„Ra­sen­kö­nig“ist schon raus

Ten­nis: Fe­de­rer schei­tert an Thiem

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ra­sen­kö­nig Ro­ger Fe­de­rer hat bei sei­ner Rück­kehr in die ATP-Tour aus­ge­rech­net auf sei­nem Lieb­lings­be­lag ei­ne bit­te­re Nie­der­la­ge er­lit­ten. Der sie­ben­ma­li­ge Wim­ble­don-Ge­win­ner schei­ter­te im Halb­fi­na­le des 100. Ten­nis­tur­niers auf dem Stutt­gar­ter Weis­sen­hof ge­gen den Sand­platz­spe­zia­lis­ten Do­mi­nic Thiem in drei Sät­zen. „Ich muss in al­len Be­lan­gen noch ei­ne Schip­pe drauf­le­gen“, ur­teil­te der Schwei­zer selbst­kri­tisch. Thiem ju­bel­te nach sei­nem Coup: „Das ist der glück­lichs­te Mo­ment in mei­nem bis­he­ri­gen Ten­nis­jahr.“Fe­de­rer nahm sei­ne 6:3, 6:7 (7:9), 4:6-Nie­der­la­ge trotz al­ler Ent­täu­schung ge­fasst hin. „Man ver­liert nie ger­ne, aber es ist na­tür­lich noch här­ter, wenn man da­bei Match­bäl­le ver­gibt“, sag­te er. Im zwei­ten Satz hat­te der 17-ma­li­ge Grand-Slam-Ge­win­ner im Tie­break zwei Match­bäl­le hin­ter­ein­an­der nicht nut­zen kön­nen. „Im Tie­break war ei­ne Rie­sen­por­ti­on Glück da­bei“, räum­te Thiem ein. Der Ös­ter­rei­cher konn­te sein Glück kaum fas­sen, aus­ge­rech­net auf dem von ihm we­nig ge­schätz­ten Gras den Ra­sen-Crack ge­schla­gen zu ha­ben. „Es fühlt sich ir­gend­wie un­wirk­lich an“, sag­te der 22 Jah­re al­te French-OpenHalb­fi­na­list. „Auf Gras hät­te ich es nicht ein­mal in mei­nen kühns­ten Träu­men er­war­tet, ins Fi­na­le zu kom­men.“Der Rou­ti­nier und der auf­stre­ben­de Jung­star lie­fer­ten sich auf dem Cen­ter Court ei­nen span­nen­den Schlag­ab­tausch mit teil­wei­se spek­ta­ku­lä­ren Sze­nen und bril­lan­ten Ball­wech­seln. Vor al­lem der zwei­te Satz hat­te es in sich: Bei Fe­de­rer klapp­te rein gar nichts mehr und Thiem führ­te schein­bar un­ein­hol­bar 5:0. Dann trumpf­te der Schwei­zer aber plötz­lich wie­der groß auf, ent­schied fünf Spie­le in Se­rie für sich und sein Kon­tra­hent zeig­te plötz­lich Ner­ven. Trotz der ver­pass­ten Fi­nal­teil­nah­me bei sei­ner Pre­mie­re auf dem Weis­sen­hof zog Fe­de­rer ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz: „Das war mein bes­tes Match heu­te.“Es sei rich­tig ge­we­sen, nach Stutt­gart zu kom­men. „Das gibt mir sehr viel Selbst­ver­trau­en für Hal­le und Wim­ble­don.“Nach sei­ner Nie­der­la­ge in Rom, eben­falls ge­gen Thiem, hat­te er ver­let­zungs­be­dingt die French Open ver­passt und braucht nun Match-Pra­xis für sein gro­ßes Ziel, in Wim­ble­don zum ach­ten Mal zu tri­um­phie­ren. Pro­ble­me be­rei­te­te das zwei­te Halb­fi­na­le beim Stutt­gar­ter ATP-Tur­nier. Es wur­de we­gen Re­gens für un­be­stimm­te Zeit un­ter­bro­chen und war bei Re­dak­ti­ons­schluss noch nicht beendet. Zum Zeit­punkt des Ab­bruchs stand es zwi­schen Phil­ipp Kohl­schrei­ber (Augs­burg) und Juan Mar­tin del Po­tro (Ar­gen­ti­ni­en) 6:3 und 2:2 im zwei­ten Satz. Ti­tel­ver­tei­di­ger Ro­ger Fe­de­rer wird beim ATP-Ten­nis­tur­nier im west­fä­li­schen Hal­le zum Auf­takt von Lo­kal­ma­ta­dor und Wild­card-In­ha­ber Jan-Len­nard St­ruff ge­for­dert. Das er­gab ges­tern die Aus­lo­sung für die tra­di­ti­ons­rei­che Ra­sen-Ver­an­stal­tung, die am Mon­tag be­ginnt. Fe­de­rer ist in Hal­le mit acht Tur­nier­er­fol­gen Re­kord­sie­ger und Aus­hän­ge­schild.

Schwei­zer ver­liert in Stutt­gart im Tie­break

Ei­ne bit­te­re Nie­der­la­ge für Ro­ger Fe­de­rer (vor­ne) – beim Tur­nier am Stutt­gar­ter Weis­sen­hof schei­ter­te er ges­tern im Halb­fi­na­le am Ös­ter­rei­cher Do­mi­nic Thiem. Foto: avs

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