Vie­le be­kann­te Ge­sich­ter da­bei

Heu­te, 15 Uhr: Kroa­ti­en – Tür­kei

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Sebas­ti­an Stie­kel

Zum kroa­ti­schen Team bei die­ser Fuß­ball-EM ge­hö­ren neun ak­tu­el­le oder ehe­ma­li­ge Bun­des­li­ga-Pro­fis. Von den Spie­lern des Auf­takt­geg­ners Tür­kei sind sechs so­gar in Deutsch­land ge­bo­ren. Wenn Kroa­ti­en und die Tür­kei heu­te (15 Uhr/ ARD) im Pa­ri­ser Prin­zen­park auf­ein­an­der­tref­fen, wird es al­so aus deut­scher Sicht vie­le be­kann­te Ge­sich­ter zu se­hen ge­ben – wie sonst nur bei den Auf­trit­ten des Welt­meis­ters oder der mit noch mehr Bun­des­li­gaSpie­lern an­ge­reis­ten Nach­barn Ös­ter­reich und Schweiz. „Das ist ein ganz ent­schei­den­des Spiel mor­gen“, sag­te der tür­ki­sche Mit­tel­feld­spie­ler Ha­kan Cal­ha­nog­lu von Bay­er Le­ver­ku­sen am Sams­tag. „Je­der sagt, dass Spa­ni­en der kla­re Fa­vo­rit in un­se­rer Grup­pe ist. Das ist ei­ne har­te Grup­pe, kei­ne Fra­ge. Aber das ist auch ei­ne to­tal of­fe­ne Grup­pe. Wir ha­ben von un­se­ren ver­gan­ge­nen 16 Spie­len nur ei­nes ver­lo­ren. Auch wir ha­ben ei­nen gu­ten Mix aus er­fah­re­nen und jun­gen Spie­lern. Wenn mor­gen der An­pfiff er­tönt, müs­sen wir voll da sein.“Cal­ha­nog­lu hat heu­te sei­nen Platz in der ers­ten Elf si­cher. Die bei­den an­de­ren tür­ki­schen Bun­des­li­ga-Pro­fis Nu­ri Sa­hin (Bo­rus­sia Dort­mund) und Yu­nus Mal­li (Mainz 05) wer­den da­ge­gen wohl erst ein­mal auf der Bank sit­zen. Zum 23-köp­fi­gen Auf­ge­bot von Trai­ner Fa­tih Te­rim ge­hö­ren da­zu noch drei Spie­ler, die in Deutsch­land auf­ge­wach­sen sind, aber in der tür­ki­schen Sü­per Lig spie­len: Ha­kan Bal­ta (Ga­la­ta­sa­ray Istan­bul), Cenk To­sun und Ol­cay Sa­han (bei­de Be­sik­tas Istan­bul). Sie al­le stan­den ge­nau wie Me­sut Özil, Em­re Can oder Il­kay Gün­do­gan aus dem deut­schen Team ir­gend­wann vor der viel­leicht schwie­rigs­ten Ent­schei­dung ih­res Le­bens. Soll ich mich für das Land ent­schei­den, in dem ich ge­bo­ren wur­de? Oder für das, aus dem mei­ne Fa­mi­lie stammt? „Es war kei­ne sport­li­che Ent­schei­dung, ich ha­be da­bei ein­fach auf mein Herz ge­hört“, er­klär­te Cal­ha­nog­lu in ei­nem In­ter­view des „Köl­ner Stadt­an­zei­gers“. „Ich bin zwar in Deutsch­land ge­bo­ren wor­den, be­trach­te aber auch die Tür­kei als mein Hei­mat­land. Wenn sich je­mand für Deutsch­land ent­schei­det, dann ak­zep­tie­re ich das zu 100 Pro­zent. Das muss je­der mit sich selbst ab­ma­chen.“Was das kroa­ti­sche Team an­geht, ha­ben die deut­schen Fans durch­aus ge­spal­te­ne Er­in­ne­run­gen an die vie­len be­kann­ten Ge­sich­ter. Ver­tei­di­ger Gor­don Schil­den­feld et­wa war in der Sai­son 2011/12 selbst für den da­ma­li­gen Zweit­li­gis­ten Ein­tracht Frank­furt zu schlecht. Gleich drei ver­schie­de­ne Na­tio­nal­trai­ner ha­ben den mitt­ler­wei­le für Di­n­a­mo Zagreb spie­len­den Rou­ti­nier seit­dem aber im­mer wie­der un­ver­dros­sen für je­des gro­ße Tur­nier no­mi­niert. Die gro­ßen Hoff­nun­gen der Kroa­ten bei die­ser EM ru­hen al­ler­dings auf ganz an­de­ren Na­men: Ivan Ra­ki­tic (FC Bar­ce­lo­na/frü­her Schal­ke 04), Ma­rio Mand­zu­kic (Ju­ven­tus Tu­rin/frü­her Bay­ern Mün­chen) oder Ivan Pe­ri­sic (In­ter Mai­land/frü­her VfL Wolfs­burg). „Wir ha­ben vie­le Spie­ler im Team, die auf dem höchs­ten Le­vel spie­len. Sie ha­ben viel Er­fah­rung und Sie­ger­Men­ta­li­tät“, sag­te Trai­ner An­te Ca­cic am Sams­tag. „Wir müs­sen die­se gan­ze in­di­vi­du­el­le Qua­li­tät nur zu ei­nem Kol­lek­tiv zu­sam­men­füh­ren. Dann kön­nen wir viel er­rei­chen.“

Ha­kan Cal­ha­nog­lu ist zwar in Deutsch­land auf­ge­wach­sen, hat sich aber für die tür­ki­sche Na­tio­nal­mann­schaft ent­schie­den. So wie et­li­che an­de­re Spie­ler im tür­ki­schen Auf­ge­bot. Foto: AFP

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