Die „Ro­ten Teu­fel“sind zu­rück

Bel­gi­en setzt sich mit 3:0 ge­gen Ir­land durch / Wil­mots trotz­dem sau­er

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Chris­toph Stu­ken­brock/Kris­tof Stühm

Das Fei­ern über­ließ Marc Wil­mots Kö­nig Phil­ip­pe und sei­nen Stars. Wäh­rend sei­ne Ma­jes­tät auf der Tri­bü­ne mit Fan­schal um den Hals das 3:0 (0:0) ge­gen Ir­land be­ju­bel­te, blieb Bel­gi­ens Na­tio­nal­trai­ner nach dem Pflicht­sieg er­staun­lich cool. Wil­mots pus­te­te kurz durch, stemm­te die Hän­de in die Hüf­ten und schau­te sei­nen Ro­ten Teu­feln bei der Ver­söh­nung mit den Fans zu. „Bel­gi­en ist stolz. Glückwunsch – Bra­vo“, twit­ter­te der Kö­nig­li­che Pa­last. Nach ei­ner aus­ge­las­se­nen Sie­ge­spar­ty war Wil­mots, un­ter der Woche von den Me­di­en, An­hän­gern und „Maul­wür­fen“in der Mann­schaft an­ge­zählt, aber ganz und gar nicht zu­mu­te. Bei der Pres­se­kon­fe­renz rech­ne­te der ExBun­des­li­ga­pro­fi mit sei­nen Kri­ti­kern ab. „Vier Jah­re hat­ten wir im­mer Er­folg, jetzt soll­te plötz­lich al­les schlecht sein“, sag­te Wil­mots und leg­te nach: „Ich kann mit Kri­tik le­ben, aber manch­mal wird nur kri­ti­siert, um Leu­te zu ma­ni­pu­lie­ren. Leu­te die ne­ga­tiv sind, in­ter­es­sie­ren mich nicht. Leu­te, die kri­ti­sie­ren, wer­den nie ein glück­li­ches Le­ben ha­ben.“ Dass sei­nem Team am Mitt­woch schon ein Re­mis ge­gen Schwe­den zum Ein­zug ins Ach­tel­fi­na­le ge­nügt, in­ter­es­sier­te Wil­mots herz- lich we­nig. Zu sehr hat­te die hef­ti­ge Kri­tik der ver­gan­ge­nen Ta­ge nach der Auf­tak­tp­lei­te ge­gen Ita­li­en an ihm ge­nagt. Wil­mots sei ein „be­grenz­ter Trai­ner“, hieß es in der Hei­mat. Zu­dem hat­ten Spie­ler ihn an­onym an den Pran­ger ge­stellt. Im Ge­gen­satz zum 0:2 ge­gen die Squa­dra Az­zur­ra, die be­reits als Sie­ger der Grup­pe E fest­steht, konn­te sich Wil­mots ge­gen Ir­land al­ler­dings dies­mal auf sei­ne Stars ver­las­sen. Die zu­letzt form­schwa­chen Ke­vin De Bruy­ne, dies­mal auf der „Zehn“auf­ge­bo­ten, und Eden Ha­zard glänz­ten als Vor­be­rei­ter. Stür­mer Rome­lu Lu­ka­ku traf dop­pelt (48. und 70.). „Wir wa­ren gut auf das Spiel vor­be­rei­tet“, sag­te Lu­ka­ku – und sprach sei­nem Trai­ner da­mit zu­min­dest ein in­di­rek­tes Lob aus: „Wenn wir um­set­zen, was wir kön­nen, wird al­les gut. Wir wol­len weit kom­men in die­sem Tur­nier.“ Auch Axel Witsel, Tor­schüt­ze zum 2:0 (61.) mein­te: „Wir wa­ren be­reit, men­tal und kör­per­lich.“Nach den drei To­ren de­mons­trier­ten die Bel­gi­er Zu­sam­men­halt: Al­le ju­bel­ten ge­mein­sam und klatsch­ten mit Wil­mots ab. Mehr Be­we­gung, mehr Biss, mehr Lei­den­schaft: Vor al­lem der Ex-Wolfs­bur­ger De Bruy­ne agier­te auf sei­ner Lieb­lings­po­si­ti­on hin­ter den Spit­zen stark ver­bes­sert. Für Ir­land (ein Punkt) dürf­te die EM da­ge­gen bald schon vor­bei sein. Die Mann­schaft von Mar­tin O’Neill agier­te ges­tern in Bor­deaux de­struk­tiv und hilf­los und war 90 Mi­nu­ten lang über­for­dert. „Wir müs­sen den Fakt ak­zep­tie­ren, dass Bel­gi­en die ta­len­tier­te­ren Spie­ler hat“, sag­te O’Neill: „Jetzt müs­sen wir ge­gen Ita­li­en ab­so­lut al­les rein­le­gen, um zu ge­win­nen.“Son­der­lich über­zeugt klang er da­bei nicht.

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Fo­to: avs

Der Schluss­punkt – Rome­lu Lu­ka­ku er­zielt den drit­ten bel­gi­schen Tref­fer ge­gen Ir­land. Nach dem ent­täu­schen­den Auf­takt mit der 0:2-Nie­der­la­ge ge­gen Ita­li­en zeig­te sich die Mann­schaft von Coach Marc Wil­mots dies­mal deut­lich ver­bes­sert. Nach der Par­tie rech­ne­te Wil­mots aber in der Pres­se­kon­fe­renz mit sei­nen Kri­ti­kern ab, die ihn zu­letzt hef­tig at­ta­ckiert hat­ten.

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