Auf­ge­fal­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

Ein­mal im Jahr zum Zahn­arzt – das ist Kas­sen­pa­ti­en­ten schon des­halb zu emp­feh­len, weil re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­len, im Bo­nus­heft do­ku­men­tiert, bei grö­ße­ren Ge­biss re­pa­ra­tu­ren ba­res Geld­wert sind. Aber lei­der, lei­der – der ein oder an­de­re schlam­pert. Sol­che Nach­läs­sig­keit kann selt­sa­me Wei­te­run­gen ha­ben, wie ein Fall zeigt, der jetzt vor­dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chenv er­han­delt wur­de. Schä­fer­hund Ca­mil­lo mag den äl­te­ren Herrn, der seit Jah­ren mit sei­nem Frau­chen be­freun­det ist, tie­risch gern. Und so springt der Hund freu­dig auf den 68-Jäh­ri­gen zu. Pech nur, dass der Rent­ner sich ge­ra­de die Schnür­sen­kel bin­det. Die Fol­ge: Hun­de­schä­del stößt an Men­schen­kopf, durch den Auf­prall ver­schiebt sich ei­ne Zahn­brü­cke, ein Pfei­ler bricht – der Mann fasst sich an den blu­ten­den Mund und hält das Er­satz­teil in der Hand. Ein wah­rer Hun­de­freund lässt sich durch ei­ne schmerz­haf­te Be­geg­nung nicht er­schüt­tern. Zu­mal Frau­chen ei­ne Hun­de haft­pflicht­ver­si­che­rung hat. Doch die Ver­si­che­rung ziert sich, der Fall lan­det vor Ge­richt. Das spricht dem Rent­ner 5500 Eu­ro Scha­den­er­satz zu und 500 Eu­ro Schmer­zens­geld. So weit, so gut – doch die Ver­si­che­rung zickt wei­ter, legt Be­ru­fung ein. Sie hat ei­nen Ver­dacht:

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