ZUM HEI­LI­GEN BLUT

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Die Wall­dür­ner Wall­fahrt „Zum Hei­li­gen Blut“geht zu­rück auf das Jahr 1330. Der Pries­ter Hein­rich Ot­to soll da­mals bei der Mes­se ei­nen Altar­kelch um­ge­wor­fen ha­ben. Der ge­weih­te Wein er­goss sich der Le­gen­de nach über das Lei­nen­tuch für die Hos­tie. Dar­auf­hin soll sich auf dem Tuch das Bild des Ge­kreu­zig­ten ge­zeigt ha­ben, um­ge­ben von elf „Ve­ro­ni­cae“– so hei­ßen im Volks­mund Ab­bil­dun­gen des mit Dor­nen um­wun­de­nen Haupt Chris­ti. Der er­schro­cke­ne Pries­ter ver­steck­te das „blu­ti­ge“Tuch un­ter der Al­tar­plat­te. Erst auf dem Ster­be­bett gab er sein Ge­heim­nis preis – das Tuch wur­de an dem von ihm an­ge­ge­be­nen Ort ge­fun­den. Bald ka­men ers­te Pil­ger, um das „hei­li­ge Blut“zu ver­eh­ren. Bis heu­te machen sich Pil­ger – in­di­vi­du­ell oder in Grup­pen – auf den Weg nach Wall­dürn, um den Hei­lig-Blut-Al­tar zu be­su­chen. Die Haupt­wall­fahrts­zeit be­ginnt stets am Sonn­tag nach Pfings­ten. Der Blut­schrein bleibt vier Wo­chen lang ge­öff­net. Heu­te ist Fa­mi­li­en­wall­fahrts­tag, am 7. Ju­ni „Wall­dür­ner Kran­ken­tag“und am 12. Ju­ni Wall­fahrts­tag der Hei­mat­ver­trie­be­nen, Aus­sied­ler und aus­län­di­schen Mit­bür­ger. Am Abend des 19. Ju­ni wird der Blut­schrein bei ei­nem fei­er­li­chen Got­tes­dienst ge­schlos­sen.

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