Den­nis Klein­bub: Er er­fand das Watt­hal­den­fes­ti­val

Or­ga­ni­sa­tor des Watt­hal­den­fes­ti­vals Ett­lin­gen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Liebs­cher

Ja na­tür­lich ge­nie­ße ich das Festival noch im­mer, sonst wür­de ich es doch nicht mehr ma­chen“. Den­nis Klein­bub ist er­staunt über die Fra­ge, ob er im 23. Jahr wo­mög­lich „nur noch mit Rou­ti­ne“sein Watt­hal­den­fes­ti­val ver­folgt. Heu­te ist es wie­der so­weit: In Ett­lin­gen steigt ein Tag mit Mu­sik im Park. Das Festival der viel­fäl­ti­gen, be­son­de­ren und manch­mal lei­se­ren Tö­ne be­ginnt um 11 Uhr. Sie­ben Bands oder Künst­ler sor­gen für Pro­gramm bis 22 Uhr. Im Watt­hal­den­park an der Pforz­hei­mer Stra­ße ge­nießt man, mit frei­wil­li­gem Bei­trag von zwei Eu­ro für den gan­zen Tag, zu­nächst Jazz mit Pe­ter Le­hel, mit­tags zeit­lo­se Folk­songs von Pe­te J. Funk mit „No Su­gar No Cream.“Spä­ter wird Den­nis Klein­bub die Lie­der­ma­cher von „Schnaps im Sil­ber­see“an­sa­gen, den Ak­kor­deo­nis­ten François Cas­tiel­lo und zum Ab­schluss um 20 Uhr „Fer­sen­gold“mit deut­schem Folk. „Je­de Grup­pe zieht zum Teil ihr ei­ge­nes Pu­bli­kum an. Ge­schätzt sind es über den gan­zen Tag dann meist 5 000 oder mehr Be­su­cher“, ist die Er­fah­rung des Grün­ders. Es war 1994, als auf der Na­tur­büh­ne des Parks zum ers­ten Mal die Band „Lis­mo­re“spiel­te, Ha­rald Hurst las, un­ter­stützt von Gi­tar­rist Vol­ker Schä­fer Ett­lin­gens Kul­tur­amts­lei­ter Ro­bert De­ter­mann so­wie Klein­bub freu­ten sich über die Re­so­nanz beim kos­ten­lo­sen Er­eig­nis. „In Karls­ru­he gab es da­mals noch das al­te ,Fest‘ mit sei­nen klei­ne­ren Di­men­sio­nen. Ich ha­be mir über­legt, et­was Ähn­li­ches – oh­ne den An­spruch ,schö­ner, grö­ßer, lau­ter‘ – müss­te auch in Ett­lin­gen mög­lich sein“, be­rich­tet Klein­bub. In Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt wur­de der in ei­nen Dorn­rös­chen­schlaf ver­fal­le­ne Park für ein mu­si­ka­li­sches Fa­mi­li­en­tref­fen be­lebt. Nie ha­be schlech­tes Wetter die Pick­nick­at­mo­sphä­re ver­ha­gelt. An „zwei­mal leich­ten Re­gen für kur­ze Zeit“er­in­nert sich Klein­bub. Der eh­ren­amt­li­che Kul­tur­ma­cher mit Nei­gung zu Frank­reich, der als Fo­to­graf seit Jahr­zehn­ten durch en­ga­gier­te The­men­aus­stel­lun­gen auf sich auf­merk­sam macht, hat für Mu­sik ein wei­tes Herz. „Es muss gu­te sein, nicht nur gut ge­mach­te. Die Freu­de dar­über ge­be ich gern wei­ter.“Mit si­che­rem Ge­spür für Kon­tras­te und Ta­len­te be­setzt er den Park. Die Brü­der Fech­ner, heu­te mit der Band „Sun­tears“un­ter­wegs, oder die Folk­mu­si­ke­rin Gu­drun Walt­her fan­den in Ett­lin­gen ei­ne idea­le Start­ram­pe. Wo­bei es in der sel­ben Be­set­zung nor­ma­ler­wei­se kei­nen Wie­der­ho­lungs­auf­tritt gibt. „Mitt­ler­wei­le ist das Festival so be­kannt, dass wir aus ganz Deutsch­land Be­wer­bun­gen be­kom­men“, er­zählt Klein­bub. Wenn er heu­te Mor­gen je­den Be­trei­ber der rund 20 Stän­de im Park be­grüßt, dann nicht mit Rou­ti­ne, son­dern mit fröh­li­cher Lo­cker­heit. Weil er die­sen Tag im Park je­des Jahr ge­nießt.

Fo­to: MGM

Be­grün­der und Or­ga­ni­sa­tor des Ett­lin­ger Watt­hal­den­fes­ti­vals ist Den­nis Klein­bub. Er hat­te die Idee für ei­nen gan­zen Mu­sik­sonn­tag im Park. Heu­te von 11 bis 22 Uhr tre­ten wie­der sie­ben Grup­pen auf.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.