Kul­tu­rel­le Viel­falt

Zen­tral­ver­band: Mehr als ei­ne Mo­de­er­schei­nung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Sw/ww

Bar­bie­re spe­zi­ell für Män­ner sind ein Trend, ganz klar. Aber nicht nur. „Ich ma­che das ja schon seit 25 Jah­ren“, sagt bei­spiels­wei­se der Karls­ru­her Bar­bier Dar­ko No­vo­se­lic. Auch Ro­ber­to La­raia, Art Di­rec­tor des Mo­de­teams beim Zen­tral­ver­band des Deut­schen Fri­seur­hand­werks, sieht in den zu­meist klei­nen Lä­den mehr als ei­ne Mo­de­er­schei­nung. „Wir ha­ben heu­te in Deutsch­land ei­ne grö­ße­re kul­tu­rel­le Viel­falt als noch vor ei­ni­gen Jah­ren. An­ders als in Deutsch­land war der Bar­bier in der Tür­kei oder auch in Ita­li­en nie ver­schwun­den“, sagt er. Die Kin­der der Ein­wan­de­rer wür­den längst ver­gleich­ba­re Lä­den in Deutsch­land füh­ren. Auch das ha­be da­zu bei­ge­tra­gen, dass hip­pe Bar­ber­shops wie Pil­ze aus dem Bo­den schie­ßen. Dass sich Män­ner kunst­voll ih­re Bär­te in Form brin­gen las­sen und Kurz­haar­schnit­te aus den 1950er Jah­ren mö­gen, ha­be aber noch ei­nen an­de­ren Grund, ver­mu­tet La­raia. „Die Rol­len­mo­del­le von Frau und Mann glei­chen sich in vie­len Be­reichen zu­neh­mend an. Das be­wirkt an­de­rer­seits ei­ne Rück­kehr zu kla­ren Er­ken­nungs­zei­chen der ei­ge­nen Iden­ti­tät.“In­so­fern hät­ten Bart, Nass­ra­sur und Kurz­haar­schnitt nicht nur äs­the­ti­sche Be­deu­tung, son­dern auch ge­sell­schaft­li­che. Ab­ge­se­hen da­von, dass die oft in­di­vi­du­ell ein­ge­rich­te­ten Lä­den den hek­ti­schen All­tag au­ßen vor lie­ßen.

Der Mann­hei­mer Bar­bier Marc Sai­ler wur­de bei ei­nem Wett­be­werb vor ei­ni­gen Mo­na­ten zum bes­ten Bar­bier Deutsch­lands ge­kürt. Das Schild „Mens on­ly“(rechts) hängt an der Tür sei­nes Sa­lons. Fotos: avs

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