den To­ren Ab­seits­po­si­tio­nen der Vor­la­gen­ge­ber Jo­nas Hec­tor und Ma­rio Go­mez. Titel-Fa­vo­rit Deutsch­land spiel­te do­mi­nant, leg­te aber ei­ni­ge Ver­schnauf­pau­sen ein und zeig­te zu viel brot­lo­se Kunst. Auch de­fen­siv wirk­te die deut­sche Elf wie­der nicht sat­tel­fest. Deutsch­land hat nun von fünf der letz­ten sechs Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten sein letz­tes Spiel ge­won­nen – die ein­zi­ge Nie­der­la­ge gab es 2004 ge­gen die da­mals von DFB-Re­kord­na­tio­nal­spie­ler Lothar Mat­thä­us trai­nier­ten Un­garn. Die in­zwi­schen von den Deut­schen Bernd Storck und Andre­as Möl­ler ge­coach­ten Ma­gya­ren be­strei­ten ihr ers­tes EM-Spiel seit 44 Jah­ren am 14. Ju­ni ge­gen Ös­ter­reich. Löw hat­te vor dem An­pfiff für ei­ne Über­ra­schung ge­sorgt: Statt Go­mez bot er WMHeld Ma­rio Göt­ze in der Spit­ze auf. Als rech­ter Au­ßen­ver­tei­di­ger durf­te in „sei­ner“Are­na der Schal­ker Be­ne­dikt Hö­we­des ran, statt des jun­gen Münch­ners Jos­hua Kim­mich. Auf der seit der Ver­let­zung von Mar­co Reus va­kan­ten Po­si­ti­on links vor­ne er­hielt wie im Trai­ning ab­seh­bar der frü­he­re Schal­ker Ju­li­an Drax­ler ei­ne Chan­ce. Er be­kam den Vor­zug vor Ge­burts­tags­kind Lu­kas Po­dol­ski (31), der als Jo­ker kam. Ei­nen Auf­takt nach Maß ver­hin­der­te nur ei­ne kras­se Fehl­ent­schei­dung von Ström­bergs­son: Nach ei­nem Pass des Münch­ners Göt­ze schob der Wolfs­bur­ger Drax­ler den Ball nach 57 Se­kun­den ein­deu­tig nicht aus Ab­seits­po­si­ti­on über die Li­nie, der Schwe­de pfiff den­noch. Ins­ge­samt wirk­te das DFBTeam kon­zen­triert und ließ den harm­lo­sen Un­garn we­nig Luft. Nach et­li­chen ver­ge­be­nen Chan­cen stand wie ge­gen die Slo­wa­kei (1:3) ein gu­ter Be­ginn oh­ne den er­hoff­ten Er­trag, und der Au­ßen­sei­ter fand nach et­wa 25 Mi­nu­ten plötz­lich ins Spiel. Noch sor­gen­vol­ler als die Ent­wick­lung des Spiels ver­folg­te Löw zwei Schreck­se­kun­den um Je­ro­me Boateng und Sa­mi Khe­di­ra. Der Ab­wehr­chef muss­te früh am rech­ten Ober­schen­kel be­han­delt wer­den, der erst aus ei­ner Ver­let­zung kom­men­de Khe­di­ra be­kam ei­nen Schlag auf den Knö­chel (31.) und blieb nach der Halb­zeit in der Ka­bi­ne. Sechs Mi­nu­ten vor der Pau­se ge­lang die zu die­sem Zeit- punkt et­was über­ra­schen­de Füh­rung – die re­sul­tier­te aus ei­nem Miss­ge­schick der Un­garn: Nach ei­ner Her­ein­ga­be von Hec­tor drück­te Lang den Ball vor Göt­ze über die Li­nie. In der Pau­se wech­sel­te Löw zwei Spie­ler, aber meh­re­re Po­si­tio­nen. Em­re Can er­setz­te Hec­tor, für Khe­di­ra kam Go­mez, Göt­ze ging zu­rück ins zen­tral of­fen­si­ve Mit­tel­feld, der bis da­hin schwa­che Me­sut Özil rück­te ne­ben Kroos auf die Sechs. Das Lö­wTeam ge­wann die Spiel­kon­trol­le zu­rück. Nach ei­nem lan­gen Ball von Boateng schei­ter­te Go­mez per Kopf an Ki­ra­ly, Mül­ler voll­streck­te.

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Auf ihn wie­der Ver­lass: Tho­mas Mül­ler (vor­ne) er­ziel­te das 2:0 ge­gen den ehe­ma­li­gen Bun­des­li­ga-Kee­per Ga­bor Ki­ra­ly. Für das 1:0 hat­ten die Un­garn selbst mit ei­nem Ei­gen­tor ge­sorgt.

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