Von Ha­mil­tons „Ab­flug“pro­fi­tiert

For­mel 1: Ros­berg star­tet heu­te in Ba­ku von der Po­le Po­si­ti­on ins Ren­nen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­co Hei­bel

Ein be­dröp­pel­ter Le­wis Ha­mil­ton ne­ben sei­nem zer­stör­ten Mer­ce­des, ein coo­ler Ni­co Ros­berg, der in der Box die Uhr bis zu sei­ner 25. Po­le Po­si­ti­on run­ter­ti­cken las­sen konn­te: Im tur­bu­len­ten Qua­li­fy­ing zum Gro­ßen Preis von Eu­ro­pa in Ba­ku hat der WM-Kampf der Team­kol­le­gen vor der heu­ti­gen Pre­mie­re des Ren­nens in der aser­bai­dscha­ni­schen Haupt­stadt (15 Uhr MESZ/RTL) ei­ne neue Po­in­te er­hal­ten. Wäh­rend Ha­mil­ton am En­de von Q3 bei der Zei­ten­jagd sei­nen Bo­li­den in die Mau­er setz­te, fuhr der feh­ler­lo­se WM-Spit­zen­rei­ter Ros­berg in 1:42,758 Mi­nu­ten die Po­le-Zeit. Ha­mil­ton, der die letz­ten bei­den Ren­nen in Mo­na­co und Mon­tre­al ge­won­nen hat, schaff­te nach ei­ner feh­ler­haf­ten Vor­stel­lung mit vie­len Aus­rit­ten bis zu sei­nem K.o. kei­ne schnel­le Run­de und geht nur von Rang zehn ins Ren­nen.

Heu­te, 15 Uhr, RTL: Gro­ßer Preis von Eu­ro­pa

„Es war her­aus­for­dernd, aber es lief her­aus­ra­gend“, sag­te Ros­berg. Man dür­fe „Le­wis aber auch von Platz zehn nicht un­ter­schät­zen“, warn­te der 30-Jäh­ri­ge. Zu­gleich pro­phe­zei­te der Wies­ba­de­ner, das tur­bu­len­te Qua­li­fy­ing sei nur ein Vor­ge­schmack auf das Ren­nen: „Es wer­den vie­le Sa­fe­ty-Cars drau­ßen sein, das ist klar.“Ros­bergs Boss Ni­ki Lau­da wet­ter­te ge­gen Ha­mil­ton: „Der Le­wis ist sich sei­ner Schuld be­wusst. Aber was ich nicht ver­ste­he, ist, dass er sich schon zwei­mal ver­bremst hat und trotz­dem noch die­ser Crash pas­siert ist.“Tra­gi­scher Held war Ser­gio Pe­rez: Der Me­xi­ka­ner fuhr mit knapp acht Zehn­teln Rück­stand auf Ros­berg die zweit­bes­te Zeit, wur­de aber we­gen ei­nes Ge­trie­be­wech­sels nach sei­nem ka­pi­ta­len Crash im Ab­schluss­trai­ning um fünf Start­plät­ze zu­rück­ver­setzt. „Es fühlt sich trotz­dem wie ei­ne Po­le Po­si­ti­on an, aber ich ha­be na­tür­lich auch ein we­nig ge­misch­te Ge­füh­le“, sag­te der Force-In­dia­Pi­lot: „Hof­fent­lich kön­nen wir mor­gen et­was raus­ho­len. Wir ha­ben ein tol­les Au­to und im­mer noch ei­ne tol­le Po­si­ti­on von Start­platz sie­ben.“Fer­ra­ri-Star Se­bas­ti­an steht trotz des Ha­mil­ton-Aus nur in Rei­he zwei ne­ben sei­nem frü­he­ren Red-Bul­lTeam­kol­le­gen Da­ni­el Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en). Bei­de er­ziel­ten mit 1:43,966 Se­kun­den die iden­ti­sche Zeit, Ric­ci­ar­do fuhr sie aber zu­erst und star­tet des­halb von Platz zwei. „Ich ha­be ei­ni­ge Ecken nicht op­ti­mal er­wischt, da ha­be ich viel Zeit ver­lo­ren“, sag­te Vet­tel: „An­sons­ten hät­te es si­cher für mehr ge­reicht, für viel mehr aber auch nicht.“Ni­co Hül­ken­berg, der im Ab­schluss­trai­ning noch mit der dritt­bes­ten Zeit auf- hor­chen ließ, kam im Qua­li­fy­ing nicht über den zwölf­ten Rang hin­aus. Er hat­te im Q2 fälsch­li­cher­wei­se an­ge­nom­men, nicht mehr ge­nug Sprit im Tank zu ha­ben. Zu­dem be­klag­te er „Pro­ble­me mit der Bat­te­rie“. Ne­ben Ha­mil­ton leis­te­ten sich ei­ni­ge Pi­lo­ten bei der Zei­ten­jagd auf dem en­gen, 6,003 Ki­lo­me­ter lan­gen Stadt­kurs hef­ti­ge Ver­brem­ser und muss­ten sich in den Not­aus­gang ret­ten. Dies ge­lang auch Ha­mil­ton im Q1 und Q2. In der Nacht auf Sams­tag wa­ren in Ba­ku wei­te­re Si­cher­heits­vor­keh­run­gen an den Rand­steiVet­tel nen so­wie am Bo­xen­ein­gang ge­trof­fen wor­den. Meh­re­re Fah­rer hat­ten dies an­ge­mahnt. Im Ab­schluss­trai­ning be­schä­dig­te dann ein nicht be­fes­tig­ter De­ckel an ei­nem Was­ser­ab­lauf in der Bo­xen­gas­se den Wil­li­ams des Fin­nen Valt­te­ri Bot­tas. Auch hier wur­den kurz­fris­tig Ar­bei­ten not­wen­dig. Die WM ist vor dem ach­ten Lauf wie­der of­fen. Ros­berg ge­wann die ers­ten vier Ren­nen, nach Ha­mil­tons Auf­hol­jagd be­trägt der Vor­sprung des WM-Spit­zen­rei­ters aber nur noch neun Punk­te (116:107).

Bei der For­mel-1-Pre­mie­re in Ba­ku hol­te sich Ni­co Ros­berg die 25. Po­le Po­si­ti­on sei­ner Kar­rie­re. Sein Team­kol­le­ge Le­wis Ha­mil­ton leis­tet sich da­ge­gen im Qua­li­fy­ing ei­nen Un­fall und muss heu­te in Aser­bai­dschan von Rang zehn in den ach­ten WM-Lauf star­ten. Fo­to: avs

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