Mit „Lost in Fran­ce“fing al­les an

Ih­re größ­ten Er­fol­ge lie­gen lan­ge zu­rück, aber Bon­nie Ty­ler ist im­mer noch sehr be­liebt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Avs

Manchen schmal­zi­gen Ohr­wür­mern kön­nen die Bri­ten ein­fach nicht wi­der­ste­hen, selbst nach über 30 Jah­ren: „Don’t Stop Be­lie­vin“von Jour­ney ge­hört da­zu eben­so „Stay­in’ Ali­ve“von den Bee Gees. Doch an der Spit­ze der eng­li­schen Ohr­wurm-Charts steht Bon­nie Ty­lers größ­ter Hit „To­tal Eclip­se Of The He­art“(1983). An­geb­lich wür­de das je­der Sechs­te mit In­brunst mit­sin­gen, sei es un­ter der Du­sche, im Stau oder bei ei­ner be­schwips­ten Ka­rao­ke-Nacht – das hat zu­min­dest ei­ne Um­fra­ge der App Mu­zeit er­ge­ben. Seit mehr als 40 Jah­ren be­glückt Bon­nie Ty­ler ih­re Fans mit ih­rer un­ver­kenn­ba­ren hei­se­ren Stim­me, pro­du­zier­te 16 Al­ben und rund 80 Sin­gles und ver­kauf­te mehr als 100 Mil­lio­nen Plat­ten. Vor we­ni­gen Ta­gen (am 8. Ju­ni) fei­er­te die welt­be­kann­te Sän­ge­rin ih­ren 65. Ge­burts­tag. Als Gay­nor Hop­kins wächst sie mit fünf Ge­schwis­tern in dem wa­li­si­schen In­dus­trie­dorf Ske­wen bei Ne­ath auf. Die Ar­bei­ter­fa­mi­lie wohnt in ei­ner So­zi­al­woh­nung, die Groß­el­tern auf der an­de­ren Stra­ßen­sei­te, und sonn­tags ge­hen al­le drei­mal in die Kir­che. Mit 16 ver­lässt Ty­ler die Schu­le oh­ne Ab­schlus. „Ich klap­per­te al­le Lä­den im Dorf ab, um Ar­beit zu fin­den, und ha­be schließ­lich in ei­nem Le­bens­mit­tel­la­den für ein Jahr ge­ar­bei­tet“, sagt sie dem bri­ti­schen Bou­le­vard­blatt „Ex­press“. Die Mut­ter liebt Opern und er­mun­tert ih­re Toch­ter, an ei­nem Ge­s­angs­wett­be­werb teil­zu­neh­men. Ty­ler wird Zwei­te und er­in­nert sich spä­ter: „Es war so auf­re­gend, dass ich es wie­der ver­su­chen woll­te. Ich lieb­te es, zu sin­gen, und mit die­sem Wett­be­werb fing al­les an.“Sie grün­det mit 17 ih­re ers­te ei­ge­ne Band und tin­gelt durch wa­li­si­sche Bars und Kn­ei­pen – bis sie schließ­lich ent­deckt wird. Schon mit ih­rer zwei­ten Sing­le „Lost in Fran­ce“schafft Bon­nie Ty­ler den Durch­bruch. Nach­dem ei­ne Stimm­band­ope­ra­ti­on ih­re oh­ne­hin mar­kan­te Stim­me noch rau­chi­ger wer­den lässt, er­obert „It’s A He­art­a­che“die ame­ri­ka­ni­schen Charts und wird ein Num­mer-Eins-Hit in Eu­ro­pa. An­fang der 80er Jah­re be­ginnt sie ih­re Zu­sam­men­ar­beit mit Jim St­ein­man, der auch Meat Lo­af pro­du­ziert und des­sen bom­bas­ti­sche Ar­ran­ge­ments per­fekt zu ih­rem Stil pas­sen. St­ein­mann pro­du­ziert ihr Hit-Al­bum „Fas­ter Than The Speed Of The Night“(1983), das als ers­te LP ei­nes weib­li­chen Stars auf An­hieb auf den Spit­zen­platz der eng­li­schen Hit­lis­ten ge­langt. Seit über 40 Jah­ren ist sie mit dem 67-jäh­ri­gen Mul­ti­mil­lio­när Ro­bert Sul­li­van ver­hei­ra­tet, ei­nem ehe­ma­li­gen Ju­do-Cham­pi­on. Bon­nie Ty­ler spricht of­fen über ih­re Fehl­ge­burt mit 39, nach der sie kei­ne Kin­der mehr be­kom­men konn­te – und über Bo­tox. Seit über 20 Jah­ren geht sie zwei­mal im Jahr zum plas­ti­schen Chir­ur­gen und ist stolz dar­auf, dass sie ihr Ge­sicht im­mer noch be­we­gen kann. Die ei­ne Hälf­te des Jah­res ver­bringt sie mit ih­rem Mann im al­ten Her­ren­haus in The Mum­bles an der wa­li­si­schen Küs­te, die an­de­re in ih­rer por­tu­gie­si­schen Vil­la in der Nä­he von Alb­ufei­ra an der Al­gar­ve. Doch zur Ru­he setzt sie sich noch lan­ge nicht: En­de Ok­to­ber bis Mit­te No­vem­ber tourt sie wie­der durch Deutsch­land.

Bon­nie Ty­ler – hier mit ih­rem Mann Ro­bert Sul­li­van – hat zwar das of­fi­zi­el­le Ren­ten­al­ter von 65 er­reicht, geht aber ab Ok­to­ber wie­der auf gro­ße Tour­nee. Foto: avs

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