Gu­te Geis­ter für Haus und Tier

Im­mer mehr Deut­sche ver­trau­en wäh­rend der Fe­ri­en auf die Di­ens­te von Häus­hü­tern

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - Srt

End­lich Fe­ri­en! Aber manch­mal trübt ein un­an­ge­neh­mer Ge­dan­ke den blau­en Ur­laubs­him­mel: Räu­men in der Hei­mat vi­el­leicht ge­ra­de Ein­bre­cher die bes­ten Stü­cke aus dem Haus? Ver­trock­nen die Blu­men, quillt der Brief­kas­ten über? Wer sein Hab und Gut wäh­rend der Rei­se nicht al­lein las­sen will, der kann Haus oder Woh­nung und so­gar das ge­lieb­te Haus­tier ei­nem Haus­hü­ter an­ver­trau­en. Im­mer mehr Deut­sche ma­chen mitt­ler­wei­le da­von Ge­brauch. Die Idee kam Mit­te der 1980er Jah­re aus den USA und wird in­zwi­schen auch hier­zu­lan­de re­ge ge­nutzt. Im Ver­band Deut­scher Haus­hü­ter-Agen­tu­ren e.V. (VDHA) ha­ben sich be­hörd­lich zu­ge­las­se­ne Agen­tu­ren zu­sam­men­ge­schlos­sen, die die­se Be­wa­cher auf Zeit ver­mit­teln. Meist sind das rüs­ti­ge Rent­ne­rin­nen und Rent­ner, die für die ver­ein­bar­te Zeit ins zu be­wa­chen­de Heim über­sie­deln. Mehr als 350 000 Ta­ge wa­ren die­se gu­ten Geis­ter laut Sta­tis­tik des VDHA im Ein­satz, oh­ne ei­nen Woh­nungs­ein­bruch. Und weit mehr als 20000 zuf­rie­de­ne Tier­hal­ter ha­ben ih­re Haus­tie­re und ihr Heim ei­ner Haus­hü­terA­gen­tur über­las­sen. Haus­hü­ten ist Ver­trau­ens­sa­che: Ei­nem frem­den Men­schen für zwei, drei Wo­chen Haus oder Woh­nung zu über­las­sen, ist nicht je­der­manns Sa­che. Des­halb wird der Hü­ter mit dem Be­sit­zer be­kannt ge­macht, be­vor er in das Haus ein­zieht. Bei die­ser Ge­le­gen­heit wird auch be­spro­chen, wel­che Ar­bei­ten der „Ho­me­sit­ter“über­neh­men soll. Grund­sätz­lich ist er nur da­für zu­stän­dig, das an­ver­trau­te Ob­jekt zu be­woh­nen, den Brief­kas­ten zu lee­ren und die Blu­men zu gie­ßen. Nur drei St­un­den am Tag und ei­ne St­un­de in der Nacht darf er das Haus ver­las­sen – das ist ver­trag­lich fest­ge­legt. Zu den Auf­ga­ben der Haus­hü­ter ge­hört aber auch die Be­wah­rung des zu be­treu­en­den Ob­jek­tes vor Schä­den jeg­li­cher Art. In Not­fäl­len alar­mie­ren die Be­woh­ner auf Zeit die Po­li­zei oder Feu­er­wehr, ru­fen den In­stal­la­teur, den Tier­arzt oder an­de­re Hilfs­diens­te. Der Rund-um-die-Uhr-Ser­vice kos­tet den Kun­den et­wa 60 Eu­ro pro Tag. Für das Be­treu­en von Haus­tie­ren kom­men fünf Eu­ro bei ei­nem Hund und zwei Eu­ro bei ei­ner Kat­ze hin­zu. Die pro­fes­sio­nel­len Haus­hü­ter kön­nen für ein­zel­ne Ta­ge oder wo­chen­wei­se ge­bucht wer­den. In­ter­es­sant ist der Ser­vice auch für Rei­sen­de, die An­ge­hö­ri­ge zu Hau­se las­sen. Ein Haus­hü­ter kann nach vor­he­ri­ger Ab­spra­che bei­spiels­wei­se de­ren Be­treu­ung über­neh­men. So fun­giert er manch­mal auch als Ba­by­sit­ter, wenn Ma­ma und Pa­pa un­ter­wegs sind. Der Preis hier­für wird in­di­vi­du­ell ge­re­gelt. Die Agen­tu­ren gel­ten in­zwi­schen als ge­setz­lich zu­ge­las­se­ne Be­wa­chungs­un­ter­neh­men. Wer hier be­schäf­tigt ist, kann ein ein­wand­frei­es po­li­zei­li­ches Füh­rungs­zeug­nis vor­wei­sen. Au­ßer­dem ha­ben se­riö­se Haus­hü­terVer­mitt­lun­gen ih­re Mit­ar­bei­ter ver­si­chert. Ne­ben den der VDHA an­ge­schlos­se­nen Agen­tu­ren gibt es zahl­rei­che wei­te­re Haus­hü­ter-Di­ens­te. Über sol­che Un­ter­neh­men soll­ten Haus­be­sit­zer al­ler­dings vor­her In­for­ma­tio­nen ein­ho­len. Steu­er­bo­nus für le­gal be­schäf­tig­te Haus­hü­ter: Haus­hü­ten gilt als haus­halts­na­he Di­enst­leis­tung. Mit ei­ner den Steu­er­vor­schrif­ten ent­spre­chen­den Rech­nung und dem Zahl­be­leg kön­nen 20 Pro­zent des Rech­nungs­wer­tes von der fest­ge­setz­ten Ein­kom­men­steu­er ab­ge­setzt wer­den.

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