Die „Meis­ter­schmie­de“

Golf: Hof­gut Schei­ben­hardt hat das nächs­te Rie­sen­ta­lent

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ha­rald Lin­der

Zum ers­ten Mal seit 112 Jah­ren (1904 in St. Lou­is) ge­hört Golf bei den Olym­pi­schen Spie­len von Rio wie­der zum Pro­gramm und auch die deut­schen Gol­fe­rin­nen und Gol­fer vom Golf Team Ger­ma­ny wol­len dort um Me­dail­len kämp­fen. Ob dies dem Golf­sport hier­zu­lan­de wei­te­ren Auf­trieb ge­ben wird, muss sich zei­gen, aber zu­min­dest seit den Zei­ten ei­nes Bern­hard Lan­ger hat die­se Sport­art auch hier­zu­lan­de ei­nen gro­ßen Po­pu­la­ri­täts­schub er­hal­ten, wie Bernd Gör­ger, der Prä­si­dent des Karls­ru­her Golf­clubs Hof­gut Schei­ben­hardt, meint. „Bern­hard Lan­ger und auch Mar­tin Kay­mer ha­ben un­se­re Sport­art ei­ner brei­te­ren Öf­fent­lich­keit nä­her ge­bracht“, sagt Gör­ger und wi­der­legt im Ge­spräch auch sehr schnell das Vor­ur­teil, dass Golf nur et­was für gut be­tuch­te oder äl­te­re Her­ren sei. Die Al­ter­spa­let­te in Schei­ben­hardt reicht vom vier­jäh­ri­gen Knirps bis zum 89-jäh­ri­gen Se­ni­or und rund 180 der im Golf­club Schei­ben­hardt ein­ge­schrie­be­nen et­wa 820 Mit­glie­der sind Kin­der und Ju­gend­li­che, von den Bam­bi­ni über die ver­schie­de­nen Ju­gend­grup­pen bis hin zu gu­ten HCP-Spie­le­rin­nen und Spie­lern, die durch die Trai­ner ei­ne zu­sätz­li­che För­deGolf­schwün­ge rung er­hal­ten. Ei­ner die­ser ge­för­der­ten Ju­gend­li­chen ist Alexan­der En­gel­hardt, der im ver­gan­ge­nen Jahr den deut­schen Meis­ter­ti­tel in der Al­ters­klas­se 14 ge­wann, wor­über sich ins­be­son­de­re sein Golf­leh­rer Pe­ter Ei­sen­huth freu­te, der auch schon Do­mi­nic Foos un­ter sei­nen Fit­ti­chen hat­te. Foos zählt mitt­ler­wei­le zu den Top­gol­fern in Deutsch­land. Ob der 14-jäh­ri­ge En­gel­hardt ei­ne ähn­li­che Kar­rie­re ein­schla­gen kann, wird sich zei­gen, denn ne­ben dem Ta­lent ge­hört vor al­lem sehr viel Dis­zi­plin da­zu, wenn man in die­sem Sport ganz nach vor­ne kom­men will. Da un­ter­schei­det sich das Spiel mit dem Eisen und dem klei­nen Ball nicht von an­de­ren Sport­ar­ten, in der „am En­de die Mi­schung von Ta­lent, Fleiß und Dis­zi­plin die we­sent­li­chen Fak­to­ren für den Er­folg sind“, so Ei­sen­huth. Dass Alexan­der En­gel­hardt über ein „sehr gu­tes Ball­ge­fühl“ver­fügt, fiel schon auf, als „er als klei­ner Bub hier an­ge­fan­gen hat“, wie er sich an des­sen ers­te er­in­nert. Im ver­gan­ge­nen Jahr zeig­te En­gel­hardt bei den deut­schen Meis­ter­schaf­ten im Golf­park Schloss Wil­ken­dorf aber auch, dass er nicht nur ein gu­tes Ball­ge­fühl hat, son­dern auch bei­ßen kann. Nach zwei von drei Run­den, über die in der AK 14 ge­spielt wird, lag En­gel­hardt nur auf Platz sechs, spiel­te aber dann ei­ne ganz star­ke Schluss­run­de, in der ihm drei Bir­dies ge­lan­gen und hol­te sich mit ei­nem Schlag Vor­sprung den Ti­tel. „Wo die Rei­se hin­geht, muss die wei­te­re Ent­wick­lung zei­gen, aber wenn er dis­zi­pli­niert dran bleibt, ist da noch Ei­ni­ges mög­lich“, sagt Ei­sen­huth, der seit über 20 Jah­ren als Pro­fes­sio­nal im Golf­club Hof­gut Schei­ben­hardt tä­tig ist. Dort hat es ihm be­son­ders die Ju­gend­ar­beit an­ge­tan, „um Golf­po­ten­zia­le früh­zei­tig zu er­ken­nen und vor al­len Din­gen mit Spaß zu för­dern“, wie er sagt. Da­ne­ben ist er auch ak­tiv am Pro­jekt „Golf für Han­di­caper“be­tei­ligt, bei dem aktuell wöchentlich zwi­schen fünf bis zehn kör­per­lich- und geis­tig-be­hin­der­te Kin­der bei ihm trai­nie­ren. Ein Pro­jekt, das dem 53-Jäh­ri­gen ne­ben den the­ra­peu­ti­schen Er­fol­gen „auch rich­tig viel Freu­de und Spaß macht“.

Alexan­der En­gel­hardt ist erst 14 Jah­re alt

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